Einschulungstag Part II – Facebook-Poser, Feuer und Sympathie

Mein Plan ging natürlich nicht auf, noch gestern Nachmittag entfernte ich meine Mappe vom Sitzplatz in der Nähe, des Kollegen der in mir eine reine Antipathie-Welle auslöste. Hat er es mitbekommen? Wollte er auch nicht mehr neben mir sitzen? (Was ich, eingebildet wie ich bin … Nein aufgrund weiterer Vorkommnisse ausschließe) In jedem Fall saß ich heute wieder in seiner Nähe … Juhu.

Aber wenigstens gab es einen „Puffer“ zwischen uns, zwei Kollegen waren erst heute zu uns gestoßen und einer davon hatte sich auf den von mir erwählen Platz gesetzt … Zum Glück …

Aber fangen wir von vorne an, bevor ich mich auf Mister Antipathie einschieße. Obwohl, viel gibt es zum „allgemeinen Schulungstag“ nicht zu sagen … Nur zwei Dinge haben mich, mit meiner grenzenlosen Spießigkeit „genervt“. In unserer Branche wird Industrie-Hanf benützt … Wie so oft gab es kollektives Gelächter als das Wort „Hanf“ fiel, irgendwie denke ich mir jenseits der 20 sollte das Wort „Hanf“ nicht mehr lustig sein … Zumal Industrie-, oder auch Nutzhanf nichts mit Hanf als Rauschmittel zu tun hat …

Das zweite was mich störte, heute war der Teil meines gewählten Platzes beleuchtet – gestern nicht. Zudem saß ich ziemlich genau vor den jeweiligen Vortragenden, was sie, verständlicherweise, dazu animiert mit mir zu kommunizieren. Wovon ich ja, wie erwähnt, nicht wirklich ein Fan bin …
Aber ich und Vortragende, dass ist so etwas wie das „Katzen-Menschen-Ding“, wenn Menschen Katzen nicht mögen, gehen Katzen immer mit Vorliebe zu ihnen. So ist das auch mit mir und Vortragenden in Schulungen.

So wünschte sich ein Vortragender das ich Tür spiele, wovor mich ein anderer Kollege bewahrte – Danke!

Nun kommen wir zu Mr. Antipathie: Da „ein Puffer“ zwischen uns saß, war seine Nähe schon mal leichter zu ertragen (wie das jetzt klingt, aber jeder der mal auf engen Raum mit einem Mensch war den er nicht mag, kann diesen Satz wohl nachvollziehen).

Natürlich war er wieder viel zu cool um sich bei den neuen Kollegen z.B. vorzustellen oder den Vortragenden zu folgen … Wieder spielte er Abwechselnd mit Handy und Tablet, irgendwann verließ er den Raum sogar für 30 Minuten ohne Handy, Tablet oder Unterlagen, was er machte? Ich will es gar nicht wissen.

Bedauerlicherweise kam er in der Pause vor dem Vortrag über Brandschutz retour. Der Typ war gestern kaum da und heute kaum da, gesprochen haben wir auch nicht wirklich miteinander, da muss er feststellen … hach keine Ahnung, ich wollte es mir merken, was er von sich gegeben hat, hab ich aber nicht … In jedem Fall kam dann von ihm „Stille Wasser sind tief“, auf meiner Zunge lag „und laute Oberflächlich“ … ich schluckte es runter aber mein laut ausgesprochenes „und manchmal gefährlich“ war vermutlich ohnehin nicht besser …

Der Vortrag über Brandschutz wurde mit Videos unterstüzt, vermutlich haben schon viele das berühmte „Christbaum-abbrenn-Video“ gesehen? Zusätzlich gab es einen „Film“ der Feuerwehr, wobei selbige eine brennende Kerze auf eine herkömmliche Wohnzimmercouch legten. Eine Uhr lief mit um zu verdeutlichen wie schnell der Brand sich ausbreitete und ebenfalls wurde die gemessene Temperatur dazu angezeigt, welche tatsächlich ziemlich bald beachtliche Höhe erreichte …

Während des zweiten Videos, fragte der Vortragende einige Male nach, wer sich jetzt noch löschen trauen würde … Irgendwie fand Mr. Antipathie es witzig zu sagen, dass er seine Freundin zum Löschen benützen würde … Ha ha … Ein „Mann bist du ulkig“, kam über meine Lippen, wobei ich das gar nicht wollte, ist ja eh klar das seine Freundin aus Gummi besteht, oder?

