Beziehungen – vielleicht muss man einfach nur wollen?

Nur wenige haben das Glück gleich „den einen“ Partner zu finden, oftmals schwindet die Toleranz für Macken nach der ersten Verliebtheit. Ich bin sicher kein Experte, aber vielleicht wäre dies der erste Indikator seine Beziehung zu überdenken?

Natürlich nicht wenn es sich um Kleinigkeiten handelt, aber wenn es Verhaltensweisen (Macken) sind, von denen man weiß, dass man auf Dauer damit nicht klarkommt …? Sie einen zu sehr belasten werden? Denn hier muss man eines ganz deutlich sagen, Menschen bzw. den Partner ändern zu wollen, ist der größte Fehler den man begehen kann. Man sollte sich stets selbst fragen, würde ich wollen das mein Partner mich „umerzieht“?

Ebenso sind Beziehungen aber immer ein Stück weit Kompromisse, manchmal muss man seinem Partner und der Beziehung zu liebe, einfach etwas zurückstecken und solange es sich um Kleinigkeiten handelt ist dies, meiner Meinung nach, auch in Ordnung.

Aber was wenn einer zu viel zurückstecken muss? Weil der andere, einem die Macken „aberziehen“ möchte? Dann ist Streit und eventuell eine handfeste Krise mit Eskalation vorprogrammiert. Wer würde sich und seine Gewohnheiten nicht, gegen Angriffe, verteidigen?

Wenn ich über Probleme in Beziehungen nachdenke, höre ich oft diesen einen Satz noch in meinem Kopf, ich weiß nicht wo ich ihn gehört habe und auch nicht mehr genau in welchem Kontext. Aber ein älterer Herr meinte in einer Konversation: Das Geheimnis einer guten Beziehung (in seinem Fall Ehe) läge daran zu wollen …

Und „grob“ gesehen, hat er damit vermutlich recht. Ich möchte die Beziehung mit meinem Partner, er ist mir lieb und teuer geworden, bzw. kurzum, mein Partner ist mir mit jedem Tag die unsere Beziehung andauert wichtiger geworden …

Selbst spreche ich kaum über meinen Arbeitstag, vermutlich habe ich mir dies angewöhnt, da ich vor meiner Beziehung länger alleine war. Meinen Arbeitsalltag verarbeite ich, beim Laufen mit meinen Hunden oder lauter Musik am Weg nach Hause … Natürlich wird es mir manchmal zu Bunt und ich bekomme meine Sorgen, Wut oder Frust so nicht weg …

Hier ist mein Partner eine große Stütze, muss ich mich über die Arbeit aufregen, hört er mir zu, selbst wenn ich 2 Stunden zum Aufregen brauche … Still sitzt er da, hört zu und man sieht wie sein Gehirn arbeitet … Bin ich dann endlich fertig, gibt er mir entweder gute Tipps (woran man ebenfalls merkt, dass er zugehört hat) Oder er sagt: „Komm wir legen uns auf die Couch“ und er streichelt mir den Rücken … Herrlich

Umgekehrt natürlich auch, seine Arbeit ist bei weitem stressiger als meine, jede Woche passiert etwas … Ein Nachhause kommen und den anderen ignorieren gibt es bei uns nicht. Einige Zeit sitzen wir immer zusammen und reden miteinander, bevor sich jeder einige Zeit seinen Interessen widmet oder wir uns einfach nur hinlegen und einen Film anschauen … Wir wollen uns Zeit füreinander nehmen.

Erlaubt es unser Dienstplan nicht, gemeinsam aufzustehen, liegt immer ein, mit einem kurzen Gedicht beschriebenes Taschentuch herum. Warum ein Taschentuch? Kurz nachdem wir zusammengekommen waren, hatte ich Urlaub und er wollte mich nicht wecken, aber auch nicht gehen ohne sich zu verabschieden. Ein Zettel war weit und breit nicht zu finden, also nahm er ein Taschentuch für sein Gedicht und das haben wir uns beibehalten, egal ob Zettel herumliegen oder nicht … Wir wollen unsere Wertschätzung füreinander zeigen

An einem bestimmten Tag in der Woche, geht er zum Sport, meist sehen wir uns dann gar nicht. Regelmäßig geht er dann an einem weiteren Tag zum Männerabend. Ja manchmal ist es hart, vor allem wenn unser Dienstplan viel Zeit zu zweit in der Woche nicht erlaubt. Aber im Endeffekt habe ich an diesen Abenden auch Zeit für mich. Ich kann Megaschnulzen-Filme schauen, die ihn nicht sonderlich begeistern oder andere Dinge die mich begeistern. (Gerne mache ich, mittels Windows-Movie-Maker Musik und Fotos, „Musikvideos“ über vergangene gemeinsame Erlebnisse). Ganz hart ist es für mich, wenn er sich 1 Woche in den Männerurlaub verabschiedet, aber das halte ich auch durch … denn … Wir wollen dem anderen seinen Freiraum geben.

