Manfred Baumann – End of Line

Mit Fotografien hat sich Manfred Baumann einen Namen gemacht, ganze vier Bücher hat er nur über Stars herausgebracht. Natürlich auch ein Buch mit dem Titel „Nude“, welches Aktfotografien beinhaltet. Nun bringt er einen neuen Band heraus, doch diesmal stehen weder Stars, Landschaften oder Aktfotografien im Fokus …

Über ein Jahr führte der Fotograf regen Briefwechsel mit Insassen eines texanischen Gefängnisses, sie haben eins gemein, sie erwartet die Todesstrafe. Schließlich besuchte Manfred Baumann viele der Insassen persönlich und begann ihr Leben zu dokumentieren.

Diese, durchaus gewaltigen, Eindrücke veröffentlicht er nun im neuen Buch „End of Line“. Nicht ganz korrekt ist die, von Journalisten, dass Buch habe ich noch nicht gesehen, wiedergegebene Geschichte des durch Baumann begleiteten Alfred Pietro Jr. Laut Journalisten hätte er bis zum Hinrichtungstag seine Unschuld beteuert … Fakt ist das er bei dem ihm zur Last gelegten dreifach-Mord, tatsächlich zugab eine Person ermordet zu haben …

Allerdings zeigen Verfilmungen wie „Paradise Lost“, aber auch viele Dokumentationen, dass tatsächlich zumindest berechtigte Zweifel, an Ermittlungsmethoden, Verhandlungen und somit auch Schuldsprüchen bestehen.

Es steht für mich außer Frage, dass unter den, von Baumann, besuchten 40 Todeskandidaten, tatsächlich mindestens ein Unschuldiger ist … Ein weiteres Problem ist, die durchaus unwürdige Unterbringung der Insassen, keine Fenster sondern nur kleine Lichtschlitze, nur einmal pro Woche für eine halbe Stunde, allein im Innenhof, mehr Ausgang bekommen die Verurteilten nicht. Für Gegenstände in der Anstalt müssen die Häftlinge selber aufkommen, wer kein Geld hat, hat nicht einmal Klopapier …

„Das war wirklich ein sehr bedrückendes Gefühl. Dort sind ja die gefährlichsten Männer ganz Amerikas. Bei manchen war ich froh, dass eine Glaswand dazwischen war. Wobei ich finde, dass die Todesstrafe so was von veraltet und nicht zeitgemäß ist“, sagt Baumann über seine Zeit dort.
„Am meisten vermissen die Häftlinge aber Berührungen, das haben mir viele von ihnen erzählt. Niemand darf sie nämlich angreifen, nicht einmal die engsten Verwandten. Erst wenn sie tot sind, darf der Leichnam angefasst werden“, führt Baumann weiter aus.

Vermutlich werde ich mir den Band zulegen, dies ist das erste Werk von Manfred Baumann, dass mich persönlich neugierig macht …

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