Wenn der CHO (Chief Happiness Officer) Glück verteilen soll

Die Milchmädchenrechnung der Konzerne ist mein Angestellter Glücklich ist auch mein Kunde glücklich, weil sich der Angestellte besser um meinen Kunden kümmert, darum stelle ich jetzt einen CHO ein.

Was ist ein CHO, nach Recherche zeigt sich eigentlich ein „Human Resources“-Mitarbeiter der sich ums Glück der Angestellten kümmern soll … Was ???

Also für mich scheint es einfach nur ein Posten zu sein, damit ein HR-Mitarbeiter einfach nochmal ein Stück die Karriereleiter hoch kann.
Der CHO, soll sich darum kümmern;

  1. dass jede Person als Individuum wahrgenommen wird, welches wichtig ist.
  2. dass jede Person, anhand der Marslow Bedürfnispyramide „erfüllt“ ist
  3. dass jeder Person, eine gehörte Stimme im Unternehmen bekommt
  4. dass jede Person, die Werte des Unternehmens lebt
  5. dass jede Person Freiheiten hat, Stichwort Work Life Balance
  6. dass jede Person – das Gefühl hat – weiterkommen zu können
  7. dass jede Person, Spaß daran hat etwas neues zu lernen oder mit anderen Mitarbeitern zu kommunizieren
  8. dass jede Person, wirklich gut im Team zusammenarbeitet

Einerseits sollte ein Unternehmen diese 8 Punkte auch ohne einen CHO schaffen können, andererseits würde mich brennend eine Zielvereinbarung für diese Posten interessieren.

Wie will den ein CHO gewährleisten, dass meine Bedürfnisse in Position C dieselben Bedürfnisse wie meines Teamkollegen, ebenfalls in Position C sind? Zumal Bedürfnisse sich lt. Marslow auch ganz schnell verschieben können, wenn ein Faktor sich verändert …

Skeptisch wie ich nun mal bin möchte ich auch mal den Chief von irgendwas sehen, der tatsächlich Zeit hat oder sich die Zeit nimmt JEDEN Angestellten anzuhören (obwohl andererseits ist das ja sein Job – also bin ich zu vorschnell?)

Die Teamfindungsspielchen der Oberetagen eines Unternehmens kenne ich schon, Fakt ist aber ich selbst habe kaum in Teams gearbeitet die Funktionierten, kaum geht einer raus, geht das Gebrabbel über die Person schon los …

Es ist ja gut, dass sich Unternehmen Gedanken machen, dass steht für mich außer Frage, aber ich frage mich immer mehr und mehr ob Menschen bzw. Führungspersonen glauben ein normaler Angestellter ist einfach ein Roboter und wenn man einigen Punkten folgt macht man ihn Produktiver???

Zuerst sollte man nämlich dann das Wort Glück definieren können, was nicht geht, jeder Mensch ist anders.

Einer möchte unbedingt Karriere machen, möchte täglich Anerkennung für seine Leistung. Der Andere ist froh wenn er Arbeit nach Vorschrift macht und am Monatsende mit dem Gehaltsscheck heimgeht.

Ich z.B. möchte natürlich eine Arbeit die mir Spaß macht, aber mein Hauptaugenmerk ist das mir meine Arbeit meine Freizeit finanzieren kann (Auch in Hinblick auf Pension).

Mir persönlich bringt ein Job nichts in dem ich zwar Herausgefordert werde (das liebe ich nämlich am meisten, wenn ich eine Aufgabe oder ein Projekt bekomme und meine grauen Zellen anstrengen darf), aber am Monatsende war ich nur dafür arbeiten das ich in die Arbeit fahren kann und Essen am Tisch steht.

Als sportlicher Mensch muss einfach hier und da im Jahr eine Actiontour sich ausgehen und ehrlich gesagt, neben eingehenden Geräten oder notwendigen Renovierungsarbeiten, habe ich auch keine Motivation mehr wenn ich mir dann einen Campingurlaub monatelang zusammensparen muss…

Ein anderer ist erst glücklich wenn er sich, jedes Monat das neueste Smartphone leisten kann.

Wieder ein anderer ist erst glücklich, wenn er mit 30 seine „Villa“ hat und nach dem Motto: Mein Haus, Mein Auto, Meine Frau, Mein Hund – leben kann.

Wie gesagt ich steh auf Herausforderungen, ich mag nicht einen stupiden Ablauf in der Arbeit oder das man mir auf Punkt und Komma sagt, wie ich eine Arbeit zu erledigen habe, aber ein anderer ist wieder total glücklich damit …

Fakt ist aber auch, dass es in einem Unternehmen (natürlich abhängig von der Größe) nicht immer für jeden Mitarbeiter der sich Herausforderungen wünscht, auch welche gibt. In großen Unternehmen wird auch gerne das bereits anwesende Potential vorhandener Mitarbeiter übersehen und von draußen jemand ganz toller „eingekauft“ …

Vielleicht sollte man einfach mal endlich einsehen, dass wir eben keine 0815 Roboter sind, dass in Umfragen, welche vom Arbeitgeber am Arbeitsplatz durchgeführt werden, meist sowieso mehr als die Hälfte lügen, weil jeder Angst hat das über den Link der auf die Firmenmailadresse kommt, doch genau nachvollzogen wird, welcher Mitarbeiter was zu welchem Punkt angekreuzt hat.

Meiner Erfahrung nach, war ich in meinen Teams immer die einzige die den Bogen wahrheitsgetreu ausgefühlt hat. Bei mir gab es auch nie das Meckern über die Führungskraft Hinterrücks und dann war das halbjährliche Feedbackgespräch nach 30 Minuten vorbei (30 Minuten braucht in der Regel die Führungskraft um Dir zu sagen, was gut und was verbesserungswürdig ist.) Nein, wenn mich was an meiner Führungskraft stört, nutze ich meine Chance im Feedbackgespräch ihr das zu sagen …

In meiner letzten Firma ging die HR ein ähnliches Projekt, bezüglich Happiness an, was soll ich sagen, in dem Jahr fehlte dann auch prompt in der Mitarbeiterzufriedenheitsabfrage, die Frage wie zufrieden man mit seinem Gehalt wäre ….

Aber genau dieser Mix macht es (für mich) aus;

  1. eine gute Work-Life-Balance (Zeiteinteilung)
  2. eine Bezahlung die es mir ermöglicht einen Lebensstandard zu erarbeiten bzw. zu erhalten (und nein ich möchte dazu keine Villa und eigentlich auch kein richtiges Haus)
  3. eine Beschäftigung die mich immer wieder herausfordert und nicht nach Schema F läuft.

Würde mich jetzt brennend interessieren wie der Mix für andere Menschen aussieht ….

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