Die zehn Modelügen im Test

Viel von Mode, Designern oder Stylinggurus halte ich ja nicht, dennoch kann ich mich trotz meines deutlicheren Hangs zu Wissensmagazinen oder Motor-Zeitschriften kaum meinem klischeehaften Trieb erwehren hier und da in Frauenmagazinen herumzustöbern … Wobei mich die Artikel aber meist erheitern und ich mit den Schreibern nicht konform gehe … wie heute …

Nachdem ich über ein Video stolperte, wobei ein Mann in der U-Bahn von New York, einem halbnackten Obdachlosen seine wärmende Kleidung schenkt, was mir ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Worüber ich zwar schreiben wollte, aber keine passenden Worte fand, weshalb ich es nun hier mit einbaue …

… stieß ich über „die zehn größten Modelügen. Schwarz macht schlank, Querstreifen Dick und Weiß blass von wegen …“ und entschied, mir diesen Artikel ebenfalls zu Gemüte zu führen.

Chronologisch verfolge ich nun das Konzept:

1 Schwarz zaubert tatsächlich ein paar Pfunde weg. Aber: Schwarze Kleidung steht nicht jeder Frau, oft wirkt der düstere Look zu hart und zu wuchtig, macht blass. BESSER: Softe Nude- und Pastelltöne wie Minze, Rosa, Hellblau oder Vanille schmeicheln einer weiblichen Figur viel besser, weil sie die Trägerin zart und feminin erscheinen lassen.

Meine halbe Garderobe besteht aus Schwarz, nicht nur weil es Schlank macht, sondern weil es sämtliche Flecken eines stressigen Arbeitstages, oder purer Ungeschicktheit schluckt, welche bei mir dann doch oft vorkommt, was aber auch daran liegen mag, dass ich zum Öffnen des Bürofensters auf meinen Schreibtisch krabbeln muss, was immer etwas doof ist wenn just in dem Moment ein Kollege hereinkommt.Zudem passt es, meiner Meinung nach, auch zu allem, ohne Augenkrebs zu verursachen, wie es so mancher Mustermix tut.

Pastell liegt mir überhaupt nicht, bei vielen Farben habe ich das Gefühl etwas Ausgewaschenes vor mir zu haben oder bekomme wahnsinnige Lust auf Zuckerl und Nude macht mir „Angst“, seit ich selbst bei einer Firmenfeier ständig überlegte ob die Kollegin nun nackt sei oder nicht. Allerdings dürfte Nude für einen großen Auftritt die richtige Wahl sein, immerhin meinten auch andere Kollegen das sie heraussteche weil sie Nackt wirkte …

2 Metallic wirkt billig; Wer das noch glaubt, hat die letzten Modesaisons verschlafen. Metallic-Klamotten und Accessoires sind definitiv eine edle Wahl, nicht nur für eine Cocktailparty wie der Look von Alexa Chung (32) beweist. Verzichten Sie allerdings auf den Komplett-Look, ein Teil pro Outfit reicht. TIPP:Alles, was glänzt, trägt auch leicht auf. Also vorher überlegen, welche Körperpartie Sie gerne betonen möchten.

Hmm…Vor allem bei engen Metallic-Hosen muss ich an die Teflon-Pfanne daheim in der Küche denken, je nach Outfit der Trägerin sogar an eine Lackieranlage. Selbst habe ich allerdings einige Oberteile mit Nieten oder „Strass“, keine Ahnung wie das Glitzerzeug nun wirklich heißt, wobei ich letztere selten Trage, da sie recht häufig für zusätzliche Beleuchtung sorgen.

3 Querstreifen machen dick; Hören Sie nie wieder auf andere, die behaupten: Querstreifen würden auftragen. DER TRICK: Die Ringel dürfen nicht zu ausladend sein. Unser Auge empfindet Ringel, die zwischen zwei und vier Zentimeter breit sind am angenehmsten.

Ich muss in diesem Punkt nicht auf andere hören, ich sehe es an mir selber, einen Pulli besitze ich in zwei Farben und einmal mit breiten Streifen, nachgemessen kommen selbige sogar auf die empfohlenen drei Zentimeter Abstand. Dennoch trägt der Pulli etwas auf, was mir in diesem Fall aber egal ist, da er am Bauch ein modisches „Cut-Out“ hat und somit nur an den „richtigen Stellen“ aufträgt.

4 Blau nie mit Schwarz kombinieren; Was im Fashion-Knigge einst als größter Farb-Fauxpas geahndet wurde, ist mittlerweile ein beliebter Klassiker geworden

Es ist amtlich, ich war ein jahrelanger Mode-Fauxpas, diese Regel mir, bis heute, gänzlich unbekannt, besteht seit vielen Jahren, ein Viertel meiner Garderobe aus Royalblau, wie es heute so schön heißt, vorzugsweise getragen zur schwarzen Jeans oder Anzugshose ….

