Pop und Puff mit Schokolade

1930 beginnt der Siegeszug des goldenen Kolbens, seither ist sein Samen ein beliebter Snack und nicht mehr wegzudenken, wenn es um einen Kinobesuch oder Filmabend zu Hause geht. Ursprünglich stammt er aus Amerika und dürfte Ausgrabungen zu Folge bereits vor 4000 Jahren Indianern oder Eingeborenen als Snack gedient haben. Ob gepufft oder „klassisch“ ist nicht überliefert. Immerhin kann man Puffmais, aus welchem Popcorn entsteht, auch normal essen, wogegen man Zahnmais nicht richtig zum poppen puffen bringt …

Auch bei mir zu Hause ist Popcorn, seit Jahren, ein meist mehrmals in der Woche genossener Snack, zu einem Abendfilm oder einer spannenden Serie. Wobei ich die Mikrowellen Variante mit Butter und Salz bevorzuge, wobei ich mich immer an dem Schriftzug „Golden Pop“ erfreue, was, wie ich zugeben muss durchaus etwas kindisch ist. Dafür ist mein Geschmack, Popcorn betreffend, angeblich typisch für meine Breitengrade. Wobei unsere Nachbarn hingegen lieber zu süßen Varianten greifen sollen, also gezuckerten oder gar karamellisierten Popcorn, welches man in seinem Ursprungsland wieder überhaupt nicht kennt, allerdings gibt es dort dafür eine süß-salzige „Mischvariante“ …

Geschmäcker sind nun einmal verschieden, in dieser Causa auch erheiternd, so hatte ich als Kind keinerlei Problem damit das gezuckerte Popcorn, bei einem familiären Besuch im Nachbarland zu essen. Wobei umgekehrt ein Besucher aus dem Nachbarland während dem Kinobesuch, hierzulande, das Popcorn mit den Worten „Iiihh …Das ist ja salzig!“, entsetzt ausspuckte.

Genug der Einleitung. Meine Butter und Salz Vorliebe für Popcorn besteht nun schon einige Jahre und obwohl ich bei „richtigen“ Lebensmitteln durchaus eine gewisse Experimentierfreudigkeit und Offenheit gegenüber neuen Gerichten, Kombinationen oder auch Sorten mitbringe, gilt für Knabbereien und Snacks, bei mir der Grundsatz „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht …“,

Letzteres ist eine Eigenschaft, welche mein „Galan“ nicht mit mir teilt. Nett wie er ist, füllt er die Popcorn Vorräte jede Woche neu auf, manchmal auch mehrmals in der Woche, wobei auch allerlei Seltsames in den Einkaufskorb wandert…

So knabberten wir, sitzend, an unseren abendlichen Filmbegleitern, da ich eine Auswahl möglicher nachfolgender Schokoladen um mich platziert hatte, mit etwas Abstand zueinander. Nach der Knabberei legten wir uns zum kuscheln hin …

„Puh, Schatz du riechst … Nach Essig?“
Er legte seine Hand auf seinen Mund „Ntschldgung“, ich übersetzte mir dies mit; Entschuldigung.
„Wieso riechst du so nach Essig?“
„Das sind Essig und Senfchips … kosten?“, antwortete er nun ohne Hand vor seinem Mund.
„Nein danke, bäh“
„Soll ich Zähneputzen?“
„Wenn du nicht redest oder schmusen willst, ist es mir egal“

Nun sollte man diesen letzten, durchaus gemeinen Satz wohl begründen, wie bereits erwähnt neigt mein Galan dazu, dass geflimmere im Flimmerkasten zu kommentieren, wodurch man so manchen Satz, Wortwitz oder auch mal einen ganzen Kontext nicht mitbekommt.

Er grummelte und ich konnte mich kurzzeitig nicht auf den Film konzentrieren, da wir am selben Tag in einer familiären Runde darüber gesprochen hatten, dass Männer Essig nicht ausstehen können, vor allem wenn selbiger von Frau zum Putzen verwendet wird. Mein „Galan“ gehörte übrigens, als einziger Mann dieser Runde, nicht zu dem Kreis der „Essighasser“, nun musste ich überlegen ob die anderen Männer wohl auch Essigchips gegessen hätten …

„So ich geh jetzt Zähneputzen“, platzte es plötzlich aus ihm heraus, was mich ziemlich erschreckte
„Warum?“ Mit gespitzten Lippen näherte er sich meinen … „Nein!“, ich versteckte meinen Kopf unter meinen Armen.
„Darum …“
Ungestört kuscheln war mir dann doch lieber und so schnappte ich mir die zwei Chips-Sackerl und schob mir beide Sorten in den Mund … „Bäh!“, gab ich meinen fachmännischen Kommentar ab.

