Gedanken beim Laufen, Privilegien, Jäger und „Nein Schatz ich bin nicht böse“ ….

Endlich war es soweit, heute war ich laufen, dass erste Mal diese Woche. Ich weiß, eigentlich wollte ich bereits gestern laufen gehen, als sich dann mein „Galan“ jedoch, unerwarteter weise, für circa sechs Uhr abends ankündigte viel das Laufen flach … Gefreut wie ein kleines Kind habe ich mich, ob dieser Botschaft …

Der Wind pfiff uns um die Ohren, zumindest auf der Hälfte der Strecke, dennoch waren ich und meine hündischen Begleiter höchst motiviert, schließlich war es auch für die Hunde der erste Lauf in dieser Woche, davor mussten sie ihre Energie mit „Stöckchen werfen“, Suchspielen und „kurzen“ Spaziergängen abbauen. Trotz ihrer, mittlerweile fast, neun Jahren reicht dies wohl immer noch nicht aus um sie auszulasten … Es ist wortwörtlich ein Hund, mit der Gewohnheit …

Sobald wir aufs Feld abbiegen, was normalerweise noch innerhalb des ersten Kilometers passiert, darf ich etwas abschalten, muss mich nicht mehr auf vereinzelte Autos oder Radfahrer konzentrieren, beide bevorzugen nämlich die asphaltierte Straße … Sagenhaft, welche Gedanken sich während einem Lauf im Kopf abspielen, ohne das es einen dabei, vor lauter Denken, hinlegt …

Kurz dachte ich an den „geretteten“ Hasen und ob er mir heute wohl begegnen würde. Ebenfalls dachte ich daran, dass wir heute den ulkigen Dachs wohl nicht sehen würden, diesen treffen wir nämlich meist nur in den Morgenstunden an. Ulkig weil wir, mittlerweile nicht mehr von ihm „angefaucht“ werden, ignoriert werden wir aber auch nicht, kreuzt er unseren Pfad, meist von dem einen Wäldchen über die asphaltierte Straße zum anderen Teil des Wäldchens, wird er, ob unseren Getrampels, auch ein wenig schneller und „murmelt“ uns an, vermutlich ist es kein „murmeln“ sondern eine Art „Schlaf-dämmer-gemecker“ …. Ich schmunzelte als ich daran dachte …

Nun pfiff mir der Wind fast die Kappe vom Kopf, die Tränen aus den Augen und brachte auch meine Nase etwas zum Laufen, passend eigentlich … Läufer mit laufender Nase … Der nächste Windstoß, er brachte mich kurz aus dem Tritt, meine Hunden klappten ihre Ohren an und duckten sich, interessant wie windschnittig so ein Hund dann scheint, wenn man hinter ihm läuft und welche „Intelligenz“ er damit zeigt, je „kleiner“ und flacher er ist, desto weniger Angriffsfläche hat der Wind, zumindest von vorne. Dazu noch ihr Allradantrieb, neben dem Wind kämpfe ich auch mit etwas Matsch am Feld, nicht nur, dass die Füße hier und da seitlich wegrutschen, nein, es sammelt sich auch ein nicht unerheblich schwerer Klumpen an Matschabsatz am Schuh … Juhu … Ob es sehr schräg aussehen würde, wenn ich ebenfalls auf allen vieren laufen würde …?

Noch eine Windböe, wir befinden uns zwischen Kilometer eins und zwei, mir wird etwas kühl, sehnsüchtig denke ich an das winddichte Shirt, welches ich daheim gelassen hatte, bei den Temperaturen hätte ich nicht geglaubt es zu brauchen, aber Kälte beflügelt das Durchschnittstempo, dies konnte ich in den ganzen neun Laufjahren herausfinden … Besonders wenn der Gedanke an eine warme Dusche lockt.

Eine Welle der Dankbarkeit durchfliest mich, mal wieder, eigentlich ein unfassbarer Luxus heimzukommen, die verschwitzen Sachen über ihren Ständer im Bad zu hängen und dann gleich unter die heiße Dusche zu dürfen … Ohne vorher Wasser händisch aufkochen zu müssen, so wie es zum Beispiel meine Mutter in ihrer Jugend noch manchmal machen „durfte“.

Ich werde ja nicht müde zu betonen, wie gut ich, oder besser gesagt wir, es haben, besonders wenn ich vermeintlichen Neid auf Reichtum bemerke und nachdem mein alter Warmwasserboiler dieses Jahr, nach einem Lauf, den Geist aufgab und ich kalt duschen musste, weiß ich diesen Umstand, heißes Wasser zu erhalten wenn ich den Hahn in Richtung Rot drehe, fast noch mehr zu schätzen … Und meinen „Galan“, der während ich meine Kaltdusche hinter mich brachte, einen neuen Boiler holte und selbigen binnen dreißig Minuten einbaute …

Kurz denke ich nun ans abendliche Kuscheln mit meinem „Galan“, bis ich am Feld etwas erspähe was mich nicht erfreut … Jäger, gar nicht so wenig, mit freilaufenden Hunden, zwar ein gutes Stück weg, aber genau auf der Route, die ich für die vorgenommenen Kilometer brauche. Ich beginne mich zu ärgern, weniger über die Tatsache des Jagens, ich erkenne durchaus eine Notwendigkeit zum dezimieren eines Wildbestandes, aufgrund mangelnder natürlicher Feinde an, sondern mehr über das Unterlassen der Anbringung von Warnschildern, wie es bis dato üblich war … Dieses Jahr ist es das dritte Mal das ich unerwartet Jägern begegne. Mitunter könnte dies schlecht für die Gesundheit enden, aber es hebt die Durchschnittsgeschwindigkeit des Laufes deutlich an, da ich auf dem nächsten Kilometer ordentlich Fersengeld gebe um „davonzukommen“ … Die Hunde müssen „galoppieren“.

Was mich daran erinnert als ich voriges Jahr, wohlmöglich aufgrund des dichten Nebels, einen Warnhinweis übersah, so erspähte ich (im Nebel) plötzlich einige Fahrzeuge am Feld … Ich verlangsamte mein Tempo und überlegte kurz was ich tun sollte, bis es schräg hinter mir knallte, da gab ich dann auch Fersengeld … Was Adrenalin ausmacht, satte zwei Kilometer brachte ich mit etwas über 16 km/h hinter mich … Eine Geschwindigkeit, welche ich seither bis dato nie wieder schaffte, zumindest nicht über zwei Kilometer …

Endlich daheim, kurz bleibe ich mit den Hunden im Garten, in der Hoffnung ihnen die Unterwolle ausbürsten zu können, da sich das Wetter dazu entschlossen hat uns nächste Woche nochmals zehn Plusgrade zu bringen, entledigen sich meine Hunde nämlich dem wärmenden Fell bereits … Sie, die Hunde lassen es nicht zu, ein Bürsten, zwingen will ich sie auch nicht. Also rein und ab unter die warme Dusche …

Mein „Galan“ hat mir wieder den Duschkopf verstellt … Was für mich „Hobbit“ nun Streck- und Balancierübungen bedeutet … Dabei kommt mir in den Sinn „Nein Schatz, ich bin nicht böse …“, dazu aber erst morgen mehr …

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