Mit Jogginghose im Büro … Part II

… Da saß ich nun, in meiner Jogginghose, den ganzen Tag mit dem Schlaf kämpfend. Besonders nachdem, vermutlich auch aufgrund meiner Schilddrüse, das Muskel-Anti-Schmerz-Entspannungsmittel, gegen Mittags erneut eingenommen werden musste … Zweimal musste ich niesen, was in einem Schrei endete.

Kurz vor Dienstschluss beschloss ein Kollege mich zu besuchen, nachdem ich ihm eine Auswertung zukommen lassen hatte. Ich erschreckte mich fürchterlich, unfassbar wie sich manche Menschen bei Mucksmäuschenstille anschleichen können, dies endete auch mit einem kleinen Aufschrei, da ich zusammenzuckte. „Wie siehst denn du aus?“, mein Schrei war im offenbar egal, kurz klärte ich ihn über meinen Umstand auf.

Pünktlich war mein „Galan“ am Standort meiner Firma eingetroffen, bedauerlicherweise war aber die Eingangstüre bereits zugesperrt worden, was bedeutete ich musste meine Tasche und mich selbst alleine runterschleppen … Offenbar sah ich fürchterlich aus, immerhin erschreckte sich mein Galan als ich an die Scheibe des Autos klopfte. Übrigens, nie wieder beschwere ich mich über Kurvenschleicher, denn nach meinem ersten „Au“ in einer Kurve, durchfuhr mein „Galan“ die weiteren wie auf rohen Eiern.

Endlich zu Hause, beschloss ich mich, zumindest obenrum nicht umzuziehen. Mein „Galan“ bespaßte die Hunde im Garten und übernahm auch die Raubtierfütterung. Ein kurzes Gespräch folgte ob er denn nun Fußballspielen gehen würde oder nicht, nett wie er ist wollte er bei mir bleiben, was wir im Endeffekt als keine gute Idee erachteten. Zumal ich mich ohnehin bereits nach meinem „Steinschlaf“ sehnte.

Der allerdings war, im Gegensatz zu der Zeit im Büro, nicht so leicht zu finden. Egal wie ich mich auf die Couch setzte oder legte, es passte nicht. Ich fällte eine fatale Entscheidung, nämlich die mich auszuziehen und eine heiße Dusche zu nehmen … sagen wir ich hatte schon bessere Einfälle, eine ganze Stunde nahm ein Duschvorgang von zehn Minuten ein.

Nach dem Duschvorgang liebäugelte ich mit der wärmenden „Trauma-Salbe“, welche ich für die Teilnahme an einem Triathlon erhalten hatte. Meine Salbe welche ich sonst gegen Verspannungen anwende, war nämlich ausgegangen … Eine Stunde war nach dem Auftragen vergangen, nichts. Also legte ich nach und da eine neue Welle der Müdigkeit aufkeimte, lies ich die Hunde nochmal raus.

Tatsächlich funktionierte Sitzliegen nun, ziemlich bald schlief ich ein. Stunden später erwachte ich, mein Nacken brannte höllisch, ebenso die Finger … was heißt Finger, die ganze Hand  obwohl ich selbige nach Auftragen der Salbe dreimal mit Seife gewaschen hatte. Auch mein Ohr brannte, dass auf der anderen Seite des verspannten Nackens und meine Nase, offenbar hatte ich mich im Schlaf gekratzt.
Da saß ich nun und wusste nicht recht wie mir geschieht … Schon klar, Trauma-Salbe … Der Name scheint Programm, ich hatte ein wahrhaftes Schlaf-Salben-Brennen-Trauma  …

Irgendwann, nachdem ich zumindest Hand, Nase und Ohr mehrmals gewaschen hatte, schlief ich wieder ein, heute Morgen spürte ich den Nacken noch, aber er war bei weitem nicht mehr so schlimm wie gestern … Bis ich erneut niesen musste … Das tut noch immer weh. Mein „Galan“ hatte die Nacht in seinem Domizil verbracht. Bewegungsdrang machte sich in mir breit, doch nach dem ersten Ruck an der Leine war klar ein Spaziergang mit den Hunden würde ausfallen, bis mein „Galan“ bei mir ist.

So gab ich meiner nächsten Idee nach, ich könnte doch einen kleinen Lauf auf dem Laufband in Angriff nehmen. Kurzzeitig wollte ich bereits beim Schließen des Sport-BH’s aufgeben, aber nach einer viertel Stunde war es geschafft. Da stand ich nun am Laufband, trabte langsam vor mich hin … Dumm nur das nun der Kreislauf hochfuhr und mein Nacken erneut wie Feuer brannte … offenbar hat es diese Trauma-Salbe in sich … Aber ich beklage mich nicht, wenigstens konzentrierte sich das Brennen diesmal nur auf den Nacken.

Aber was soll ich sagen, natürlich folgte nach dem Lauf eine weitere heiße Dusche und tatsächlich ist der Nacken mittlerweile deutlich besser … Gebrannt hat er bis jetzt auch nicht mehr, aber ich habe meinen Nacken auch fast wundgeschrubbt um auch den letzten Rest der Salbe von mir zu bekommen …

Allerdings muss ich auch zugeben, dass das An- und Ausziehen eines Rollkragenpullis ohne meinen „Galan“ noch immer nicht funktioniert hätte …  Der, als er bei mir war meinte, heute siehst du im Gesicht besser aus …? Was wohl bestätigt, ich sah gestern fürchterlich aus … Ob der Kollege nun wirklich die Jogginghose mit „Wie sieht denn du aus?“ meinte? Hach, da bin ich zuviel Frau, ich wills gar nicht so genau wissen …

Übrigens schlich mein „Galan“ auch heute noch durch die Kurven und sah mich bei jeder Straßenunebenheit fragend an … „Tja Schatz, ein kleiner Vorgeschmack drauf, wenn wir 80 sind“, sagte ich zu ihm …

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