Über Lügen & Unwahrheiten

Hartnäckig hält sich die, in den 70er Jahren, aufgestellte These, nach der jeder Mensch täglich bis zu 200 Mal lügt…
Hmmm …. Mich überrascht nicht, dass diese These ohnehin umstritten ist.

Nüchtern betrachtet ist eine Lüge ein kommunikatives Instrument und wird verbal geäußert, mit dem Hintergrund das Unwahrheiten geglaubt werden. Benutzt um sich selbst besser darzustellen, zu schützen, etc…

Und immer wenn ich zu jemanden sage: „Ich lüge nicht“, kann ich mir sofort „Das war jetzt schonmal eine Lüge“ anhören.

Tja, Pech, es ist keine Lüge wenn ich das sage, wenn ich einen Fehler begehe (beruflich oder privat), sage ich das meinem Gegenüber offen.

Vielleicht bin ich ja einfach nur zu faul mir eine superfantastische Geschichte auszudenken warum ich zu spät gekommen bin, mies drauf bin oder einen blauen Fleck/Kratzer habe (von denen hab ich nämlich meist keine Ahnung woher sie kommen, ich vermute aber stark das es schlicht und ergreifend daran liegt, das ich mir absolut nicht merken kann, wo diese doofe Ecke vom Couchtisch ist).

Andererseits habe ich einfach schon sehr früh, durch Beobachtung (?) gelernt, dass Lügen sich ohnehin nichts bringen. Was bringt es mir meinem Partner zu sagen: „Ja du siehst total toll in dem Gewand aus“, wenn ich mir in Wahrheit denke das die Farbkombination nicht zueinander passt, Shirt oder Hose einen Fleck, Loch oder was auch immer haben.

Vielleicht liegt‘s ja auch daran das ich nicht Konfliktscheu (seltsames Wort) bin? Oder vielleicht denke ich zu einfach?

Ich kenne es ja von mir wenn mich jemand anlügt, wegen einem Fehler z.B., man bemerkt einen Fehler, man spricht die Person darauf an, von der man denkt, dass sie in begangen hat. Die Person sagt „Nein“ und einige Zeit später merkt man, dass man belogen wurde … Also ich bin in diesem Fall meist viel Enttäuschter und Wütender als wenn man gleich „Ja“ sagt …

Für viele ist es aber auch eine Lüge, wenn man jetzt z.B. anstatt dem Gedanken „Dein Hintern wirkt in diesem Kleid/dieser Jean füllig“ – sagt: „Ich finde dieses Kleid/diese Jean passt nicht zu deiner Figur“, Verstehe nicht wo da die Lüge ist? Man sagt was man denkt, ja klar die zweite Aussage ist schonender, aber ich denke das gehört dann einfach in den Bereich soziale Intelligenz und nicht in den Bereich der Lüge. Aber gut da kann man jetzt über Grenzen zu Unwahrheiten streiten, obwohl die ja eigentlich auch eine Lüge sind.

Lügen fallen einem meiner Meinung nach früher oder später, ohnehin auf den Urheber zurück, man denke nur an das Sprichwort: „Lügen haben kurze Beine“ oder „Ein Lügner hat kein gutes Gedächtnis“.

Nicht nur privat, aber vor allem auch im Beruf ist meiner Meinung nach Wahrheit und Fehler zugeben mehr als angebracht! Egal in welcher Position im Unternehmen man sich befindet. Lügen fliegen immer auf und je nach „Schweregrad“ zieht man sich den Unmut der Angestellten und/oder Geschäftsführung zu.
(Ich erlebe gerade einen Fall mit wo beides der Fall ist)

Und ist hier der Ruf dann erst mal ruiniert (vor allem je höher die Position) lebt es sich ungeniert – WEIL man keinen Job mehr bekommt (Mundpropaganda) und auch der liebe Vaterstaat nicht ewig zahlt.

Ein Kommentar

  1. Hi,

    super Artikel, kann ich inhaltlich voll bestätigen. Ich habe früher öfters gelogen und glaubte mir mein Leben damit zu vereinfachen – stimmt nicht. Eine Lüge fällt einem zumeist am Schädel.

    Ich kann von mir behaupten, dass ich jetzt nicht mehr lüge und den Menschen direkt und unverblümt sage was ich mir denke. Ich habe mich auch zu einem Menschen entwickelt der nichts mehr schönredet – kommt in vielen Fällen nicht gut an – ist mir aber vollkommen egal. Mein engeres Umfeld kennt mich so und hat es akzeptiert.

    Ich denke aber in der heutigen Zeit sind ehrliche und direkte Menschen „unbequem“ – weil sie eben nichts schönreden.

    Ich kann es aber jedne nur empfehlen – mit einer direkten Art ist das Gegenüber vermutlich manchmal beleidigt aber der direkte ehrliche Mensch hat ein „reines Gewissen“ und es lebt sich leichter mit dieser Art.

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