Hund mit Keule zum Mitnehmen bitte …

Das Leben mit Hund bietet wahrlich Geschichten um ein Buch zu füllen. Viele durchaus Lustig, manche aber auch ärgerlich oder gar traurig … Heute wird’s vorerst ärgerlich, ganz kurz lustig und dann eher informativ, vor allem für Neuhundebesitzer …

Der Kampf mit dem fremden Hund, zu Weihnachten, hatte wohl nicht gereicht. Während unseres traditionellen Neujahresspazierganges am 01.01, mussten sich unsere zwei Mädels wohl nochmals, diesmal ohne fremde Beteiligung, an die Gurgel gehen.

Der Auslöser war in diesem Fall, wohl einer von zwei Stecken und eine „hektische“, unbedachte Bewegung. In einem Waldstück unseres Weges, durften sie ein wenig ohne Leine laufen um sich auszutoben, was sie allerdings nicht annahmen, so animierte mein „Galan“ die beiden mit Stöckchen schießen zum Rennen. Für jeden gab es eines, aber natürlich ist das Stöckchen, welches der andere Hund oder in diesem Fall die Schwester hat, deutlich interessanter.

So kam es das die zwei gleichzeitig auf ein Stöckchen hinfuhren, was normalerweise kein Problem darstellt, diesmal allerdings dürfte Angel, dabei, Shadow an der Nase erwischt haben, wobei sie ihr zwei oberflächliche Kratzer verpasste. Es knallte ordentlich zwischen den Beiden …
Hier hat jeder eine andere Philosophie, ich vertrete die, kleinere Balgereien zuzulassen, nach einigen Jahren mit seinem Hund hat man schon raus, wann man besser dazwischen geht …

Wobei immer allerhöchste Vorsicht geboten ist, oder eben eine Rauferei zulässt. Manchmal muss man, wenn man zwei Hunde hat es einfach zulassen, dass sich die beiden die Rangordnung, neu, ausmachen, erst wenn es zu extrem wird und über Drohen sowie eine kleine Balgerei hinausgeht, sollte man versuchen dazwischen zu gehen …
Dies muss aber auch jeder selbst entscheiden, denn hier erneut die Warnung: Zwischen zwei streitende Hunde zu gehen, auch wenn es die eigenen sind, ist immer ein hohes Risiko, wird das Herrchen dabei gebissen, ist es die Schuld des Herrchens nicht des Hundes!
Weil der Hund im Eifer des Gefechtes eben nicht merkt wen er beißt und ein Hund mit dichten Fell steckt einen für uns bösen Biss auch oft ohne Verletzungen weg …. Darum versuche ich es daheim auch immer zuerst mit einen kalten Strahl aus dem Gartenschlauch, bevor ich dazwischen gehe …

Nun lag Angel am Rücken am kalten Waldboden, mit Cauda Equina, also verschobene Wirbel im Rücken und HD. Shadow über ihr, beide drohten zwar nur, aber ich sah bereits Blut, also ging ich dazwischen, wollte Shadow von Angel wegziehen, wobei die verrückte Angel, welche einfach manchmal nicht nachgeben kann sofort nachsetzte und auf Shadow erneut losging. Beide auf den Hinterläufen … Trotzdem das ich die Halsbänder erwischte brachte ich sie nicht auseinander. Mein „Galan“ schritt mit ein, nahm mir das Halsband von Angel ab und konnte sie so wegziehen …

Wir ließen beide mit Abstand hinlegen, dann begann die Suche nach dem Blut, welches ich gesehen hatte, von Shaodw’s Nase war es nicht, es stammte von Angels Pfote, offenbar hatte sie sich einen Zehenballen am Waldboden aufgerissen … Hundepfoten bluten entsetzlich … Angel humpelte. Hochheben ließ sie sich von mir nicht, also entledigte ich mich meinem Socken, was ich den restlichen Heimweg deutlich am eiskalten Fuß merkte und befestigte diesen mit meinem Haarband so an ihrer Pfote das die Blutung etwas gestillt und gleichzeitig kein weiterer Dreck in die Wunde kam … Die Schleimhäute von Angel, welche ja auch noch einen kleinen Herzfehler hat sowie ihr Puls ließen nichts Gutes vermuten, so musste ich sie noch einige Minuten liegen lassen, bis sie etwas runtergekommen war und wir den Heimweg antreten konnten.

Erst nachdem meine Hunde verarztet waren und sich der Puls von Angel sowie ihre Schleimhäute normalisiert hatten rief ich meine Tierärztin an, welche mir beipflichtete das eine heutige Operation, welche eine Narkose erfordern würde, heute zu viel Stress für Angels Kreislauf bedeuten würde. So verabredeten wir eine Operation des Ballens für den nächsten Tag halb elf „Morgens“.

Neben einer gut gefüllten Hundeapotheke mit Verbandszeug, empfiehlt es sich immer Käsepappeltee daheim zu haben um Wunden zu säubern oder den Hund einen Tee zu kochen, wenn der Magen spinnt. Zumindest funktioniert dies bei uns seit neun Jahren sehr gut.

