Valentinstag – Märtyrer, Liebe und ein Massaker

Manche sollen ihn Lieben, andere ihn gar Hassen und wieder andere ignorieren oder vergessen ihn … den Valentinstag …

Grundsätzlich sollen wir heute den christlichen Valentins gedenken, einmal Valentin von Rom, welcher Paare trotz kaiserlichen Verbots nach christlichen Ritus getraut haben soll, wobei nicht wie manchmal angenommen die Eheschließung selbst, sondern „lediglich“ die Eheschließung nach Brauch der katholischen Kirche verboten war. Zur Trauung soll er den Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt haben und wurde schließlich vom Kaiser enthauptet. Dies am 14. Februar 269.

Zum anderen Valentin von Terni, welcher nach Rom gerufen wurde um ein verkrüppeltes Kind zu heilen, was er auch tat. Er wurde verhaftet und da er dem Kaiser ein Opfer verweigerte, ebenfalls, enthauptet.

Außerdem soll der Valentinstag ein „Lostag“ sein, wobei der Volksglaube diesen Tagen, quasi, hellseherische Fähigkeiten zuschreibt, zudem ist ein „Lostag“ immer ein Glückstag im Gegensatz zu den „Schwendtagen“, welche Unglück bringen …

Ab 1383 ging es dann los mit dem Valentinstag, Geoffrey Chaucer, verfasste sein Gedicht „Parlament der Vögel“, anlässlich einer Valentinsfeier am königlichen Hofe, wobei er darstellt, wie sich Vögel anlässlich dieses Tages um die Göttin Natur versammeln, sodass jeder einen Partner finde.

Im 15 Jahrhundert bildete man in England, Valentinspaare, entweder durch Auslosung oder durch ersten Kontakt am Valentinstag, nun kam der Brauch auf, dass sich Liebende verzierte Karten senden.

Die Engländer nahmen ihren Brauch nach Amerika mit, welcher schließlich, nach dem zweiten Weltkrieg nun auch in Deutschland, Einzug hielt. So kam es 1950 zum ersten Valentinsball in Nürnberg. Schließlich tat die Süßwaren- und Blumenindustrie ihr übriges um den Valentinstag zu dem zu machen, wie wir ihn heute kennen.

Also nicht ganz korrekt die Annahme, dass es ein rein erfundener Tag ist.

Aber auch eine Tragödie, nicht unter Liebenden, spielte sich am Valentinstag 1929 ab. Im Zuge eines Bandenkrieges, in Chicago, kam es zu dem Valentinsmassaker. Die Killer inszenierten uniformiert und mittels einem Polizeiwagen, eine Razzia. Die verfeindete Bande ließ sich widerstandslos entwaffnen und an der Mauer aufstellen, schließlich wurden alle sieben durch Maschinengewehrsalven getötet … Zur Flucht täuschten die Gangster eine Verhaftung vor, wobei uniformierte Gangster zwei nicht uniformierte scheinbar abführten …

Nun zur Liebe, der vermeintlichen Katze der Gefühle, da sie sich zu nichts zwingen lässt. Sie ist ein zweischneidiges Schwert, lässt sie uns erwidert wahrlich in den Himmel empor gleiten, bereitet sie uns unerwidert oder einseitig erloschen Höllenqualen auf Erden. Abstrakt, dass man etwas Lieben muss, bevor man es Hassen kann, da das Gegenstück zur Liebe doch die Gleichgültigkeit sein muss.

Ein starkes Gefühl, verletzt oder enttäuscht, mündet in einem anderen starken Gefühl, beinahe logisch, erschreckend logisch. Doch Liebeskummer lässt sich nicht stillen und führt bei manchen Menschen sogar zu einer Art Herzinfarkt, was fachmännisch „Broken-Heart-Syndrom“ genannt wird. Erst vor einigen Monaten stieß ich über einen Artikel, ein junger Mann zeichnete mit einem Fitness-Tracker seinen Puls über den ganzen Tag auf, ab dem Moment, in welchem seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hatte, bekam er Werte, als würde er soeben Leistungssport betreiben.

Deshalb hege ich tiefstes Verständnis für „Valentinsmuffel“, wie Menschen, welche den Valentinstag abschwören genannt werden.

