Der Hund und Silvester

Während Menschen nicht selten ausgelassen den Übergang ins neue Jahr feiern, leiden viele unsere Haustiere an der Ausnahmesituation, vielerorts wird es tatsächlich plötzlich und ohne Vorwarnung für das Tier laut …

Mit einem Welpen hat man es noch etwas leichter, wenn Hund nun sein erstes Silvester erlebt. Man kann versuchen seinen Stammplatz einige Tage vor Silvester unter einen Tisch zu verlegen, durch „ein Dach über den Kopf“, fühlen sich viele Hunde schon deutlich sicherer, eine etwas längere Tischdecke bittet „Sichtschutz“. Allerdings sollte man beachten, dass Hund sein Umfeld dennoch weiterhin gut überblicken kann, vor allem seinen Menschen sollte er jederzeit, von seinem Platz beobachten können.

Auch kann man bei einem Welpen versuchen, sein erstes Feuerwerk mit positiven Erinnerungen zu verknüpfen, eine besonders leckere Kaustange oder einen gut gefüllten Kong dem Tier kurz vor der Knallerei überreichen, ziemlich sicher wird er während der Knallerei mit seiner Belohnung beschäftig sein, vor allem wenn er noch etwas Hunger hat. Oder man lenkt ihn mit seinem Lieblingsspielzeug ab, fordert man den irritierten Welpen immer wieder zum Spielen auf, sanft natürlich, wird ihm die Knallerei bald egal sein.

Laute Geräusche kann man auch mit gut verschlossenen Türen und Fenstern und so manchem dickeren Vorhang gut abdämpfen, dazu vielleicht ruhigere Musik, es gibt sogar spezielle Musik für den Hund, habe ich aber noch nicht getestet, oder ein neutrales „gewohntes“ Fernsehprogramm, vielleicht etwas lauter, laufen lassen, dies dämpft die Geräusche eines Feuerwerkes zusätzlich.

Bei älteren Hunden ist es schwieriger, vor allem dann wenn er sich schon auf Furcht geprägt hat. Persönlich fände ich es Ratsamer, einen älteren Hund mit Furcht mittels Therapie dieses „Verhalten abzutrainieren“ oder abzuschwächen, Tierarzt und Hundeschule geben dazu sicher gerne professionelle Unterstützung. Auch der beste Jagdhund ist nicht von Geburt an Schussfest, einen Schuss aus einer Jägerwaffe kann man durchaus mit einem Knaller vergleichen, Jagdhunden wird mittels einer solchen Therapie die Angst vor einem lauten Knall abtrainiert, oder besser gesagt es wird dem Hund, schonend, beigebracht das ein lauter Knall nicht schlimm ist …

Natürlich gibt es auch Behandlungen mit Beruhigungstabletten oder anderen „Medikamenten“, inwieweit diese tatsächlich gut für das Tier sind, bleibt für mich fraglich. Es gibt auch nicht die Pauschaltablette, eine medikamentöse Behandlung der Angst auch wenn sie Homöopathisch ist gehört unbedingt vom Tierarzt direkt auf das Tier, dessen Größe, Gewicht und Angstsymptome abgestimmt.

Manche raten dazu, dass Tier oder eben den Hund am besten einfach zu ignorieren. Dies ist sicher die komplett falsche Lösung und kann eventuell sogar die Bindung gefährden. Man denke nur an sich selbst als Kind, was gewesen wäre, wenn einen die Eltern in Stresssituationen nicht unterstützt hätten … Verhätscheln sollte man das Tier aber auch nicht, immerhin kann man dem Tier nicht, wie die tröstenden Eltern, zusätzlich mit Worten erklären das die Situation nicht schlimm ist. Trösten und verhätscheln wir ein ängstliches Tier, bestätigen wir es darin, dass die Situation schlimm ist und belohnen seine Angst … Eher kurz beruhigend auf das Tier einreden, nicht übertrieben streicheln und alsbald versuchen es mit erwähnten Kong oder Spielzeug ablenken …

Gut ist es sicherlich das Tier unter Tags so müde wie möglich zu machen, mittels langen Spaziergängen, wenn man in einer ruhigen Gegend wohnt oder intensiven Suchspielen in Haus oder Wohnung, vielleicht bringt man Hund auch einen neuen Trick bei und lässt ihn ein paar bereits bekannte durchführen und belohnt ihn dafür. Fünf Minuten Denksport, ermüden so manchen Hund wie eine halbe Stunde spazieren gehen. Bitte deshalb auch auf Pausen achten und immer mit etwas beenden, dass der Hund perfekt kann und dafür belohnen, damit die Übung nicht mit Frust beendet wird.

Auch die Toiletten-Gänge sollte man je nach Lage vielleicht zu anderen Uhrzeiten als gewohnt planen, damit Hund sein Geschäft ohne Furcht verrichten kann. Vielleicht sollte man dabei etwas mehr als gewohnt auf sein Umfeld achten, nicht wenige Hundehasser machen sich mit Knallern „auf die Jagd“, vor allem wenn schon etwas Alkohol geflossen ist …

Bei meinen Beiden hatte ich das Glück, dass sie ihr erstes Silvester in einer ruhigeren Gegend verbringend durften, in meinem Elternhaus, während selbige abwesend waren und ich Haus und Katze der Eltern hütete. Ich baute ihnen in der Garage, da sie nicht ins Haus durften, einen geschützten, weichen Platz und übergab ihnen, als die Knallerei langsam startete jeweils eine Kaustange. Lies die Garagentür offen und beobachtete in ihrem Sichtfeld das Feuerwerk … Plötzlich rasten beide in den Garten und begannen mitten unter dem Feuerwerk ausgelassen miteinander zu spielen, hier dürfte ich wohl eben das Glück haben, dass meine phlegmatische Shadow eben nichts erschüttert und sich meine verrückte Angel an ihr orientierte … Feuerwerk und Knallerei sind bei uns somit, zum Glück, noch nie ein Thema gewesen. Allerdings gilt bei uns immer, Türen offenlassen, wen wir uns das Feuerwerk ansehen gehen, so kann der Hund selbst entscheiden ob er im Garten bei uns oder drinnen geschützt sein möchte …. Das Beitragsbild zeigt sie voriges Silvester, gänzlich unbeeindruckt im Schnee spielend …. Wie man vielleicht am Licht sieht, stand ihnen die Haustüre offen … Vor zwei Jahren verschliefen meine beiden Silvester komplett, weil ich, ungeplant, den ganzen Tag mit ihnen unterwegs war …

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