Von Manspreading und Vulva-Handtaschen

Ein neuer Trend beweist, zumindest mir, mal wieder: Schlimmer geht’s immer …

Was Manspreading ist? Wenn die Herren der Schöpfung in öffentlichen Verkehrsmitteln ihre Beine derart weit auseinander spreizen, dass sie 2 Sitzplätze einnehmen. Dies hat nun natürlich weder etwas damit zu tun, dass Männer meist etwas größer sind, ihre Beine nicht auf den Sitzen der öffentlichen Verkehrsmitteln aufliegen und eine etwas weiter auseinander gestellte Position für sie einfach bequemer ist. (Oder es aufgrund der eventuell falschen Unterwäschewahl kneift). Sondern schlicht und ergreifend damit, dass Frauen sich unscheinbar geben müssen und nicht so unbeschwert sein dürfen wie Männer …

Zumindest sieht dies Rachel Feinberg, Designerin für Damnsel so, sie studierte Fahrgäste in der U-Bahn und stellte fest, dass (natürlich alle) Männer mit weit gespreizten Beinen da saßen und (natürlich alle) Frauen, mit überschlagenen Beinen und ihren Handtaschen auf den Knien versuchten sich unsichtbar zu machen …

Die Lösung, eine Handtasche mit einem 3D Abbild der weiblichen Vulva …

„Uns Frauen wird von klein auf eingetrichtert, dass wir uns nicht so unbeschwert geben dürfen, wie Männer,“ …. „Ich weiß nicht, warum wir nicht denselben Luxus besitzen. Sind weibliche Körperteile etwa anzüglicher als ein Penis?“.

Sagt sie in einem Interview zu ihrer Handtasche, welche nun der letzte Schrei ist. Die Sängerinnen von Pussy Riot, Beyonce und Transgender-Model Andreja Pejic haben sie bereits …

Die Handtasche mit dem weiblichen Geschlechtsteil soll Frauen erlauben, mit überschlagenen Beinen und eleganter Attitüde (?) dem männlichen Gegenüber klar zu machen, dass es hinsichtlich der Geschlechterrollen ein soziales Umdenken geben muss … Natürlich müssen im Look-Book alle Models mit der Tasche nackt sein, dass ist Emanzipation …

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Gleich der nächste Aufschrei, lies Instagram den Account des Labels sperren. Die Tasche sei zu anrüchig, das Gegenargument, nein es ist Mode … Na gut, dann her mit der Penis-Tasche für den Mann …

Zu aller erst müsste man wohl sagen, dass „Manspreading“ vermutlich, in den meisten Fällen, nichts mit demonstrieren von irgendwas zu tun hat. Ich bezweifle, dass sich wirklich der Großteil der Männer in der U-Bahn denkt: „So jetzt die Beine ganz weit auseinander, damit jeder sieht, da hängt was …“ Das es jedoch nicht die feine Art ist, ist keine Frage …

Dann fallen mir die Damen der Schöpfung ein, zu der Zeit als ich noch mit der U-Bahn fuhr, die aus selbiger einen Kosmetik-Salon machen. Denen ist es auch ziemlich egal, ob sie dich mit Ihrem Ellenbogen, während dem Bürsten verkloppen oder dir mit selbigen beim Auflegen vom Make-Up zu nahe kommen. Oder zig Einkaufstüten um sich herum stapelten. Handtaschen so groß wie Sporttaschen auf den Sitzplatz neben sich stellen, oder zwischen sich und einen anderen Fahrgast quetschen …

Frauen die Dehnungsübungen in der U-Bahn machen oder die Haltestange als Polestange „missbrauchen“, auch dafür gibt es genug Beispiele auf Google, ebenso viele wie für „Manspread“ …

Selbst hatte ich als Frau, jedoch auch nie das Problem ohne überschlagene Beine irgendwo zu sitzen und meine Tasche zwischen meine Beine am Boden zu stellen. Wenn ich gehässig sein darf, im Miniröckchen bzw. wenn der Rock im Sitzen über die Knie rutscht, empfiehlt sich eine solche Beinstellung natürlich nicht …

Und wo ist die Gleichberechtigung im Sommer? In der Arbeit laufen etliche Damen herum, die eigentlich wirklich nur das notwendigste anhaben, während die Männer in Anzügen schwitzen dürfen … Eine Frau in einer hohen Position kann ohne Probleme im Knielangen Rock und kurzärmeliger Bluse herumlaufen. Von einem Mann in einer hohen Position wird noch immer Anzug und Krawatte erwartet. Selbiges gilt für Personen im Verkaufsaußendienst …

… Zurück zum Thema …Ein wirksames Mittel gegen rücksichtlose Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln? Den Mund aufmachen. Ich habe keinerlei Problem damit Leute die mir zu Nahe kommen, darauf hinzuweisen, dass ich Abstand möchte und wenn sie einen freundlichen Hinweis nicht verstehen wollen, hilft meist die „Revolver-Schnauze“ … Und wenn man eine derartige Tasche braucht um sich seiner Weiblichkeit bewusst zu werden und diese auch nach außen zu tragen, liegt es vielleicht an einem selbst…?

Leichter, als mit einer derartigen Tasche, wäre es wohl wenn wir uns alle daran halten … obwohl … herrje Frauen werden mit überschlagenen Beinen und Männer mit auseinandergestellten dargestellt …

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