Criticalpixie ermittelt: Die verschollenen Nikoläuse

Reichlich beschenkt haben wir uns, im Büro, untereinander. Warum ich die einzige bin, welche anstatt vier Nikoläuse, zwei Krampuse und zwei Nikoläuse erhalten hat weiß ich nicht … doch darum geht es nicht … Es geht um ein Verbrechen, …

welches sich im Schutze der Dunkelheit zugetragen hat, dessen grausiger Anfang offenbar in meinem Büro stattgefunden hat. Nahe dem Platz, welchen ich mir langsam aber sicher, als Platz an dem ich dann doch (leider) die meiste Zeit, im Wachzustand, verbringe, so nahe wie möglich einer heimeligen „Wohlfühloase“ gestalte.

In unserem Zimmer, welches ich mir mit einer Teilzeitkraft teile, residiert derzeit, vorübergehend, ein dritter Kollege, welcher bis Dato zwar nur ein paar Zimmer weiter saß aber kurzen Umgestaltungsmaßnahmen, am Zimmer – nicht an ihm, weichen musste.

Er beschenkte uns, wir beschenkten ihn, so ist es offenbar Brauch in dem Trakt in welchem auch meine Kollegin und ich residieren, jeder in diesem Trakt beschenkte jeden … Kollegen aus anderen Trakten haben uns jedenfalls nichts geschenkt und zu meiner Schande muss ich gestehen; ich tat es eigentlich auch nur, weil ich musste, nachdem es alle anderen taten, dies zähle ich übrigens zu Gruppenzwang.

Wie dem auch sei, friedlich trudelten wir einer nach dem anderen ein, heute gewann übrigens ich das Rennen und dies obwohl ich zu spät von zu Hause wegkam, ich war als erste da, dies sollte mir allerdings nur beim früheren Erreichen der heutigen Sollarbeitszeit ein Vorteil sein …

Nach mir kam meine Kollegin Sandra, sie heißt natürlich nicht Sandra, aber ich nenne sie jetzt so und kurz darauf unser neuer Zimmergefährte Max, welcher selbstverständlich auch nicht Max heißt … Warum ich sie so nenne? Einerseits zum Schutz, andererseits finde ich sie sehen aus wie eine Sandra und ein Max, durchaus positiv gemeint … Dumm nur das man sich nun fragen müsste wie ein Sandra und ein Max auszusehen haben, dies bleibt jeden selber überlassen, es beflügelt die Fantasie des Lesers wenn man nicht zu viele Vorgaben bekommt, jedenfalls ist es bei mir so …

„Guten Morgen!“, Max, der üblicherweise alleine in seinem Zimmer sitzt, scheint noch gewohnt zu sein, schreien zu müssen damit man ihn hört … Auch sein Telefon ist so laut eingestellt, das man es drei Zimmer weiter klingeln hört, bei geschlossener Türe … ABER er grüßt, ich mag ihn

Wir erwidern seinen Gruß … „Hatte ich nicht noch einen Nikolaus?“, fragt Max nachdem er sich hinsetzt … Was mich, obwohl unschuldig, schon einmal in die Bredouille bringt, aufgrund durchaus geistiger Schädigung, vom jahrelangen Arbeiten in Großraumbüros, der menschliche Legebatterie, da man ohne dem Ausruf „Achtung, ich stehe auf“ nicht sicher sein kann, ob der Kollege dahinter nicht gerade die selbe Idee hat und die Stühle dann in der Mitte, zwischen den Plätzen zusammenkrachen, nicht aufstehen kann … Verzettelt … jedenfalls bin ich in der Bredouille, da aufgrund erwähnter geistiger Schädigung im Großraumbüro, ich mir neben besagten Ausruf, was hier und da heute noch für verwirrte Blicke sorgt, angewöhnt habe, alles auszublenden und nur noch auf meinen Vor- oder Nachnamen zu reagieren …