Angels Wunde klaffte stark, schnell war klar, trotz Druckverband wurde ich sie heute auch keine Stiegen mehr steigen lassen, womit wir unser Schlafgemach auf der „Schlafcouch“ einrichteten. Eine Nacht ohne viel Schlaf folgte. Auf der Seite, auf welcher mein „Galan“ schlief, geht die Couch in Richtung der Rückenlehne etwas „bergab“ auf meiner Seite machte der ausgezogene Teil eine Stufe, zudem schlief ich nahe dem Hundebett, was Shadow dazu veranlasste mir zweimal des Nächtens die Nase abzulecken … Kaum war der Hund gebändigt fing mein „Galan“ an zu Schnarchen oder zog seine Knie an, welche aufgrund des Platzmangels meinen Hintern unsanft trafen … Gerädert standen wir auf.

Die Operation oder besser gesagt das Nähen des Ballens unter Narkose, verlief Komplikationslos, allerdings bekam Angel nun eine Keule verpasst, damit die Naht und die Pfote entlastet blieben. Sieht vor Ort und in Farbe wirklich unglaublich witzig aus.
Bei der ersten Narkose des Hundes, würde ich raten mit einer warmen Decke, Handtuch oder ähnlichem was vielleicht auch noch nach dem Menschen des Hundes riecht oder besser gesagt vertraut riecht, das Tier in Empfang zu nehmen, wenn man während der Operation nicht dabei ist. Angel ist zum Beispiel nach einer Narkose immer Kalt, Decken oder Handtücher wärmen und der vertraute Geruch nimmt etwas den Aufwachstress, den oft ist das Gleichgewicht des Hundes noch länger gestört und das Tier „desorientiert“.

Im Auto sollte die Bezugsperson des Tieres auch beim Tier bleiben, so fuhr mein „Galan“ mit meinem Auto heim, während Angel im Fußraum des Beifahrersitzes, welcher ganz nach hinten geschoben war, bei mir lag. So kann man auch gut beobachten ob dem Hund schlecht wird, ihm noch kalt ist etc …

Heute erfolgt der erste Verbandswechsel, wobei man beim Hund vor dem Problem steht, dass Verbände an Pfoten nicht sonderlich gut halten, besonders wenn es sich um die Vorderpfoten handelt. Gestern stellte dies nicht ein so großes Problem dar, da Angel ohnehin etwas unter „Narkose-Jetlag“ litt und brav Ruhe gab, heute musste ich sie schon einige Male zur Ordnung rufen und am Platz schicken … Dies ist nämlich ungemein wichtig, vor allem wenn Nähte im Spiel sind, ein reißen der Nähte ist immer möglich, wenn das Tier keine Ruhe gibt, hier muss Mensch manchmal „gemein“ sein und zur Not das Tier auch mit härterer Stimme am Platz schicken … Noch immer besser als eine erneute Operation mit Narkose. Draußen gilt, gehen an der kurzen Leine …

Deshalb ist es von Nöten, den Verband des Hundes, am Fell festzukleben, da er sonst kaum hält. Ich habe hier meinem Tier zu Liebe zwei Tricks. Wie man in Highlights 2015, Fotos von März, sieht, setzte ich bei Shadow’s Verband wegen der Autoimmun-Erkrankung, SLO, auf Kinesiologie-Tapes, welche nämlich witziger weise nicht auf unrasierter Menschenhaut, dafür aber auf behaarten Hundepfoten umso besser haften, Warum …? Allerdings lässt sich das Kinesiologie-Tape deutlich schmerzfreier vom Hund wieder entfernen, als bei gängigem Leukoplast, zumindest bei meinen zwei Damen. Wie es sich bei anderen Rassen und deren Fell verhält, kann ich nicht beurteilen. Ist kein Kinesiologie-Tape mehr im Haus setze ich auf normalen Verband, ein mögliches Verrutschen an der Vorderpfote dämme ich schon damit ein, dass ich beim Einbinden das Gelenk der Vorderpfote umknicke und nicht um den Knick sondern erst danach weiterbinde. Meist reichte es dann, den Verband mit zwei dünnen Streifen Leukoplast, am Fell zu befestigen.

Ist der Hund beim Entfernen des klebrigen Zeuges zu empfindlich, helfe ich mit einem nassen Wattebausch nach … Bei Verbänden an den Pfoten, welche über die Zehen des Hundes gehen, empfiehlt es sich auch, etwas Watte zwischen die Zehen zu geben, so können diese nicht zu stark zusammengedrückt werden, was manchem Hund auch Schmerzen bereitet. Zusätzlich kommt bei mir noch eine „dicke Schicht“ raues Leukoplast außen am Verband im Bereich der Ballen des Hundes zum Einsatz, damit wird Rutschen am Parkettboden verhindert und draußen dringt keine Nässe so leicht zum Ballen vor, allerdings sollte man für längere Wege einen Hundeschuh oder ein Plastiksack zusätzlich drüberziehen. Wir haben, auch aufgrund Shadows Erkrankung Hundeschuhe exakt passend und in Übergröße falls es einen dickeren Verband gibt zuhause …

Nun mache ich mich an die Entfernung von Angels Keule … auch sehr gut dabei, ein Gehilfe wie mein „Galan“, welcher den Hund mit Streicheleinheiten vom lästigen Entfernen des Leukoplast, dem Reinigen der Wunde und neuerlichen Einbinden ablenkt …. Solange meine beiden nämlich den Bauch gekrault bekommen, lassen sie sich fast alles gefallen …

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