5 Oversize ist nur für Schlanke; Der Trick, damit alle Proportionen auch bei ein paar Kilos zu viel im Gleichgewicht bleiben: Maximal ein Oversize-Teil einsetzen. Heißt: Zu einer weiten Hose oder einem weiten Rock (ideal auf Taille geschnitten) bleibt das Oberteil figurnah und endet über der Hüfte. Andersherum tragen Sie zum Boyfriend-Blazer oder -Mantel einen schmalen Rock, Shorts oder eine enge Röhre. WICHTIG:XXL-Look heißt nicht, dass sie im Laden zu XXL greifen. Oversize-Teile sind passgenau auf die jeweilige Größe geschnitten, ansonsten versinken Sie darin und sehen schnell wuchtiger und fülliger aus, als sie sind.

Was Boyfriend nun genau sein soll, kann ich noch immer nicht sagen. Für mich entweder in der Herren-Abteilung einkaufen, was ich ebenfalls seit Teenager-Zeiten betreibe oder einfach dem „Galan“, damals noch dem Vater, etwas wegschnappen. Gern kauf ich meine Kleidung auch eine Nummer größer, also das mit dem richtigen Oversize-Look hab ich wohl noch nicht raus, aber ich steh dazu, weil ich es mag. Allerdings muss ich gestehen mein Schlabbershirt gern zu einer „Röhre“ zu kombinieren, welche wieder eine Nummer größer ist …

6 Muster niemals mixen; trägt man ein Musterteil muss der Rest des Outfits clean sein. Blödsinn! Muster werden jetzt flächig und von Kopf bis Fuß getragen und mutig gemixt: Blumen zu Paisley, Karos und Punkte zu Streifen, Animal-Print zu Zickzack usw. Zugegeben: Prints mit Prints kombinieren, erfordert Übung und eine geschicktes Modehändchen. SO KLAPPT’S: Je greller der Look, desto schlichter bleiben Schnitte und Silhouette. 2. In einer Farbfamilie bleiben: Kühle Töne zu kühlen Tönen kombinieren, warme Töne passen zu warmen Tönen. Eine Farbe sollte sich dabei im ganzen Outfit wiederholen.

Siehe Punkt 1 mag ich nicht, außer es zählt als Mustermix zur Blue-Jeans und schwarzen Top ein rotes Karohemd anzuziehen … Aber ernsthaft, früher sagte Mama immer „Willst du wie ein Clown vor die Tür gehen?“, heute mixen wir was das Zeug hält. Was wohl deutlich zeigt, dass ich altmodisch und somit aus der Mode bin, obwohl ich wohl noch nie in Mode war … Einer meiner Favoriten, abseits des Mustermixes, ist übrigens gelbe Hosen und Blaue Oberteile, hat duchaus was, etwas abstraktes, sicher gut für eine Veranstalltung aber Pirvat …?

7 Turnschuhe nie im Büro tragen; Falsch! Die bequemen Treter haben längst ihren Weg vom Gym ins Straßenbild geschafft. Und nach dem Stan-Smith-Hype vor ca. zwei Jahren sind weiße Sneaker mittlerweile omnipräsent – auch in den Büroetagen…. ACHTUNG: Damit Sneaker zum heißen Büro-Flitzer werden, unbedingt mit edlen Teilen kombinieren. Es versteht sich von selbst, dass die Modelle immer frisch geputzt und natürlich nicht ausgelatscht daherkommen.

Man kann auch andere Schuhe im Büro tragen? Bin ich nun gar eine Stilikone? Die Tage an welchen ich hohe Schuhe im Büro trage kann man jedenfalls an einer Hand abzählen, obwohl es in letzter Zeit doch etwas häufiger wird, aufgrund von Terminen.
Allerdings bin ich doch wieder ein Mode-Fauxpas, Schuhe putzen? Wozu? Das ist wie Autowaschen unnötige Wasserverschwendung, nach dem ersten Ausgang ist ohnehin alles wieder Dreckig … Nach einer Schlammschlacht landen sie in der Waschmaschine … Ausgelatscht sind Schuhe am bequemsten und edle Teile, puh, ich nehme einmal an ein Blazer ist edel genug?