Aber zurück zum Popcorn, auch Käsepopcorn brachte er vor einigen Monaten nach Hause mit, zuzubereiten in der Mikrowelle, hier war gleich klar, die würde ich nicht essen. Käse gehört roh oder mit Brot oder mit Salat aber nicht mit Popcorn verzehrt. Der Gestank nach der ersten Minute in der Mikrowelle, unerträglich, ich rückte etwas weg, mit meinem Butterpopcorn, als mein „Galan“ mit seiner dampfenden Schüssel neben mir Platz nahm.

Tatsächlich aß er diese seltsam riechenden Dinger genüsslich auf, aber auch Käsechips isst er übrigens gerne, welche zwar aufgrund der fehlenden Erhitzung nicht derart stinken wie Käsepopcorn, aber geschmacklich wohl nahe dran sind … Irgendwie war mir ja klar, dass eine Firma ein Produkt nicht auf den Markt bringen würde, gäbe es keine Nachfrage dafür, tatsächlich googelte ich am nächsten Morgen „Käsepopcorn“ und war überrascht ob der vielen positiven, meist männlichen, Stimmen … Ob sie, die Männer, also nicht nur Farben sondern auch Geschmäcker nicht unterscheiden können …?

Vor einigen Tagen wollte mich mein „Galan“, nach einem stressigen Unglückstag, etwas aufheitern … Zu meinen Popcorn-Orgien gehört, wie kurz angedeutet, der anschließende Verzehr von Schokolade, wobei ich bei Schokolade übrigens wieder deutlich offener bin wenn es um „verrückte“ Kombinationen geht.

„Zwei Fliegen mit einer Klappe“, dachte er sich wohl, als er sich dazu entschied neben dem üblichen auch noch Schokopopcorn mitzunehmen. Gewohnt positiv stand ich diesem Experiment gegenüber: „Ui, was hast du denn da alles mitgebracht?“, fragte ich freudig „Musst ins Sackerl schauen“, gab er grinsend zurück.
Mein Blick viel auf die seltsam braune Verpackung
„Was ist denn das?“, fragte ich als ich die Packung rauszog.
„Ich dachte wir probieren das einmal“
„Aha … wir?“, mit diesen Worten legte ich die Packung in das Sackerl zurück, freute mich wie ein Kleinkind über den ebenfalls mitgebrachten Nussmix und unser allabendlicher Informationsaustausch fand statt.

„Und machen wir diese Popcorn jetzt?“, fragte er mich nachdem unser Plausch beendet war und wir beschlossen hatten uns dem Flimmerkasten zu widmen. Meine Hoffnung, dass er sein neuerliches Experiment vergessen hatte, wurde mit dieser Frage zerschlagen. Resigniert legte ich die Schokopopcorn in die Mikrowelle, wobei kurz nach dem Einschalten ein seltsamer Geruch den Raum füllte. Kochschokolade riecht anders, auch in der Mikrowelle. Meine Ablehnung nahm deutlich zu …

Schließlich war die Mikrowelle fertig und die Schokopopcorn landeten in einen Topf, wobei der Anblick nicht gerade sehr einladen wirkte. Widerstehen konnte ich trotz des Geruchs und des Anblickes dennoch nicht, Schokolade, meine Achilles-Ferse, sogar mit dem „zubereiten“ der Butterpopcorn hatte ich gewartet … Was sich nun änderte …

Heute geht mein „Galan“ übrigens wieder Einkaufen … beinahe ängstlich frage ich mich ob er wieder eine neue Geschmackskombination entdeckt … Manchmal knabbern wir am Abend auch gern frischen Kohlrabi … ob es schon Chips mit Kohlrabi-Geschmack gibt? Und würde ich sie essen?

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