Gehaltsverhandlung mit einer qualifizierten Führungskraft …

… endlich ist es wieder soweit, die Halbjahresgespräche inkl. Gehaltsverhandlung starten wieder.

Nervös begebe ich mich in das Büro meines Vorgesetzten: Warum Nervös? Ganz einfach ich möchte mein Gehalt in diesem Gespräch neu verhandeln.

Es scheint gut zu laufen, man ist zufrieden mit mir, aber weil man irgendwas kritisieren muss, ist der Schreibtisch nicht immer ordentlich genug … Na ja, ich lass das so stehen und denke mir im Stillen das wohl auch was schief laufen würde, wenn mein Tisch unter Tags nicht mit unterschiedlichen Unterlagen, Zetteln, Notizen, etc… voll wäre, sondern klinisch rein – aber bitte.

Egal, wie gesagt die Performance passt, also wage ich den Schritt und spreche eine Gehaltserhöhung an. Vorbereitet habe ich mich auch, ein Projekt hab ich gut abgewickelt und schneller als erwartet, ein Mailing von mir ausgearbeitet und nachbearbeitet brachte einen Gewinn für das Unternehmen, Kollegen aus allen Bereichen arbeiten gerne mit mir zusammen ….

Als mein Vorgesetzter – eine qualifizierte Führungskraft – mit den Gegenargumenten beginnt, glaube ich, dass ich im falschen Film bin.

  1. Wäre ich mit einem 9. Pflichtschuljahr in der HAK und dann positiver Lehre + positiv beendeten Studium ein Schulabbrecher ???
  2. (Nach kurzer „Diskussion“ über die Definition: Schulabbrecher) Was ich mich überhaupt aufregen würde, ich hätte ja ohnehin ein Auto und ein Haus und somit alles erstrebenswertes

Versteckte Kamera? Schlafe und Träume ich? Was sind das für Argumente?

Meine qualifizierte Führungskraft, führte mir und anderen in einer Pause, stolz sein 300 m² Neubauhaus vor mit Pool, Doppelgarage und sein Firmenauto steht auch gratis in der monatlich € 70,- Parkgarage der Firma….

Ich (abgestempelte ?) bekomme die große Pendlerpauschale, weil ich ohne Auto gar nicht in die Firma komme so viel zu Punkt 1. Von dem was passiert wenn mein Fahrzeug bei der derzeitigen Bezahlung eingeht, will ich gar nicht sprechen: Nur so viel, woher Ersatz kommen sollte – keine Ahnung.

Zu Punkt 2, ja tolles „Haus“ habe ich, eine 70m² kaum gedämmte Kleingartenholzhütte, wenn draußen jemand lauter spricht (bei geschlossenen Fenstern), denke ich er steht in meinem Minigärtchen, geschweige denn das ich ausschlafen könnte wenn es draußen lauter ist.
Ständig habe ich Ameiseninvasionen oder Mäuse herrinnen, weil sie durch Holz so schön leicht durchkommen. Im Winter springt alle 30 Minuten die Heizung an …. Egal

Versteht mich recht, grundsätzlich beklage ich mich über meine Lebensumstände nicht. Ich habe mein „Häuschen“ gewählt weil es das billigste war, als ich eine Unterkunft suchte und bin auch „zufrieden“.
Aber nachdem ich natürlich im Büro, auch gegenüber der qualifizierten Führungskraft schon mal erwähnte, wie „supertoll“ es in meinem Häuschen nicht ist – regt mich eine derartige Argumentation einfach auf …

Ich bin schon groß, man(n) kann mir einfach ins Gesicht sagen, dass eine Gehaltserhöhung nicht drin ist. Man(n) kann mir das sogar ohne Begründung sagen, aber oben genannte Gründe zu nennen sind für mich einfach nur eine respektslose Frechheit.

Aber genau das ist das Problem, denke ich. Menschen ohne Ahnung = Qualifizierte Führungskraft. Mit Megagehalt, teilw. Gewandzulage, Firmenauto das auch privat genützt werden darf, Diensthandy das auch privat genützt werden darf. Glauben mir erzählen zu können, ab wann ich mit meinem Leben zufrieden sein „darf“/soll … Mit normalen Gehalt, Auto selber bezahlen, hübsches Bürogewand selber bezahlen, Firmengarage selber bezahlen, Handykosten selber bezahlen ….

So hörte ich zu Beginn der Krise während einer Teambesprechung von besagter qualifizierter Führungskraft auch eine tolle Antwort, als das Team nach der Bonuszahlung für die erreichten Ziele fragte (welche in besagten Jahr flach fiel, aber von uns Normalarbeitern als Gehaltsbestandteil gesehen werden soll ….):

Was regt ihr Euch auf? Ich musste wegen dem fehlenden Bonus auch einen Urlaub canceln …
Tja blöd is jetz nur, beim Normalarbeiter geht’s gar nicht um einen gecancelten Urlaub … da geht’s um die kaputte Waschmaschine, die Autoreparatur oder ein sonstiger finanzieller Aufwand der damit bezahlt wird … (Lt. mehreren Umfragen, verwendet kaum jemand Urlaubs, Weihnachts oder Bonuszahlungen für „Luxus“, sondern eben für notwendige Reparaturen oder Ersatzanschaffungen)

Wie gern würd ich da manchmal sagen: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die …. halten ……

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