Die Frau in Schwarz, wenn Landstriche nur bei Ebbe erreichbar sind …

Im Horrorfilm die Frau in Schwarz, ist der zentrale Ort des Geschehens, eine Villa auf einer „Insel“, welche nur bei Ebbe erreichbar ist. Der junge Anwalt Arthur Kipps, deckt das schaurige Geheimnis des Spuks in der Villa auf. Der Sohn des Geistes, der Frau in Schwarz, kam bei einem Unfall im Moor, während der Zufahrt zur Villa, ums Leben …

Gedreht wurde der Film in England, als Zufahrtsstraße zur Villa wurde der, tatsächlich nur bei Ebbe befahrbare Weg nach Osea Island bei Essex in Ost England verwendet. Eine Villa findet man auf dieser Insel allerdings nicht, dafür ein Therapiezentrum für Suchtkranke, in welchem auch Amy Winehouse behandelt wurde … Aber es gibt einen Ort, welcher den Umständen im Film überraschend nah kommt und eine bewegte Vergangenheit in sich birgt:

Die Mont-Saint-Michel Abtei in der Normandie, Frankreich:

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Sie bietet nicht nur ein imposantes Kloster mit einer Stadt unterhalb, sondern ebenfalls einen Zufahrtsweg der nur bei Ebbe frei lag. Was aber einen sicheren Weg noch immer nicht garantierte, Treibsand und eine rasant einsetzende Flut zwangen Mönche und Bewohner der „Insel“ ihren Weg bei Ebbe schnell zurückzulegen. Nicht wenige wurden damals Opfer dieser Umstände.

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Bis heute bestehen diese Gefahren, weshalb für Besucher ein eigener Pier gebaut wurde, welcher jedoch bei besonderen Ereignissen, wie der Sonnenfinsternis am 20. März 2015, ebenfalls teilweise geflutet wird …

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Aber auch die restliche Geschichte dieses Bauwerkes ist interessant:

Im 8. Jahrhundert trug die „Insel“ noch den Namen Mont-Tombre, was übersetzt Grabhügel bedeutete. Die Bewohner der näheren Umgebung wählten diesen Namen, da die „Insel“ einem Grabhügel nunmal ähnlich sieht.

Die Legende erzählt, dass der Erzengel Michael dem Bischof Aubert von Avranches um 708 erschien und selbigen aufforderte ein Kloster an diesem Ort zu errichten, weil er es nicht tat, brannte ihm der Engel ein Loch in den Schädel.
Schießlich errichtete Aubert um 709 eine Art Kapelle auf der „Insel“ um dem Erzengel zu besänftigen.

Um 867 herum, suchten Wikinger die Insel bei ihren berüchtigten Raubzügen heim. Bis 867 die Briten die Insel übernahmen und die Nordmänner bekämpfen konnten.

933 nahmen die Normannen (Skandinavier, von den Normannen spalteten sich übrigens die Wikinger als „Teilgruppe“ ab), eine Halbinsel in der Nähe ein, was Mont-Saint-Michel zu einem strategisch wichtigen Punkt werden ließ.

Erst im 13. Jahrhundert, als die Normandie wieder zu Frankreich gehörte, wurde das Kloster im gotischen Stil erweitert um- und ausgebaut, dies ermöglichte der damalige König Philippe Auguste.

Von 1423 bis 1434 belagerten die Briten Mont-Saint-Michel, zwar konnten sie die Insel nicht einnehmen, aber die Ortschaft darunter wurde hierbei fast vollständig zerstört.

Mit einsetzen der Reformation ging es mit dem Kloster bergab, die letzten Mönche verliesen schließlich um 1790 die Insel. Während der französischen Revolution (1789 bis 1799) wurde aus der ehemaligen Abtei ein Gefängnis. Bald erhielt das ehemalige Kloster, dass auch als Pilgerstätte diente, den Ruf eines der abscheulichsten Gefängnisse Frankreichs. Die Menschen im Dorf darunter waren vollständig verarmt, niemand legte Wert auf Beziehungen mit dieser „Insel“ …

1836 entdeckten Romantiker den Ort für ihre Gedichte wieder, vielleicht wurde das Gefängnis auch deshalb im selben Jahr geschlossen. Es wurde zum Denkmal erklärt und quasi dem Verfall überlassen.

Erst 1872, befasste sich der Architekt Eugene-Viollet-le-Duc mit einem umfassenden Restaurierungsobjekt, die dafür notwendigen Arbeiten sind bis heute noch nicht fertig abgeschlossen. Obwohl nicht wenige Architekten 20 bis 25 Jahre (ein damaliges Berufsleben), mit der Restaurierung betraut waren…

1879 wurde der Damm, auf welchem der heutige Pier steht, fertig gestellt. Seit 1966 lebten wieder Mönche in dem Kloster. Heute sind es die Brüder und Schwestern der Gemeinschaft von Jerusalem.

Lage und auch Geschichte dieser „Insel“ bieten wohl genug Stoff für einen Horrorfilm, wie „die Frau in Schwarz“ … Vielleicht irrt ja noch manch gequälte Seele um und auf der Insel herum … ?

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