The Rocklane, Live im Davis

Bis zur letzten Minute hielt ich es für einen Scherz, The Rocklane eine Rock’n’Roll/Rockabilly Cover-Band sollte am Samstag, den zwölften Dezember, im Davis auftreten. Hatte mir der Sänger der Band, Ziggy, doch vehement verneint jemals dort aufzutreten…

Zum Glück dachte ich, dass der Auftritt bereits um sieben Uhr abends starten sollte, so kamen mein „Galan“ und ich diesmal nicht zu spät, als wir viertel vor Acht beim Club eintrafen. An der Verspätung trüge übrigens ich die alleinige Schuld, wegen einem Frauending … Trotz überfüllten Kleiderschrank fand ich nichts zum Anziehen, war ja klar, allerdings suchte ich eine bestimmte schwarze Jeans, welche in den Kleidermassen verschollen ist.

Also wich ich missmutig, auf eine andere Jeans aus, eine blaue, was dazu führte ein anderes Top anziehen zu müssen … Unzufrieden stand ich vorm Spiegel „Ich fühl mich fett und hässlich …“, mein „Galan“, sichtlich gezeichnet von meiner Klamottensucherei antwortete „Du bist nicht fett …“, wer weibliche Logik kennt, kann sich vorstellen was er sich kurz darauf anhören musste …

Am Parkplatz des Davis angekommen, stellten wir fest, dass selbiger verdächtig leer war: „Ich wusste es, ein Scherz …“, gab ich von mir und versuchte hektisch die Einladungsmail am Mobiltelefon zu finden. Noch während ich suchte trudelten aber weitere Gäste ein, darunter auch ehemalige Arbeitskollegen, welche uns aufklärten, dass der Auftritt erst um acht Uhr starten sollte. Puh.

Im Club war ich kurzzeitig derart verpeilt, dass ich einfach an der Abendkassa vorbeischreiten wollte, ein überaus peinliches Missgeschick, auf welches ich nicht näher eingehe …

Ich erspähte meinen ehemaligen Chef, Ziggy, zweimal rieb ich mir die Augen um sicher zu stellen, dass er es tatsächlich war. Hier im Davis. Ja, er war es. Also schlich ich mich an, um ihn zu begrüßen, nur um festzustellen, dass ich ihn und seine Familie nun beim Essen störte ….

Bis zum Auftritt, gab es einen kurzen Plausch mit meinen ehemaligen Kollegen, welche mich wohl einstimmig für etwas verrückt und extrovertiert halten, dabei bin ich in Wahrheit eher Schüchtern und introvertiert, außer ich bin mit jemanden unterwegs der mir das Gefühl von Sicherheit gibt … Also kann ich dies wohl relativ gut überspielen … Gibt mir zu denken …

Endlich rief Sänger, Ziggy, welcher sich nun auf der Bühne befand und seine Gitarre umschnallte, seine Bandkollegen, Richi – Keyboard, Michi – Schlagzeug, Sven – Gitarre und Bernie – Bass zu sich. Etwas skurril sahen die fünf auf der Bühne mit dem roten Vorhang im Hintergrund aus, was allerdings am roten Vorhang lag. Dies könnte man nun „zerkauen“, offen gestanden denk ich seit gestern nach welche Farbe im Hintergrund wohl besser gepasst hätte und komme selbst immer wieder auf Rot … Offenbar hat sich der Innenraumgestalter dabei schon was gedacht …

Eine Nacht voller Hits aus den 70er bis 80er Jahren folgte. Da ich etwas weiter hinten stand, drang Anfangs die Musik nicht so gut zu mir, bald jedoch regelte der Mann am Mischpult nach. Obwohl der Bass, meiner Meinung nach, zu leise blieb.

Im ersten Teil gab es eher ruhigere Nummern zum Einstimmen, wie „Hotel California“ oder Bob Dylans „Like a rollin‘ stone“. Dennoch stand ich kaum still und sang dreifach mit: Laut – Falsch und dies mit Begeisterung. In der Pause, verwirrte ich wohl die Kellnerin mit dem Wunsch nach einem Soda-Whiskey, vier Mal fragte sie nach.

Nach der Pause erfreuten sie, vor allem mich, mit „Paranoid“ von Black Sabbath, ich schnappte mir eine ehemalige Kollegin, welche sich mit Headbangen und Rocken auskennt und stürmte mit ihr die, gut besuchte, Tanzfläche. Dieses Lied kann ich seit Jahren immer mal wieder rauf und runter hören, die Freude war groß, besonders als der Gitarrist, Sven, mit der Gitarre hinter dem Kopf spielte.

Es folgten Klassiker wie „Easy“ von Faith No More, ein etwas düsteres „Brick in the wall“ und natürlich „Sweet Home Alabama“, mit Gaststar … Etwas merkte man der Stimme des Sängers an, dass sie unter dem mittlerweile zweistündigen Auftritt litt. Doch Für „Highway to Hell“ und „Smoke on the Water“, in der Zugabe, mobilisierte er nochmals all seine stimmlichen Kräfte … Alles in allem, ein gelungener Abend.

Beim Verabschieden, erzählte mir Ziggy, dass meine Antwort auf seine Einladungsmail für einige Lacher gesorgt hatte: „Du, im Davis?! Ist die Hölle zugefroren? Ich komme!!!“ … Zudem, stimmte mir Ziggy noch kurz Johnny Cash „Ring of Fire“, acapella an. Herrlich. Zumal ich ihm das Versprechen abringen konnte, dass nächste Mal eine Nummer von Volbeat zum Besten zu geben. Ziggy verfügt über eine angenehm tiefe Stimme, welcher er, wenn er in Bestform ist, kraftvolle Töne entlocken kann.

Im Auto war schnell klar, dass meine Stimme an diesem Abend ebenfalls etwas gelitten hatte, so manchen Ton konnte sie nicht mehr von sich geben. Später beim Aussteigen und heute Morgen spürte ich deutlich, dass ich viel zu lange nicht mehr ausgelassen getanzt hatte … Eigentlich eine Gemeinheit, dass die Band nur einmal im Jahr spielt und sich für kein Geld der Welt, Buchen lässt … Wobei letzteres, durchaus ein feiner Zug ist, es zeugt davon dass sie aus Freude spielen … und die hatte ich gestern … Bereits frage ich mich, wo sie wohl das nächste Mal spielen werden …. Gar wieder im Davis …. ?

Hier noch einige Impressionen des Abends, wobei meine Kamera wohl die Farbe Rot (auch) nicht mag.

 

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