8 Enge Kleider dürfen nur schlanke Frauen tragen; Dass diese Moderegel so was von faul ist, beweist Kim Kardashian beinahe täglich. Wenn das Starlett in seinen ultraengen Lycra- und Jersey-Outfits erscheint, flippt die Herrenwelt aus. Lernen Sie von Kim und betonen Sie ihre Weiblichkeit, statt sie zu verstecken. Außerdem wirken Barockfrauen in weiten Teilen oft noch wuchtiger. Noch misstrauisch? Kombinieren Sie für erste über Ihrem engen Teil eine Long-Bluse, einen weit geschnittenen Blazer oder die jetzt angesagten Gilets (Mantel-Blazer ohne Ärmel). WICHTIG: Unschöne Polster werden mit Shapewear weggemogelt (auch Kim Kardashian ist ein Fan der Zauberteile). Und ebenfalls von Kim gelernt: High Heels strecken die Silhouette zusätzlich.

Enge Kleider soll tragen wer möchte, ich halte mich davon fern, weil ich meinen Körper im Alltag, vor allem im Büro, eher nicht betonen möchte … Persönlich muss ich aber gestehen, dass mir Frauen mit ordentlichen Kurven in engen Kleidern auch besser gefallen, als superschlanke …. Shapeware hin oder her …

9 Rosa wirkt kindlich; Nein! Längst ist die Zuckerwattefarbe erwachsen geworden. Jetzt erst recht: Rosa ist die offizielle Trendfabre 2016. Bereits auf den Laufstegen für die Winterkollektion sah man die weichgespülte Kleine-Mädchenfarbe zuhauf. SO FUNKTIONIERT’S: Die liebliche Farbe wirkt vor allem bei groben Materialien wie Strick, dicker Wolle und Leder extrem erwachsen. Auch maskuline Schnitte funktionieren super. Cooler Rosa-Partner: Schwarz (sah man beispielsweise in der kommenden Sommerkollektion von Louis Vuitton).

Ich verweigere, bis auf einen weißen Pullover auf dem eine Rosa-Violette Blume drauf ist … Tut mir Leid ich assoziiere ein Rosa Outfit mit einer Möchtegern-Barbie, womit ich ein Klischee-Denken habe, welches an abstempeln nicht zu überbieten ist und muss dazu stehen.
Etwas irritiert war ich auch vor einigen Jahren als rosa Polo T-Shirts der Renner für den Mann waren, einigen mag es ja stehen, aber wenn man dann so eine Männeranhäufung beim Ausgehen antrifft und der halbe Raum rosa ist … Merkwürdig …

10 Weiß passt nicht bei blasser Haut; Im Sommer tragen wir Weiß, im Winter Schwarz – dieses ungeschriebene Modegesetz gilt schon lange nicht mehr. Weiße Kleidung zu blassen Winterteint? Klar! Weiß ist nämlich nicht gleich Weiß. Die Farbe ist variantenreicher als gedacht. Eierschale, Elfenbein, Champagner, Wollweiß oder das berühmte Perlweiß (das in Wahrheit nämlich gelbstichig ist) wirken warm und schmeicheln einem blassen Winter-Teint. TIPP: Weiße Materialien aus Wolle, Wildleder und Seide haben von Natur aus bereits einen warmen Weißton. Setzen Sie jetzt darauf. Dafür bleibt Kleidung mit einem blaustichigen Weiß bis zum Sommer im Kleiderschrank.

Da kann ich gar nicht viel sagen, witzig finde ich, dass ich mich bereits bei Fahrzeuglacken über die vielen verschiedenen Weißtöne amüsierte, hier entdecke ich soeben dasselbe Phänomen. Außerdem bin ich ein dunkler Hauttyp, der Weiß zwar schon trägt aber eher selten, siehe Punkt 1, ich bin einfach zu ungeschickt für Weiß. Trage ich etwas Weißes springt mich sicher ein fremder Hund an, ich streife irgendwo oder die Spaghetti-Soße des Tischnachbarn landet darauf … Manchmal auch der eigene Kaffee … Außerdem bekomme ich es trotz Farbtrennung und „Wunder-Weiß-Wachmittel“ einfach nicht hin, dass meine weißen Sachen auch Weiß bleiben, irgendwie wird alles langsam aber sicher immer Grauer …

Im Endeffekt sollte jeder, die Kleidung tragen, welche er tragen möchte und welche ihm seiner Meinung nach passt. Es vergeht ohnehin kein Jahr, wo etwas, dass sowieso alle Tragen irgendwie Out ist …Weshalb es dann kurzzeitig wieder In ist nur um dann wieder out zu sein, die Schlaghose ist hier wohl ein gutes Beispiel, oder Leo Print …Weitere Bilder meiner Modesünden folgen vorerst latsche ich nun jedenfalls in ausgelatschten und schmutzigen Turnschuhen mit Schlabber-Jeans und Pulli ins Büro …

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