Ich verstehe mich sehr gut mit einem Ex-Freund von mir, öfter passt er auf unsere Hunde auf, wenn wir etwas unternehmen möchten, wo sie nicht dabei sein können. Mittlerweile nennen mein Ex und Ich uns „spaßhalber“ Schwester und Bruder. Wenn wir ausgehen und mein Liebster etwas länger mit einer weiblichen Bekannten spricht, macht es mir auch nichts aus. Geht er aus und kommt später als „vereinbart“ meckere ich nicht und Kontrollanrufe oder „SMS – Bomben“ gibt es dann auch nicht … Wir wollen uns Vertrauen …

Sicherheitshalber habe ich mir soeben seine Bestätigung für folgende Aussage geholt; ich zicke nicht herum bzw. ich sage ihm beim nach Hause kommen oder wenn ich mit dem schlechten Fuß aufgestanden bin, dass ich mich gerade selber nicht leiden kann und entschuldige mich vorab sollte ich einen falschen Ton anschlagen … Gehen wir uns kurz auf den Pinsel, wegen einer Diskussion z.B. geben wir uns meist 5 Minuten, sagen uns dann offen „Bitte lass mich kurz angelehnt“ und in den meisten Fällen, können wir nach 5 Minuten wieder miteinander blödeln als wäre nichts gewesen … Hinterrücks reden, wie ich es von einigen anderen Paaren kenne, gibt es bei uns nicht … Wir wollen Respekt voreinander haben.

Ich bin oftmals ziemlich unsicher (aber soeben höre ich, dass ich bereits sicherer werde), was mein Selbstbewusstsein betrifft. Dann muss mein Partner „stundenlang“ Fragen über sich ergehen lassen: „Findest du mich (noch) hübsch, sexy, attraktiv…“ usw. usf… wird es im „zu Bunt“, kann er mir offen sagen „Schatz, du nervst“. Umgekehrt natürlich auch, wenn er beim Männerabend einen zu viel hatte kann er manchmal recht anstrengend sein, spätabends kommt er heim und möchte „über den Sinn des Lebens“ philosophieren wozu mein Hirn (welches bereits im Schlafmodus ist) nicht mehr in der Lage ist. Dann darf auch ich sagen „Schatz, du nervst“ … Wir wollen Ehrlich zueinander sein.

Wie heute geschrieben, vermisse ich meine Autocampingtouren, der Wunsch ist erwacht nächsten Sommer nach Norwegen zu fahren. Ohne irgendwas zu buchen, nur mit Rucksack, Hundefutter und Zelt im Gepäck. Er macht natürlich mit: „Klar, machen wir das“ meinte er als ich mit meinem „Duhu …“ anfing. Generell sind wir uns in vielen Dingen und Ansichten sehr ähnlich. Probleme spontan etwas miteinander zu unternehmen, oder Gesprächsstoff zu finden, haben wir keine … Wir wollen unsere Gemeinsamkeiten pflegen …

Viel habe ich von ihm gelernt und er von mir (das wäre mir und auch ihm jetzt aber zu persönlich, dies auszuschreiben … und … nein dabei geht es nicht um „das eine“) … Wir wollen die Fähigkeiten und Ansichten des anderen schätzen … und wir wollen voneinander lernen …

Er „darf“/kann mich aufziehen, veräppeln und ich ihn, auch vor Freunden. Ohne das einer doch irgendwie beleidigt „ewig“ herumschmollt oder einem immer böse vorhält … wir wollen Spaß miteinander haben …

Manchmal kommt es auch hart auf hart, ein Schicksalsschlag. Eine Panne/Unfall, (so hat unsere Beziehung übrigens richtig angegangen, als er einen Autounfall hatte und ich ihn abholte) Oder als sich mein Auspuff verabschiedete, war er sofort bereit, 60 km Umweg zu fahren um mich in die Arbeit zu bringen und abzuholen. Einer hat etwas wichtiges zu Hause vergessen und der andere bringt es ihm nach … Wir wollen füreinander da sein …

Natürlich gibt es auch Schattenseiten, 2- oder 3-mal (hey alle guten Dinge sind 3), haben wir natürlich auch schon heftig gestritten. Wobei er sich 1 Tag zurückzog, das war natürlich hart … aber auch dadurch haben wir 3 Dinge gelernt … den Moment an dem es Zeit ist 5 Minuten Ruhe zu geben (und daran halten wir uns auch). Das es eigentlich nichts zu streiten gibt und wir beide nicht streiten wollen … aber viel wichtiger … Wir wollen uns nicht unnötig verletzen und unsere Liebe am Leben erhalten   …

… und dafür muss man stetig an sich selbst und der Liebe arbeiten wollen …

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