Eine Nacht im Viper Room Vienna mit Veil of Deception, Maxwell & Rage

(Text availabe in English in my English Category)

Ich bin immer etwas zu spät, dies ist mein „Zauber“. So kam es, dass ich gestern nach einem abendlichen Lauf und der dazugehörigen Dusche anstatt um sieben Uhr abends natürlich erst gegen viertel acht von zu Hause wegkam. Was ja nicht schlimm wäre, wäre da nicht noch die Parkplatzsucherei. Geschafft mit guten zehn Minuten Verspätung erreichte ich endlich mein Ziel, den Viper Room Vienna …

Selbiger war bereits brechend voll, die erste Band Veil of Deception heizte dem Publikum bereits gehörig ein. Ich entschied mich außerhalb des Saales zu bleiben, auch um in Ruhe gute Fotos machen zu können und der Musik zu lauschen. Die Band, welche erst 2013 in Wien gegründet wurde, spielten soliden Metal, die Riffs saßen, die kurzen Soli animierten nicht nur den Sänger dazu an der Luftgitarre mitzuspielen. Von Song zu Song steigerte sich die Band, immer mehr Energie flutete die Band und das Publikum, von meinem Platz gut zu sehen war das auch in den hintersten Reihen an der Bar, wo die Leute normalerweise quatschen, gegen Ende kaum einer still stand …

Ähnliches erlebte ich bereits 2013, bei der Release Party des vorigen Albums. Schnell war klar, Veil of Deception ist eine Band, welche man im Auge behalten sollte. Dieser Abend zeugte von einer berechtigten Annahme, bei mehreren Songs sang das Publikum begeistert mit.
Von ihrem neuen Album „Tearing up the Roots“ schaffen es die Titel „Personal Holy Grail“ und „Summer’s Dying“ definitiv auf meine Lauf-Musikliste, die Klangfarbe des spanischen Sängers, welchen man durchaus als Sprachtalent und Lebenskünstler bezeichnen darf, scheint mir einzigartig mit einer Menge Kraft dahinter … Jungs ich will mehr!

Nach einer kurzen Pause, in welcher ich mir T-Shirts und das Album von Veil of Deception sicherte, welche der Sänger selber verkaufte, ich liebe bodenständige Menschen nebenbei eingeworfen, ging es weiter mit …

Maxxwell, mir bis dato unbekannt, was ich bereuen sollte. Lasst euch gesagt sein diese Band spielt nach der Formel: Hardrock/Metal + Energie + Craziness + Schweiz = gelungenes Konzert! Im Viper Room war es kalt, doch die Haube musste sich der Sänger bereits nach einigen Minuten vom Kopf nehmen, kein Wunder, heizten sie dem Publikum weiter gehörig ein, keine Verschnaufpause gönnte sie der feiernden Menge. Begeistert lauschte ich der Stimme des Sängers, die sowohl melodisch ruhig aber auch kraftvoll rau kann. Spätestens mit ihrem dritten Song „Man Of Steel“ hatten sie mich, zu dieser Nummer werde ich übrigens, ebenfalls in nächster Zeit laufen.

Ausgelassen tollte der Sänger auf der Bühne herum, überlies dem Gitarristen für seine Solo aber gerne reichlich Platz, selbige, die Solis hatten es in sich und können mit den ganz großen mithalten, kein schiefer Ton war zu hören. Auch der Gitarrist begnügte sich nicht damit einfach in den Vordergrund zu treten und sein Solo herunterzuspielen, nein er machte eine eigene kleine Show daraus, großes Kompliment.

