Criticalpixie und das Familienfest

14:09, Paps; Hallo Tochter. Hast du vergessen?

Mein „Galan“ und ich befanden uns soeben, nach einer kleinen Odyssee in unserer Landeshauptstadt, wo ein Termin zu erledigen war, zu welchem wir beinahe zu spät erschienen wären da unsere Bäuche noch gefüllt werden wollten, in einem Libro, außerhalb der Landeshauptstadt, um für den Vater meines „Galans“ kleine Geschenke zum Geburtstag zu besorgen … Was aufgrund seinem Hang zu alten Autos, welchen er mit mir teilt und seinem Musikgeschmack, welchen er mit meinem „Galan“ und mir teilt nicht sonderlich schwer fiel.

„Ist was?“, fragte mein „Galan“, welchen wohl meine Falten auf der Stirn und die gekräuselten Lippen verwirrten, ja, ich sehe wie ein Gremlin aus wenn ich grüble.
Wortlos zeigte ich ihm die, oder dann doch das SMS, meines Vaters. „Aha“, sein wenig hilfreicher Kommentar. Wir bezahlten und verließen denn Libro.

Was denn? Tippte ich retour
Essen mit Tante Maria beim Beinbruch

Is docg erst sonntaf
Falsch gedacht. Kommt ihr? Sind jetzt bei uns.

„Schmarrn, Tante Marias Geburtstagsfest ist heute“, klärte ich nun meinen Galan auf. Eine kurze Beratschlagung folgte, wobei es uns zu Gute kam, dass die Eltern meines Galans es pflegen ein Nachmittagsschläfchen abzuhalten …

Galans Papa hat auch Geburtstag, könnten gegen 16 Uhr kommen
Huhn wir haben Torte

Wir betraten das Domizil meines Galans und seiner Eltern, um festzustellen, dass diese vom Spaziergang mit ihrem Hund noch nicht retour waren … Wir setzten uns in die Küche, unter lachen zeigte ich meinem „Galan“ die, oder das, letzte SMS meines Vaters …

Huhn???
Hätte Juhu heißen sollen

Kurz darauf trafen die Eltern meines Galans auch ein, die Geschenkübergabe und ein netter Plausch folgte, wobei sich seine Stiefmutter und ich uns immer ein wenig gegen die Eigenheiten unserer Männer verschwören … Gestern ging es zum Beispiel um die nervenaufreibende Fähigkeit des Mannes, Frau während eines Gespräches gänzlich zu ignorieren, besonders dann wenn ihre Meinung, also die der Männer, von Nöten ist und ein Computerspiel im Spiel ist …

Da der Plausch so kurz ausfiel, verabredeten wir uns für Sonntag, also heute, drei Uhr nachmittags erneut.

Kurz nach vier Uhr trafen wir bei meinen Eltern, deren Behausung sich in der Landeshauptstadt befindet ein. Die Anfahrt hatte, wie auch die Fahrt in die Landeshauptstadt am Vormittag, etwas von Stephen Kings der Nebel, aus strahlendem Sonnenschein und Frühlingshaften Wetter am Lande fuhren wir in eine Nebelwand, welcher sich tatsächlich kurz nach der Grenze der Bundesländer, wahrlich einem Horrorfilm gerecht auftat. Die teilweise durchscheinende Sonne tat ihr übriges zu der seltsamen Szenerie. Zumal die Sicht auf der Straße relativ ungetrübt bliebt, während Hochhäuser komplett verschwunden waren …

Wir störten das Vortragen eines Gedichtes, mit einem lautstarken „Hallo“, wie es in unserer Familie üblich war, da man nie wusste wo sich die Bewohner des Hauses gerade befinden würden wenn man selbiges betrat, im Büro im Keller? Oder doch oben im Badezimmer?

Ein wenig Unbehagen folgte, da ich die ersten Gesichter, welche ich erblickte nicht erkannte. Es war die Nichte und der Neffe meines Vaters. Das Esszimmer war auch sonst gut gefüllt, mit meinen Eltern, Tanten, Onkeln, Cousins und was es da noch so gibt, sodass sich meine Mutter und ich nun einen Stuhl teilten, jeder kam mit einer halben Hinterbacke auf selbigen zu sitzen, mein Galan ergatterte einen Stuhl für sich alleine. Der glückliche.

