Drei Weihnachtsfeiern, zwei Unfälle und die Maus am Tag danach …

Gestern ging es wahrlich Rund, hatten mein „Galan“ und ich doch beide Weihnachtsfeier in unseren Niederlassungen, wobei es bei ihm Weihnachtsfeier und bei mir Adventfeier genannt wurde. Auch unser Freund, welchen ich nun Markus nennen werde, obwohl er nicht Markus heißt, hatte große Weihnachtsfeier.

Kurzzeitig traten mir hier schon die Schweißperlen ins Gesicht, gibt es ja noch zwei Hunde die zu betreuen wären. Aber die kleine Weihnachtsfeier meines „Galans“ sollte gegen vier Uhr, am Nachmittag enden, also eine Stunde bevor meine startete. Hundebetreuung war somit kein Thema mehr.

Mit meinem, noch immer, schmerzenden Nacken brach ich gegen halb zehn Morgens in die Arbeit auf, ob der Schmerzen und nicht mehr Gewahr das wir heute den Advent feiern wollten, im Schlabberlook, bestehend aus abgetretenen Jeans und warmen Kapuzenpulli. Schnell verging mir die halbwegs gute Laune, als ich die ersten Kollegen hübsch angezogen sah. Aber einerseits ist man da bei mir in der Firma nicht so pingelig und andererseits ist es nicht das erste Mal das ich schlabberig angezogen im Büro erscheine. Zur Not ginge ich vielleicht noch als Lehrling durch, nachdem man mir des Öfteren meine Jahrzehnte abspricht und mich tatsächlich nach einem Ausweis fragt …

… Ja ich weiß, man(n) kann es Frau nicht recht machen, zuerst ärgert man sie weil man sie nach dem Ausweis fragt und dann weil man es nicht mehr tut … Oder sie älter schätzt, in „Genuss“ des letzteren kam ich aber noch nicht …

Kaum in unserem Zimmer angekommen, klärte mich meine Kollegin Sandra, welche wie erklärt auch nicht so heißt, darüber auf, dass heute Morgen, hinter ihrem Laptop eine angebissene Praline aus Max, richtig er heißt ebenfalls nicht so, Pralinenschachtel gelegen hätte.

„Ha, ich war nicht da, ich war’s definitiv nicht“, gab ich zurück und freute mich über erneute Ermittlungen in der Causa – die verschwundenen Süßigkeiten Teil zwei.

„Nein, eh nicht, wir haben wahrscheinlich eine Maus…“, klärte mich Sandra auf … Toll, nix mit die drei Fragezeichen im Büro … Schade.

Akribisch untersuchte ich nun meinen Platz und sein näheres Umfeld, nach Hinterlassenschaften besagter Kreatur, konnte aber keine finden. Beruhigt startete ich meinen Arbeitstag. Bis Max kam mit seiner lauten Stimme, der mich aufgrund meines erneut verrissenen Nacken und der Geschichte mit meinem verrückten Auge, nun auf den Schrottplatz bringen wollte … Nett, der Max.

Der Tag verging im Flug, Sandra verlies zur gewohnten Zeit das Büro und wollte kurz vor fünf Uhr, abends, wiederkommen. Bald darauf verschwand Max in eine Besprechung, nun ist es klar, der Bürostuhl könnte mir einen himmlischen Schlaf bereiten. Um eben nicht einzuschlafen, bot ich meine Hilfe bei den Vorbereitungsarbeiten für die Adventfeier an, was natürlich nicht funktionierte, da ich nichts heben kann … Zumindest nicht ohne lauthals zu schreien.

Somit marschierte ich retour in mein Büro, setzte mich hin und übernahm ein Gespräch von Sandras Telefon, welche auch das Büromaterial verwaltet. Ob wir noch Trennblätter hätten, ich stand auf, ging zum Schrank um nachzusehen – Rums – Peng -, verdutzt drehte ich mich um, sah meinen Bildschirm noch wackeln und den „Lampenschirm“, welcher normalerweise an der Lampe über meinem Kopf hängt, lässig an meinem Stuhl lehnen …. Genialer Stunt, eigentlich.

Zurück am Telefon stellte ich fest das kein Kollege mehr am Telefon war, der kam nämlich eine Sekunde nach dem ich den Hörer aufgelegt hatte, außer Atem ins Zimmer und starrte mich mit großen Augen an

„Alles ok? Ich hab was knallen hören?“, wortlos deutete ich auf den Lampenschirm.

