Eddie Vedder, Jason deCaires Taylor und die Menschen aus Stein im Ozean

Es war Mai 2011, als das Album Ukulele Songs von Pearl Jam Frontmann, Eddie Vedder, erhältlich war, doch diesmal war es nicht nur seine Stimme, was mich während dem Hören seiner Musik verzauberte ….

Das Albumcover zeigte mir einen Mann, mit dem Rücken zum Betrachter gewandt, auf einem mitgenommenen Stuhl an einem Schreibtisch sitzend, die Hände gedankenversunken auf einer alten Schreibmaschine ruhend … Ich vergesse, dass ein Mensch so unter Wasser nicht leben kann, überlege was er hört … Nichts … leichtes Plätschern … fernes Knirschen des Sandes … oder doch ein Motorboot das weit über seinen Kopf hinweggleitet ohne zu wissen, dass er da unten sitzt, Denkt, Arbeitet und das Sein geniest.

Langsam aus meiner Träumerei über diese Gestalt am Meeresboden aufwachend, wurde ich natürlich Neugierig was es mit diesem Bild auf sich hatte, ein Coup von Eddie Vedder selbst? Eine Art Schatz aus einem versunkenen Schiff? Oder doch etwas ganz anderes?

Nach langer Recherche auf vornehmlich englischen Internetseiten stieß ich auf den Künstler Jason deClaires Taylor, ein damals 37-jähriger Mann, welcher den Großteil seiner Kindheit in Europa und Asien verbrachte, wobei er bereits in jüngsten Jahren die Korallenriffe Malaysiens inspizierte. Nachdem er 1998 seine Ausbildung am London Institut der Künste beendet hatte, begann er eine Ausbildung zum Tauchlehrer und wurde Unterwasser-Fotograf, wobei er für seine dramatischen Bilder bekannt wurde, welche die Verwandlung seiner Skulpturen auf dem Meeresboden zeigten.

2006 begann er nun seinen ersten Unterwasser-Skulpturen-Park zu errichten, in Westindien, welcher es unter die Top 25 der Weltwunder von National Geographic schaffte. Denn das Besondere an seinen Skulpturen, sie bestehen aus einem besonderen, PH-Neutralen, Beton, welcher harmlos für die Umwelt ist und gar das Wachstum von Korallen fördert, wobei Korallenriffs wieder einen wunderbaren Lebensraum für viele Fische darstellt, wie wir aus „Findet Nemo“ wissen.

Natürlich begann ich seiner Facebook-Seite zu Folgen und bin froh endlich über ihn schreiben zu können, da seit Anfang Februar sein neues Projekt auf Lanzarotte (Spanien) aufgebaut wird, oder besser gesagt, seine neuesten Skulpturen dort versenkt werden.

Selbst am heimischen Laptop, jagt es mir einen kurzen Schauer über den Rücken, während ich seine neue Skulpturen am Meeresboden betrachte, kaum vorstellbar wie viel stärker dieses angenehme, aber dennoch mulmige, Gefühl sein muss, wenn man direkt zwischen diesen Skulpturen durchtaucht.

Detailverliebte Nachbildungen von Menschen die sich umarmen oder von welchen die scheinbar einem Ziel folgend, mit geschlossenen Augen und emotionslos, Zombies gleich, in eine bestimmte Richtung laufen. Aber auch mit der Flüchtlingskrise setzt er sich auseinander, die Skulptur „Raft of Lampedusa“, zeigt für mich resignierte Menschen, erschöpft und eng beieinander ausharrend.

Deutlich mehr Bilder, auch von vergangenen Projekten, sieht man auf der Facebook-Seite des Künstlers, einen Blick ist sie jedenfalls Wert …. Die Skulptur von Albumcover „Ukulele Songs“ heißt übrigens, treffend, „Last Correspondent

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