Vorweihnachtliche „Sinnkrise“ …

Weihnachtsstimmung ist bei mir so eine Sache, sie kommt nicht recht auf und wird von vielem überschattet … Und fast jedes Jahr, so auch vor kurzem höre ich, mal wieder, dumme Klischees wie „Ja bei Menschen ohne Kindern ist das immer …“. Nein, daran liegt es nicht …

… Es liegt am Verlust eines geliebten Menschen, danke fürs aufreißen einer Wunde, mit unüberlegten Äußerungen … an dieser Stelle. Obwohl man es Mensch wohl nicht übelnehmen sollte, kann ja keiner Wissen. Ein abwenden von Klischees und eine gewisse Vorsicht bei Verallgemeinerungen, traten auch nur durch Entscheidungen und den Lehren daraus in mein Leben.

Wie bei vielen, sind so manche meiner Entscheidungen und Handlungen durchaus ein kritisches Hinterfragen wert, allerdings, wenn ich zurückblicke an die Situationen und die Konsequenzen die ich daraus gezogen habe, würde ich es wohl dennoch nicht anders machen, könnte ich in der Zeit zurück gehen. Mag ich den Menschen der daraus geworden ist dann doch ein wenig und mein „Galan“ würde wohl auch nicht neben mir sitzen, wäre es anders gekommen …

Gestern Abend überraschte mich eine, unerwartete, großzügige Geste mir gegenüber völlig. Macht mich bis heute sprachlos und etwas nachdenklich … Aber mein „Galan“ wäre nicht mein „Galan“, wenn er daraus nicht etwas zum Lachen machen würde …

Als wir spätabends, gerade noch rechtzeitig zur Raubtierfütterung nach Hause kamen, legte ich das großzügige Geschenk in die Küche, in einem Behältnis, ermahnte meinen „Galan“ noch darauf aufzupassen. Fütterte die Hunde … Das Behältnis war fort … im Mistkübel … dorthin befördert von meinem „Galan“, was ein Kramen im Müll nach sich zog, da mein Galan noch anderen Müll über dieses Behältnis geleert hatte … Man(n) verzeihe mir, aber, MÄNNER! …. Oder die Schusseligkeit hatte mal wieder obsiegt … Wie heute Morgen, als ein weiteres Mal eine Kaffeetasse nicht den Weg unter den Auslas der Kaffeemaschine fand … anscheinend wird dies nun Gewohnheit, was mir zeigt, ich sollte zumindest zur selben Zeit aufstehen wie mein „Galan“ und mich um den Kaffee, vor dem Gang ins Bad kümmern ….

Dennoch löste die Großzügigkeit eine kleine „Sinnkrise“ aus, obwohl Dilemma wohl eher das korrekte Wort wäre. Ermahnt es mich einmal mehr dankbar zu sein, für das was ich habe, denn auch wenn nichts perfekt ist, aber was ist schon perfekt, habe ich es gut in meinem warmen Knusperhäuschen, dass ich so wie heute auf Knopfdruck beleuchten kann, wenn das Tageslicht nicht ausreicht und eine heiße Dusche meine verspannten Muskeln wieder lockert, alles auf „Knopfdruck“.

Sie, die Geste, ermahnt mich daran zu denken, als dies für mich manchmal nicht so selbstverständlich war … Ein kurzes Kapitel meines Lebens beinhaltet nämlich das Bewohnen eines „befestigten“ Wohnwagens, weder Wärme noch heißes Wasser, waren da auf Knopfdruck zu haben … Also denke ich unweigerlich an Menschen bei denen das soeben der Fall ist …

Seit Jahren, freue ich mich auf doppelte Gehälter, Weihnachts- und Urlaubsgeld, als es meinen „Galan“ noch nicht gab, wanderte ein Großteil davon in Futterspenden für ein nahegelegenes Tierheim auch zwei bis drei Winterpakete für Obdachlose gingen sich immer aus … „Essenreste“ von Partys am Wochenende gebe ich auch gerne an diverse soziale Stellen weiter, so blieb nach meinem Geburtstagsfest einiges von Partybrezeln, überdimensionale rustikal und süß gefüllte Brezeln, übrig … Am nächsten Tag abgegeben, zauberte es ein Lächeln in das Gesicht von Leuten, welche es nicht gewohnt sind, dass man sich um sie schert … einfach schön.

Verzettelt, in jedem Fall empfinde ich eine große Dankbarkeit und Freude ob der Großzügigkeit die mir entgegengebracht wurde, mein Auto schreit nach einem Service, komme ich nicht in die Arbeit, weil das Auto kaputt ist, hat niemand was davon, also muss ich dies wohl durchführen lassen, was mein Budget für Nächstenliebe, denn darum geht es doch eigentlich an Weihnachten, geschmälert hätte … Dies ist nun kein Thema mehr …

Übrigens bringt bei mir noch immer das Christkind die Spenden und nicht der nervige Weihnachtsmann … Der wie jedes Jahr plötzlich am Balkon meines Nachbarn hängt und mich wie jedes Jahr fürchterlich erschreckt, weil ich im dunklen beim Heimkommen ein paar Sekunden brauche, um zu bemerken das gegenüber niemand einbricht …

Jetzt hupfen die Hunde schon etwas wuselig um mich und meinen „Galan“ herum, sie wissen ganz genau, am Wochenende geht es jeden Tag eine Stunde nach dem Aufstehen raus … da sind wir gerade etwas in Verzug geraten … am frühen Abend geht es übrigens, endlich, zum Krampus, meine private Rache der Sith … wo wohl meine Ohrstöpsel sind … Oh oh mein „Galan“ steht soeben an der Kaffeemaschine … Ein „böser“ Blick folgt meinem; „Stell eine Tasse drunter“ …

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