„Du bist aber eh nicht drunter gesessen, oder?“

„Nein, ich war gerade am Kasten, deine Trennblätter holen. Hier bitte.“

Zu spät, eine weitere Kollegin aus meinem Trakt hatte den Rums ebenfalls gehört und kam nun vorbei um nach dem Rechten zu sehen. So wurde ich unweigerlich in eine „Was-Wäre-Wenn-Diskussion“ verstrickt … Obwohl dies ohnehin leicht zu beantworten ist. Wenn ich unter dem Lampenschirm gesessen hätte, als es „Rumste“ hätte es mir wohl Schmerzen bereitet, besonders mit dem verrissenen Nacken. Punkt. … Um den Bilschirm machte wohl nur ich mir sorgen, der hat nämlich ein „übles“ Cut davongetragen.

„Endlich“ war sie da, die Adventfeier. Genüsslich stopfte ich mir soeben den Mund mit Bratkartoffeln und Maroni voll, als unser Personalchef aus der Zentrale mich begrüßte, juhu. Natürlich schüttelte er mir die Hand, männlich und kraftvoll, so füllen sich wohl Apfelbäume in der Rüttelmaschine, was in einem dezenten Aufschrei meinerseits und einer „Beileids-Grimasse“ seinerseits endete.

Die Kollegin aus dem Nebenzimmer traf ein, Daniela, korrekt, ein weitere Deckname und gesellte sich zu mir, wir tratschten ein wenig, dann blickte sie etwas fragend in die Runde. „Bine, ist drinnen beim Punsch“, sagte ich …
„Wer ist die Bine?“, verständnislos sah sie mich an und ich sie, was heißt wer ist die Bine??? Ach so, hupps!

„Hoppla, ich meine Sandra, Sandra ist drinnen beim Punsch“

„Aha … und wie kommst du bitte auf Bine?“

Gute Frage, ich weiß es selbst nicht genau, nannte Sandra an diesem Abend dennoch drei weitere Male, voller Überzeugung, Bine …? Nun ja, etwas schaut sie einer Sabine die ich kenne ähnlich, vielleicht deshalb … ?

Drinnen gesellte sich ein Kollege zu mir, welchen ich als wohlbeleibt bezeichnen würde und der soeben zugegeben hatte keinerlei Sport auszuüben, aber nun damit begann mir eine „Strafpredigt“ darüber zu halten, dass man für Sport wohl immer Zeit habe, nachdem er gehört hatte, dass ich Bine, nein Sandra, davon erzählt hatte, dass der November sporttechnisch mein schlimmster Monat seit neun Jahren gewesen sei.
Ich ließ es über mich ergehen und dachte mir meinen Teil. Seit mittlerweile neun Jahren, betreibe ich fast jeden Tag mindestens eine halbe Stunde Sport, ein „faules“ Monat aufgrund von Zeitmangel und „Krankheit“ leiste ich mir da trotz allem Mal … Mittlerweile hab ich den November, trotz zweimal verletzten Nackten überholt, also alles wieder beim alten …

Witziger- oder doch verständlicherweise, ging es kurz nach seiner „Strafpredigt“ ums Abnehmen, wobei er uns wissen ließ; solange er noch keine Spiegeleier habe, sei es noch in Ordnung und lachte, alle anderen auch … Ich und Sandra nicht. Sandra weil sie den Witz nicht verstanden und ich einfach weil ich ihn nicht lustig gefunden hatte.
Unweigerlich musste ich mir seinen Bauch ansehen, um festzustellen, dass er meiner Meinung nach einen Spiegel brauchen würde um die Ostereier zu finden …

Kurz darauf, gegen sieben Uhr, nachdem meine Art zu trinken für weitere Lacher gesorgt hatte, stehend und je leerer das Gals wird desto weiter nach hinten lehnend, machte ich mich auf den Heimweg. Zuhause angekommen begrüßte ich meinen „Galan“ und die Hunde, dann setzten wir uns für einen Schwatz in die Küche. Nachdem mein „Galan“ seinen Kaffee hatte, fragte ich „Und wie war deine Weihnachtsfeier?“

Ein wenig erzählte er, dann kam auch er auf die Vorbereitungen zu sprechen. Es hatte Äpfel im Schlafrock gegeben.

„99-mal nahm ich einen Apfel am Stiel, tauchte ihn in den Pfannkuchenteig und legte ihn vorsichtig in die Fritöse … Beim 100-mal nahm ich einen Apfel am Stiel und tauchte ihn ins heiße Fett ein …“
Verletzt hatte er sich dabei, zum Glück, nicht.

Heute Morgen im Büro erspähte ich die Maus selbst zweimal, wobei ich beschloss sie, lebend, zu fangen, Mäuse kann ich nämlich fast besser fangen als eine Katze. Dabei legte ich, mit meinem verrissenen Nacken ebenfalls einen Stunt hin, welcher den restlichen Tag für Lacher bei Max und Sandra sorgte … Mir bereitete er dafür ziemliche Schmerzen, dazu aber erst demnächst mehr …

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