Kurz vor der Mittagspause war er (endlich) wieder verschwunden, danach tauchte er auch nicht auf. Was mich dazu verleitete den Kollegen, welcher nun neben mir saß zu fragen ob er wisse wo „Mr. Superstar (= Mr. Antipathie)“ abgeblieben wäre … Er lachte … yeah, ein Verbündeter, er mochte ihn auch nicht …

Wir mussten in den EDV Schulungsraum wechseln, aufgrund von Platzmangel lehnte ich mich hinten an einen Tisch. Eine viertel Stunde nach Vortragsbeginn tauchte „Mr. Antipathie“ auf. Vorerst stellte er sich schräg hinter mich. Pfui, Gott sei Dank wechselte er ziemlich bald auf den einzigen freien Stuhl neben der zweiten Reihe … Natürlich spielte er wieder an seinem Handy rum … Oh Süß, er schaut sich Fotos von sich selbst auf seinem Facebook Account an zoomt groß auf, studiert sein eigenes Antlitz akribisch … Nun bin ich sicher das seine Freundin aus Gummi ist …

Im nächsten Teil werden wir durch das Lager geführt um auch die Logistik unseres Unternehmens besser kennenzulernen, so etwas liebe ich übrigens … Stundenlang könnte man mich in einem Lager herumführen. Stapler, Förderbänder, LKW-Laderampen und jede Menge „Teile“ – herrlich …

Schließlich kommen wir im Verkaufsraum an, es wird nun Pause gemacht, damit man sich auch etwas umsehen kann. Obwohl ich versuche Mr. Antipathie aus dem Weg zu gehen, rennt er natürlich an mir vorbei und „muss“ mich fragen ob ich einen Kaffee möchte … „Von dir würde ich nicht einmal einen Cent annehmen wenn ich ein Bettler wäre“, liegt mir auf der Zunge, aber es kommt nur ein höffliches „Nein“ heraus, allerdings mit einer Würgebewegung als er an mir vorbei ist … „Mein Verbündeter“ sieht es und lacht, er versteht mich …

Da wir beide zu einem Tochterunternehmen gehören, dass bei den gesamten Vorstellungstagen etwas zu kurz kam, kommen wir ins Gespräch. Auch über Marketing, welches in unserem Betrieb auch etwas zu kurz kommt. Er trifft den Nagel auf den Kopf, genau mein Thema, sofort würde ich in einer Marketingabteilung anfangen. Nur leider kommt man, trotz Studium, nur sehr schwer in eine Marketingabteilung rein … Dafür muss man nämlich Xingen und Linked Innen und was weiß ich noch alles …

Er ist das genaue Gegenteil von Mr. Antipathie und so „nerve“ ich ihn jetzt vermutlich mit meinem Marketingtraum, erzähle ihn von privaten Veranstaltungen die ich organisiere und zeige ihm (stolz) einige Bilder aus meiner Mappe, in der sich verschiedene Logos, Grafiken, Flyer und Bilder, welche von mir stammen befinden. Zum Glück ist mein Körper zu dem Beitragsbild von Criticalpixie on Vacation, in der Mappe weitestgehend abgedeckt … Stolz erzähle ich das ich nämlich mangels „Personal“ alle Fotos von mir mit Selbstauslöser schieße und anschließen den Hintergrund bearbeite … Was bei dem Bild eine dezente Herausforderung war und eine verstauchte Zehe nach sich zog …

Eines Tages wird mein Traum vom bezahlten Marketing sicher wahr, ich muss nur fest daran glauben … In jedem Fall schloss ich den heutigen Tag mit einer Bereicherung ab … Auch mein Liebster musste sich meinen Begeisterungssturm über diesen Kollegen zuhause anhören, denn so schnell empfinde ich äußerst selten für jemanden Sympathie …

Fazit mit den richtigen Kollegen macht eine Schulung dann doch auch Spaß …

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