Wenn der Mensch versucht seinen besten Freund auszutricksen

Vermutlich aus Asien, ist im Internet ein „neuer Trend“ im Anmarsch…

… beim Spaziergang mit dem Hund, lässt sich Herrchen einfach fallen. Täuscht eine Ohnmacht vor und filmt währenddessen was Hund macht. Offenbar eine Art „Treuetest“ für den besten Freund des Menschen …

Die tierischen Reaktionen sind, wie zu erwarten nicht sonderlich spektakulär. Ein Dackel, dackelt einfach alleine weiter. Andere Hunde schnuppern in der Gegend herum und schauen mal beim (doofen) Herrchen vorbei wann es denn nun weiter geht. (Zu finden sind derartige Videos derzeit auf Twitter)

Warum ich wie zu erwarten und (doofe) Herrchen schreibe? Mensch unterschätzt hier seinen eigenen Körpergeruch, Körperfunktionen wie Herzrhythmus oder Atmungsintervall, sowie die Sinnesorgane seines Hundes, Nase und Ohren, gewaltig!

Selten kommt eine Ohnmacht ohne Vorboten wie Übelkeit, Schwindel und Schweißausbruch, meist in Folge eines niedrigen Blutdruckes oder eines Herz-Problems und jetzt sind wir schon mitten im Thema. Legen wir uns einfach nur hin (auch wenn wir uns megaspektakulär fallen lassen), merkt Hund ganz genau, dass wir nichts haben, denn weder unser Puls noch unser Geruch verändert sich.

Zudem  bewegen einige Herrchen noch die Kamera um den Hund im Fokus zu behalten, glauben die echt das Hund dieses Geräusch nicht hört??? Da muss ich wieder enttäuschen, er hört es. Deshalb schaut er nach einer Runde schnuppern auch nur gemütlich beim doofen Herrchen vorbei, ob es dann endlich mal wieder weitergeht.

In dem Fall wo der Dackel einfach alleine weitergeht, würde es sich in jedem Fall empfehlen an der Bindung zum Hund zu arbeiten. Auch er spürt das die Leine zu Boden geht und am anderen Ende niemand mehr ist … Ist ihm aber, offenbar, tatsächlich ziemlich egal.

Etwas „überdramatisieren“ muss ich jetzt schon, dass es derart viele Hundebesitzer gibt, die offenbar keine Ahnung von ihrem tierischen Wegbegleiter haben, ist durchaus bedenklich. Für mich ist Grundvoraussetzung für die Haltung eines Tieres, seine Physik und Psyche zumindest ein wenig zu verstehen und zu kennen. Das beinhaltet für mich auch das Wissen darüber, wie (im Vergleich zum Mensch) außerordentlich gut Hund im Stande ist, seine Umwelt zu analysieren. Dies ist auch notwendig um rechtzeiig zu erkennen, ob Hund mit einer Situation überfordert ist um Angstbeisen oder Aggression rechtzeitig entgegenwirken zu können.

Jeder der ein Monat „gescheit“ mit (s)einem Hund zusammenlebt, egal ob dieser ein Welpe oder Erwachsen ist, sollte gewisse Eigenheiten und Fähigkeiten seines Hundes in einem kleinem 1×1 intus haben.

Vor allem wie sensibel, selbst der Stärkste Hund sein kann. Ein guter Indikator dafür, dass unsere Diskussion außer Kontrolle gerät, für mich und meinen Freund ist es, wenn unsere Hunde plötzlich nach oben ins Schlafzimmer gehen … Was uns oftmals aufzeigt, wir kommen auf keinen gemeinsamen Nenner, werden zu emotional und dann lassen wir es, zum Wohle aller, auch mit diskutieren.

Niedrigen Blutdruck habe ich von meiner Mutter „geerbt“, lege ich mich einfach so auf den Boden um mich im Sommer z.B. abzukühlen, reagieren unsere Hunde gar nicht. Geht’s mir nicht gut und ich lege mich kurz auf den Boden, weil ich Sternchen sehe, kommen sie „angerast“ und mein Freund muss sie von mir „wegscheuchen“ damit er zu mir kann.

Hunde verwechseln sich selbst oft mit Schmusekatzen, keine Ruhe hat man von ihnen, immer soll man sie streicheln oder sie beschäftigen. Sind wir oder nur einer von uns krank, lassen sie denjenigen aber „links“ liegen, anhand von Ohrstellung und Körperhaltung ist jedoch gut zu erkennen, dass sie im „Hilfsbereitsschaftsmodus“ sind und auf Herrchen aufpassen. HIer und da kommen sie mal, vorbei schauen wie es einem geht, sind aber bei weitem nicht so lästig wie sonst.

Ob die Bindung zum Hund passt, merkt man auch im alltäglichen Leben, ein Hund mit guter Bindung zum Herrchen, passt schon auf wo Herrchen während des Spaziergangs ist. Bleibt dann einer länger stehen, rennen sie fast wo dagegen, weil sie mehr nach hinten als nach vorne schauen. Und dieser „vorwurfsvolle“/fragende Blick, an denjenigen der weitergeht ala: „Wieso warten wir jetzt nicht? Wieso gehst du weiter?“

Geht einer von uns alleine mit den Hunden raus, wird immer eine Zeitlang noch geschaut ob der andre nicht doch noch nachkommt …

Also sich Ohnmächtig stellen um seinen Hund zu testen ist nicht nur ein Stück weit traurig, sondern der Hund selbst wird es ein Stück weit als „verarsche“ ansehen, vielleicht auch als doofes Spiel, dass er nicht kapiert … Passt die Bindung zum Hund und das ist nun einmal das A und O, wenn man einen tierischen Begleiter hat, wird auch die Reaktion des Hundes im Ernstfall dementsprechend sein …

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