Bei der Zugabe, vergaß der Sänger, kurz seinen Text*, was aber kein Problem darstellte, da ihm das Publikum nur zu gerne lautstark auf die Sprünge half. Der Sänger nahm seinen kleinen Patzer mit Humor, barg seinen Kopf kurz in seinen Händen dann drehte er das Mikrophon am Kabel im Rad und hielt es der Menge hin, feierte die Fans sichtlich begeistert, fast möchte man sagen er war überwältigt von der Textsicherheit des Publikums. Meiner Meinung nach stand ihm jedenfalls Freude und Begeisterung in diesem Moment deutlich ins Gesicht geschrieben …

In der Pause ging der Sänger mit einem „Pffffff …“, an mir vorbei die Stiegen hoch, was mich kurzzeitig nichts Gutes ahnen ließ, aber ich täuschte mich kurz darauf erschien er umgezogen am Merchandise Stand, unterhielt sich mit dem Sänger von Veil of Deception und lies nun langsam aber sicher auch ein kleines Sprachtalent vermuten, da er sich mit ihm auf Spanisch unterhielt, jedoch war während und nach dem Auftritt klar, dass er auch Deutsch komplett akzentfrei spricht. Mit „seinem“ Drummer, der ebenfalls einige Faxen nach der Show machte unterhielt er sich natürlich in Switzerdütsch. Woher ich das so genau weiß? Diesen, energiegeladenen, Mann kann man einfach nicht überhören, was durchaus eine positive Eigenschaft als Sänger ist …

Begeistert holte ich mir ein Foto von ihm zusammen mit dem Sänger von Veil of Deception. Wenig später, als ich dem Facebook-Aufruf von Veil of Deception folgen und ein Foto mit ihrem Album machen wollte, sprang mir der Sänger von Maxxwell auch gut gelaunt in das Bild hinein … Herrlich, wie gesagt ich stehe auf Bands die am Boden bleiben und auch nach ihren Shows genug Energie für Albernheiten mit den Fans haben …

Dann betrat, der mir nicht ganz unbekannte, Headliner des Abends die Bühne: Rage.
Der Sänger ist durchaus eine überaus imposante Erscheinung. Um das Publikum zu überragen braucht er keine Bühne, was sich auch in seiner eindrucksvollen Stimme, die mich vielleicht etwas an eine schönere Version von Lemmy Kilmister erinnert, wiederspiegelt. Kraftvoll und deutlich drang sie an mein Ohr.

Ausgelassen feierte die Band aus Deutschland, welche allerdings auch über Mitglieder aus Venezuela verfügt, ihr 20-jähriges Bestehen. Schnell war klar, warum sie mehrere Konzerthallen in Europa füllen können und auch schon beim Wacken vertreten waren.

Mit einer verdammt guten Show und entfesselter Spielfreude animierten sie ihr Publikum mehr und mehr zum Feiern. Es schien sie spielten als gäbe es kein Morgen.
Während ihrer Zugabe, welche das Publikum lautstark verlangt hatte, legten sie nochmal deutlich nach, führten ihrem Genre getreu, einen Heavy – Power – Speed – Metal -Krieg, gönnten ihren Fans während dem Refrain eine kurze Verschnaufpause, bevor sie wieder mit Drums einer Panzerdivision gleich, brachialen Vocals und messerscharfen Riffs loslegten.

Gegen Ende der Zugabe, erfreuten sie ihr Publikum mit kurzen Textpassagen von Sweet Home Alabama und Holy Diver, wobei letzteres der Gitarrist mit einer faszinierenden Stimme zum Besten gab.

Erschöpft aber sichtlich zufrieden strömten die Fans nach den gelungenen Shows aus dem Viper Room, ob ich selbst vor Verlassen des Viper Rooms, aufhörte zu Lächeln weiß ich nicht.
Die Bands feierten ihre Fans, den Viper Room und natürlich sich selbst in einem wahrhaften Metal-Rausch, welchem sich an diesem Abend absolut niemand entziehen konnte, die Fans feierten ebenso wie die Menschen an der Bar oder dem Merchandise – Stand …. Fast sehnsüchtig blicke ich auf gestern Abend zurück … Gerne würde ich mir diese Konstellation der Bands heute erneut ansehen …

Fotos des Abens findet ihr: Hier

* Ein Fettnäpchen nach dem anderen dieses Wochenende. Soeben wurde ich darauf aufmerksam, dass der Sänger von Maxxwell seinen Text nicht vergaß. Das Publikum wurde derart laut, dass er sich selbst nicht mehr hören konnte … mea culpa – again …

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