Sleepy Hollow, wenn kopflose wandern

Mehrfach wurde ich gebeten, anlässlich der Halloween-Reihe, doch über den kopflosen bzw. hessischen Reiter zu schreiben, wie er in Sleepy Hollow heißt … Allerdings wollte ich, unheimliche Filme mit wahren Begebenheiten verknüpfen. Weshalb die Sagengestalt des kopflosen Reiters, bis heute, nicht dazu passte … denn heute fand ich eine wahre Geschichte, die sich Verknüpfen lässt … unermüdlich habe ich gesucht, denn es ehrt mich wenn ich einen Beitragswunsch bekomme …

In „Sleepy Hollow“ soll der hessische Söldner, Ichabod Crane, welcher Enthauptet wurde, als Wiedergänger eine Kleinstadt in Schrecken versetzten. Ein Ermittler wird gesandt und tatsächlich steht dieser bald einem kopflosen Mann auf einem staatlichen Pferd gegenüber. …

Der Film beruht auf einer Geschichte von Washington Irvin (Schriftsteller), wobei hier Ichabod Crane der Ermittler ist, dessen Figur vermutlich wage auf der realen Person, US-Offizier Ichabod Crane beruht …

Tatsächlich wurden Deutsche, Hessen (genannt „The Hessians“), für den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg von den Briten rekrutiert. Wobei wiederum interessant ist, dass die Sage um den Kopflosen Reiter im Reihnland (Deutschland), zu welchem auch Hessen zählt, weit verbreitet war. Nachts kam er, galoppierte aus seiner Gruft und tötete seine Opfer mit einer Berührung seiner Hand.

Im Reihnland galten sie als Wiedergänger, welche für eine bestimmte Sünde büßen musste. Komplett in schwarz waren sie gekleidet, auch ihre Pferde waren schwarz. Jedoch konnten kopflose Reiter durch ein Gebet oder einem Gruß, in welchem Gott oder Christus genannt wurde, erlöst werden und durften im weißen Leichentuch zum Himmel auffahren … (daher vermutlich auch „Grüß Gott“, diesen Gruß gibt es außer bei uns nämlich nur noch in Irland, wo es eine ähnliche Sagengestalt gab …)

Und eine weitere Legende gibt es über einen Piraten … Klaus Störtbecker, Seeräuber soll in Hamburg hingerichtet worden sein. Durch Enthauptung. Auch seine Crew sollte hingerichtet werden, jedoch soll der Bürgermeister gesagt haben, jeder Mann, an welchem der Enthauptete (Klaus Störtbecker) noch vorbeigehen würde, solle verschon werden. Tatsächlich soll der kopflose an 73 seiner Crewmitglieder vorbeigelaufen sein, bevor ihm der Schafrichter ein Bein stellte …
Der Bürgermeister hielt sein Versprechen natürlich nicht ….

Mehrere Geschichten gibt es, welche Besagen, dass kopflose Soldaten noch einige Minuten weiter gekämpft haben sollen oder ihren Vorgesetzten noch, kopflos, Meldungen überbrachten … Es ist erwiesen, dass es noch letzte Zuckungen der Nerven und somit der Körperteile gibt, nachdem eine Person enthauptet wurde … Einige Minuten dürften allerdings übertrieben sein, einen Nachweis konnte man jedenfalls nicht erbringen. Maximal 30 Sekunden (was trotzdem eine beachtliche Zeitspanne ist) soll sich ein „verkrampfter“ und mit Adrenalin vollgepumpter Körper noch ohne Kopf aufrecht halten können. Wissenschaftler schließen nicht aus, das „bereits programmierte“ Armbewegungen oder ein „Geradeauslauf“ in dieser Zeit „fertig gestellt“ wird, denn lange bevor wir den Arm heben um ein Glas Wasser zu nehmen, hat das Gehirn den Impuls bereits geschickt …

Nun zur wahren Geschichte, die allerdings für Gruselfans wohl eher unspektakulär sein wird …

Am 10.September 1945 in Colorado, hat die letzte Stunde für „Mike“ geschlagen. Er wird zu einem Pflock geführt, eine Axt saust auf seinen Kopf hernieder und trennt diesen von seinem Körper … Mike läuft (ohne Kopf) davon. Erst 2 Jahre später stirbt er …

So jetzt muss ich die Spannung zerstören, zumal obiger Absatz sehr grausig klingt wenn man an einen Menschen denkt …

Mike, war ein Hahn. Sein Besitzer wollte ihn an diesem Abend zum Essen servieren … Allerdings verfehlte er mit dem Axthieb, das Stammhirn sowie ein Ohr des Hahnes, ein Blutgerinnsel verhinderte das der geköpfte Hahn ausblutete… Jede Menge Schwein gehabt, der Hahn …

Mike wurde zu einer Attraktion und so kümmerte sich der Bauer, welcher in gerade noch Essen wollte, liebevoll um den Gockel. Mit Pipette und Spritzen verabreichte er ihm Nahrung und Wasser. Langsam lernte der Hahn sogar wieder auf Stangen und Äste zu fliegen und zu balancieren. Selbst Krähen wollte er noch, was allerdings in einem heißeren Gegurgel endete …

Für 25 Cent konnte man den Hahn besichtigen, was dem Bauer einen Zusatzverdienst von 45.000 Dollar, pro Monat bescherte, nachdem auch eine Zeitung darüber berichtet hatte …

Leider löste dies aber auch eine Welle von Nachahmern aus, zahlreiche Hühner wurden in der Hoffnung geköpft einen zweiten „Mike“ zu erhalten, was aber nicht funktionierte … (Deppen) …

Schließlich starb der Hahn 1947 im Zuge einer Verkühlung, er erstickte an Schleim, welche seine Besitzer wohl nicht rechtzeitig entfernten … Eigentlich ziemlich unspektakulär für einen Hahn, der seine eigene Enthauptung überlebte…

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ACHTUNG, es folgt ein Bild des Tieres mit abgetrennten Kopf – sicher nicht für jeden was, in Schwarz Weiß

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Mike, der kopflose Hahn

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