Einschulungstage, für mich keine Frage sind die reine Plage

Manch einer mag Schulungen, sieht sie als willkommene Abwechslung. Ich gehöre nicht zu diesen Menschen, soeben muss ich mich fragen ob ich zu weit gehen würde wenn ich sagte, dass ich Schulungen und Willkommenstage hasse?

Glück im Unglück, finden die Willkommenstage in dem Unternehmen, für das ich seit kurzem arbeite, nicht unweit meines Wohnortes statt, somit erspare ich mir schon mal ein Hotel und die Kollegen darin, für die ich dann wieder unweigerlich der „schräge Vogel“ wäre, weil ich bei der Abendgestaltung nicht mitmachen würde.

Vielleicht sollte ich nun vorrausschicken: Nein, ich bin kein „Menschenhasser“. Ich brauche halt extra „fünf Minuten“ zum warm werden …

„Große Auftritte“ hasse ich fast mehr als Schulungen. Möglicherweise liegt es an meiner negativen Einstellung, dass sich heute „alles“ gegen mich verschworen hatte? Zuerst verschlief ich ca. eine halbe Stunde. Was aber, noch gar nicht so schlimm gewesen wäre, da ich trotzdem rechtzeitig aus dem Haus kam.

Dennoch kam ich, als einzige, eine halbe Stunde zu spät zu der Schulung, zack da war er mein großer Auftritt, super … Obwohl ich eine Stunde vor Schulungsbeginn Abfuhr. Normale Fahrzeit ohne Stau 25 – 30 Minuten, also eine halbe Stunde für Stau sollte doch reichen, oder? Bzw. besser formuliert, ich kenne die Strecke ja, normalerweise reicht definitiv 15 – 20 Minuten Stau einzuplanen … Zettelwerk und Müll auf der Autobahn ließen mich einen schwereren Unfall vermuten … Ja, ich höre kein Radio und keinen Verkehrsfunk im Auto … Nicht immer sehr intelligent, ändert aber meist sowieso nix dran … am im Stau stehen … oft hört man die Staumeldung erst dann, wenn man selber mittendrin ist …

Zusätzlich zu meinem „großen Auftritt“ kam dann noch die „Single-Vorstellungsrunde“, wer bin ich? Was mach ich? Warum mach ichs? Bla bla bla … Warum darf man so etwas nicht schreiben und als Folie auf einem Beamer präsentieren?

Ja ich bin eigen, schreiben kann ich immer und auch mit fast jedem, aber reden? Aus irgendeinem Grund kann und mag ich nicht mehr mit jedem Reden, ich schiebe es auf meine Zeit im Call-Center und als Kundenbetreuer … Irgendwann hat man anscheinend seine Worte aufgebraucht … Aber das lassen wir jetz …

Da es ein Willkommenstag ist, stellen sich verschiedene Bereiche des Unternehmens vor, was bedeutet die ulkige Vorstellungsrunde wird öfter durchgeführt, schließlich will der Vortragende ja nun auch wissen, mit wem er es heute zu tun hat … juhu …

Mittagessen endlich … ich handle gegen meinen Impuls mich in der Kantine alleine wohin zu setzen und dackle den anderen brav zum „Schulungs-Essen-Tisch“ nach. Mit vollem Mund spricht man nicht und so halte ich beim Essen meine Klappe … zumindest unter Fremden …
Genau in dem Moment wo ich mir einen riesigen Feta-Käse-Knödel (auf Kürbis-Zucchinigemüse … sehr lecker) in den Mund geschoben habe, fragt mich mein Sitznachbar … weiß ich jetzt gar nicht mehr … hastig kaue ich, schlucke runter und gebe die Antwort … Nun fragt er mich schon wieder etwas, während sein Essen in seinem Mund herumrollt … Lecker … zumal nicht unerhebliche Teile seines Menüs am Tablett (Gott sie dank – seinem) landen. Dies zieht sich nun eine halbe Stunde lang hin, ich schiebe Essen in meinen Mund, er fragt mich etwas. Ich schlucke mein Essen runter, antworte. Er antwortet mit vollen Mund und verteilt sein Essen langsam aber sicher am gesamten Tisch … Ich stelle fest, ich mag ihn nicht …

Aus mir unerklärlichen Gründen, wählt mein „Kantinensitznachbar“ nun auch im Schulungsraum den Platz neben mir … toll. Aufgrund bereits leicht angehauchter Antipathie ihm gegenüber, komme ich nicht umhin während der Schulung so ziemlich alles zu bemerken, was dieser Mensch macht. Aber eigentlich auch logisch, mein Gehirn hat ihn als „Gefahr“ eingestuft, dass passiert nun einmal wenn Antipathie ins Spiel kommt.

Die nächsten Stunden machen es nicht besser. Er ist zu cool oder zu beschäftigt um den verschiedenen Vortragenden zu folgen. Rennt mehrmals raus telefonieren, jedes Mal höre ich: Grias di … also vermutlich kein geschäftlicher Anruf… Spielt am Handy oder auf seinem Tablet rum … Moment, surft der grad echt durch die Media-Markt Seite?

Und dann? … Dann niest er, lautstark – ist ja ok, passiert jedem Mal. Brav sagen alle Menschen in seinem Umfeld: Gesundheit … Er sagt weder danke noch sieht er von seinem Handy auf … Als er das zweite und dritte Mal niest, dasselbe Spiel … Wenigstens hält er sich die Hand halb vor …

Übrigens, seit geraumer Zeit gehört es zum guten Ton sich zu entschuldigen, wenn man niest, davon halte ich allerdings nicht viel … Sich für eine „Schutzkörperfunktion“ entschuldigen?

Endlich neigt sich die Schulung dem Ende, nun muss ich erwähnen dass wir zwischenzeitlich den Standort wechselten, zu der Tochterfirma in der ich stationiert bin. Endlich entspanne ich etwas, sehe ich nun lauter vertraute Gesichter in den Vortragenden … Da kommt mein neuer „bester Freund“ zu mir und sagt: „Madl, du weißt wo’s hier aufs Klo geht?“ … ??? Ähm ja, wir sind per du? Aha, hab ich da was nicht mitbekommen ??? …. „Ja Burli, ums Eck zweite Tür links“, meine Antwort … Oh Mann …

Morgen werde ich in jedem Fall deutlich früher zur Schulung fahren und mich sehr fern von diesem Typen halten …

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