… Überlebensstrategie, dort hämmert einer in die Tasten, hinter einem wird Telefoniert, vor einem ebenfalls, Diskussionen, laute Stimmen, Lachen, auf knallende Hörer, mancher Kollege ruft einem anderen Kollege quer über den Raum zu, dazwischen quatschen ein paar und einer der vier Drucker rennt auch immer … Blendet man nicht aus, wird man durchaus Irre, was so einiges erklären könnte an der Gesellschaft, wie ich gerade bemerke … Ich jedenfalls schätze Großraumbüros nicht … Obwohl sie laut sehr intelligenten Menschen das Miteinander fördern sollen, bei mir bewirkten sie das Gegenteil … Im Ernst, werde ich „abgeworben“ oder bewerbe mich selber aktiv bei einem neuen potentiellen Arbeitgeber ist ein Großraumbüro ein absolutes K.O.-Kriterium …

Verzettelt, mea culpa … weiter geht es mit der Antwort von Sandra „Ich weiß nicht, hast du den nicht gestern gegessen?“

„Ja einen, aber einer war noch übrig, der mit Nuss“, dummerweise schaute ich nur mit großen Augen, was mich wohl verdächtig machte … Irgendwas musste ich sagen, nur was? Ein „Schade, der war lecker.“, verkneife ich mir lieber. „Hast Du ihn vielleicht in die Lade gegeben? So mach ich das immer …“

„Nein er stand direkt vorm PC“, erwidert Max.

Zeit mich mal endlich selbst zu belob puddeln, was mich in dieser Situation aber ebenfalls verdächtig macht, ich war gestern auch die letzte im Büro …

„Herr Sackbauer …“, der natürlich auch nicht so heißt „… war gestern Abend noch bei mir gegen halb sechs“, … ich überlege … „allerdings wäre mir nicht aufgefallen das er irgendetwas genommen hätte…“

Ein schiefer Blick von Max, ich bin gekränkt, es ist offensichtlich wen er für den Täter hält, was fies ist, dem einzigen Menschen dem ich etwas klaue ist nämlich mein „Galan“, dafür dann aber ordentlich, nichts ist vor mir sicher: Socken, Boxer-Shorts, Jogging Hosen, bequeme Shirts und manchmal seine Schokolade und selbst da schreib ich ihm immer eine SMS wenn er während des Diebstahls nicht anwesend ist … Ich kenne nämlich das Gefühl voller Vorfreude auf etwas nach Hause zu kommen, was dann nicht mehr da ist … wie meine Rumkugeln, welche mein „Galan“ während einem Putzanfall in den Müll beförderte … allerdings fuhr er gleich nach Aufdecken des Unfalles in das nächste Geschäft und kaufte neue …

„Ha warte, Herr Sowieso …“, mir fällt gerade kein weiterer Deckname ein „… kam dazu gegen dreiviertel sechs, als ich gerade zusammenpackte, sie haben angefangen über Fußball zu reden. Herr Sowieso stand an Deinem Platz und lugte einige Male direkt auf den Nikolaus. Wow mit Nuss, hat er gesagt.“

Tatsächlich ein Anruf bei Herrn Sowieso deckte sämtliche Einzelheiten des schrecklichen Verbrechens auf. Nachdem ich die beiden Herrschaften aus dem Zimmer komplementiert hatte und selbiges versperrt hatte, was in diesem Fall keinen Schutz bot, da Herr Sowieso von unserem Zimmer einen Schüssel hat … Jedenfalls war es Herrn Sowieso nicht möglich gewesen, die schokoladigen Nüsse des Niklaus zu vergessen, eingehämmert in seinem Kopf konnte er dem Drang nicht widerstehen. Eine viertel Stunde später, um sechs, öffnete er die Tür zu unserem Büro und nahm den Nikolaus mit, biss im bereits am Weg zum Auto den Kopf ab … Sie diskutierten über Fußball, ob das Verbrechen am Ende, gar an der Farbe des Nikolauses lag und das Kopf abbeißen einen symbolischen Charakter hatte …? Diese Theorie behalte ich vorab für mich …

Dafür hat Herr Sowieso, vermutlich mehr aus Peinlichkeit ob der Entdeckung und Aufdeckung seiner Tat, Max mit sämtlichen Schokoriegeln aus der Kantine eingedeckt … Hätte er nicht meine Nikoläuse klauen können?

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