Da es in meiner Familie nämlich auch üblich ist Laut und mit Händen sowie Füßen zu sprechen, dauerte es nicht lange bis ich den ersten Gehörsturz erlitt und kurz darauf die Schulter meiner soeben herumwirbelten Mutter ins Gesicht bekam, genauer auf den Kiefer, während ich gerade an einem Stück Schokoladentorte kaute …

Ebenso ist es bei uns Tradition peinliche Anekdoten hervorzukramen, wobei ich meist in Gedanken versunken oder eben auf meinen Kiefer aufpassend nicht mitbekomme wie das Thema überhaupt zu gewissen Aussagen umgeleitet wird. Also stellte ich, ein wenig überrascht fest, da ich soeben Gesprächsfetzen am anderen Kopfende des Tisches gefolgt war, dass es soeben über meinen Kopf in den Wolken aus Teenagerzeiten ging, welcher mich oftmals die Zeit vergessen ließ und dafür sorgte das ich mich gehörig vertratschte am Heimweg von der Schule … Wobei jemand meinte anmerken zu müssen mich einmal nackt, mit fremden Typen, schwimmend gefunden zu haben … ???

Offen gestanden wurde ich ob dieser, unwahren, Aussage ziemlich sauer, zumal Personen am Tisch saßen, welche zwar in einem Verwandtschaftsverhältnis zu mir stehen, mir aber dennoch unbekannt sind, unwahr oder wahr, eine solche Anekdote ginge sie, meiner Meinung nach nichts an … Am wenigsten den Freund der Nichte meines Vaters, welcher ebenfalls anwesend war und direkt neben der Person saß, welche diese Aussage soeben getätigt hatte … „Wie bitte? Ich kann mich erinnern öfter in Unterwäsche geschwommen zu sein, aber sicher nicht Nackt.“, gab ich zurück … An besagte Begebenheit erinnere ich mich auch noch gut, es war im Sommer und ich war mit einigen Mädels aus meinem Freundeskreis an einem See und ja wir schwammen, ohne Typen, ich in Haut-färbiger Unterwäsche, heutzutage würde man Nude dazu sagen und als ich von, dieser Aussage treffenden Person „gefunden“ wurde, rief sie auch entsetzt aus „Bist du Nackt!“, gefolgt von einem erleichterten Seufzer als sie gewahr wurde das ich Haut-färbige Unterwäsche trug …

Kurz überlegte ich, diese mich denunzierende, beleidigende, unwahre und peinliche Aussage mit Tagebucheinträgen, welche ich gelesen hatte zu quittieren, entschied mich aber dagegen … Da dies eben keine Dinge sind die man vor gut 15 „fremden“ Menschen bespricht … So viel konnte zumindest ich aus meiner Kinderstube mitnehmen …

Zu meinem Glück kam das Gespräch recht schnell wieder von derartigen Themen ab und es wurde wieder Lustig, ohne das anwesende Personen lächerlich gemacht wurden … Mein „Galan“ war ziemlich still, was ich mit den vielen fremden Menschen begründete.

Als wir gingen offenbarte er mir den wahren Grund im Auto, er hatte den Abend mit einer wachsenden Migräne verbracht, zu welcher sich zu Hause ein Brechreiz gesellte. Migräne ist grausig und als nicht Betroffener weiß man auch nicht was man tun soll oder kann, außer still sein, also legte ich mich mit ihm, relativ zeitig nieder.

Heute lacht er wieder, dafür hatte ich, aus mir noch unbekannten Grund relativ schlecht geschlafen, ständig wachte ich auf, was untypisch für mich ist und als ich endlich ein wenig schlafen konnte, schnarchte mein „Galan“. Später war die Sonne bereits aufgegangen, Shadow hatte sich neben das Bett gestellt „schmatzte‘“ mir ins Ohr und klopfte mit ihrem Schweif gegen den Kasten, gegen halb sieben …Eine sagenhafte Niesattacke rundete den heutigen Morgen ab … Dafür geht es meinem „Galan“ wieder besser, er ist dabei ein Rätsel in einem Computerspiel zu lösen … Ich überlege ihn zu fragen, ob er mit mir und den Hunden hinausgeht …

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