Viel wird heute über den Valentinstag geschrieben, auch Tipps für Geschenke in letzter Minute, was ich an einem Sonntag etwas albern finde, ein wenig geärgert habe ich mich über den ein oder anderen Artikel, welche wieder sündhaft teure Parfums oder Handtaschen als ideales Geschenk für Sie anbieten … Auch über jenen, welcher meinte man müsse jeden Valentinstag im darauffolgenden Jahr übertreffen …

Persönlich wäre ich ziemlich beleidigt, würde mein „Galan“ unserer Liebe nur zu diesem Tag huldigen, ein stetes übertreffen halte ich für sinnlos und irgendwo auch nicht durchführbar. Ein eventuell etwas hinkender Vergleich, ich mache mir gerne Gedanken was mein „Galan“ anlässlich diverser Ehrentage, als Geschenk, erhält, allerdings habe ich ihn bereits darüber in Kenntnis gesetzt, dass er ein Jahr mit „miesen“ Geschenken und im nächsten Jahr dafür wieder mit „guten“ Geschenken rechnen kann, weil man einfach nicht jedes Jahr einen „Burner“, wie man heutzutage so schön sagt, liefern kann …

Aber dieser Tag, bietet sich nach Weihnachten, natürlich besonders gut an um sich gegenseitig Zeit zu schenken, egal ob er mit einem superromantischen Dinner oder gemeinsamen gammeln auf der Couch zugebracht wird.

Niemals werde ich unseren ersten Valentinstag vergessen, an welchem mich mein „Galan“ in das Siefgried-Rauch-Automobilmuseum zu einer privaten Führung einlud. Außer uns und dem Besitzer war niemand da, drei Stunden lang geleitete uns der Besitzer durch alle Stockwerke und erzählte uns die Geschichte hinter jedem Fahrzeugmodell … Offen gestanden würde ich ein Übertreffen dieses Erlebnisses gar nicht wollen. Unter keinen Umständen soll die Erinnerung an diesen ersten gemeinsamen Valentinstag jemals verblassen oder ersetzt werden.

Denn damit hatte mein „Galan“, welcher mir einmal im Bierrausch unbedingt seinen Keller zeigen wollte und mir somit ziemlich suspekt wurde, da ich hier seinen Sarkasmus noch nicht verstand, mich doch gewonnen … Zumindest öffnete sich mein Herz langsam.

Schließlich las ich noch, dass man am Valentinstag keine zu großen Erwartungen haben sollte, da diese sonst Enttäuscht werden, ein guter Tipp, wie ich finde, was sollte man sich an so einem Tag auch schon erwarten? Ich wiederhole mich, aber es ist doch am schönsten wenn sich der Partner überhaupt Zeit für den Partner nimmt.

Mein „Galan“ hat für einen „Brunch“ zu Hause eingekauft, was wir zwar auch hier und da einfach so machen, aber das finde ich heute schön genug, ich konnte leider nichts besorgen, was aber nicht bedeutet dass er nichts bekommt … Nur was … ?

Am Valentinstag halte ich es jedenfalls so, wie zu Weihnachten, etwas selbst gemachtes, in welches Zeit und eigene Kreativität gesteckt wurde ist noch immer am schönsten, egal wie es aussieht …

Vorriges Jahr war ein „gutes“ Geschenke Jahr, ich machte drei verschiedene Butterkekssorten in Herz und Star Wars Form, gefüllt in eine Keksdose, welche wie der Todesstern aussieht … Als kleine Zugabe 52 handbemalte Herzen, welche Sprüche über unsere Liebe enthielten … Wie „Liebe ist … denn Kaffeebecherhalter im Auto zu spielen“, da seiner einmal kaputt wurde, nachdem er sich dampfenden Kaffee gekauft hatte … oder „Liebe ist … denn anderem nach einem Unfall abzuholen“, was darauf anspielte als wir noch nicht zusammen waren und ich ihn gegen zehn Uhr Abends aus unserer Hauptstadt abholte, nachdem er einen Auffahrunfall hatte …

Denn das ist die Liebe, die kleinen Dinge, welche man aus Liebe für diesen einen bestimmten Menschen tut … Dennoch ist sie auch, die Mutter und der Vater, welche ihr Kind vor sämtlichen Widrigkeiten beschützen und aufgrund ihrer Liebe (und etwas Adrenalin) fähig sind, schwere Lasten aufzuheben um ihr Kind zu retten … Somit ist der Valentinstag, wenn schon Tag der Liebe, auch ein Feiertag für jeden … denn auf die eine oder andere Art Lieben wir, unsere Familie, Eltern, Kinder, Freunde oder auch unser Haustier

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