Generationen, Sauerkrautstrudel, Paprikahendl, die Butzikatze und Papas Tablet

Ja, ja, die Generation X oder Y oder welche auch immer, gemeint jene welche in der sich Leute meiner Altersklasse befinden, auch Millennials genannt – seltsames Wort – wobei wir, ganz Frauentypisch die genaue Spalte, jene des Alters, auslassen, was weniger mit einem Frauending und mehr mit Anonymität zu tun hat, wobei fraglich ist wie lange diese noch gewahrt wird oder gewahrt werden soll, die Anonymität, also meine  …

Und was war überhaupt vor Generation X, diese soll ja alles betiteln was zwischen 1950 und 1980 geboren wurde … Generation W wäre nahe liegend, ist es aber nicht, das ist irgendeine Frauenrechtsorganisation … verwirrend.

Diese Gedanken kamen in den letzten zwei Stunden auf, welche mein „Galan“ und ich gehend auf Asphalt, Feld und einem kleinen Waldstück verbrachten, mit dabei natürlich die Hunde. Wobei dieser Spaziergang auch dazu führte, dass die Melancholie größtenteils wieder verflog, woran mein „Galan“ und die zwei ulkigen Hunde nicht ganz unbeteiligt waren, irgendwann muss man sein Leben auch wieder genießen und zum Lachen haben wir normalerweise jeden Tag etwas.

Meine Mutter und mein Vater gehören nach Definition in die Generation X, irgendwie seltsam für mich, sie nun so zu betiteln. Allerdings kann man diese Generation aber auch noch Boomers nennen, was den Babyboom nach dem zweiten Weltkrieg nachempfunden ist, diese Generation der Boomers wiederum geht nur bis 1965, ich bin ein wenig verwirrt, schaffe aber noch zu folgen …

Wobei mein Vater geistig wohl in die Generation Y gehört, den selbige, seit neusten, wie bereits oben erwähnt auch Millennials genannt aber auch Digital Natives, dies ist nämlich die Generation welche mit Digitalen Medien aufgewachsen ist … Aber nein, für meinen Vater gibt es ein eigenes Wort, er ist ein Digital Immigrant, dies sind nämlich Menschen welche erst im erwachsenen Alter, oder Zustand, diese Welt, gemeint die digitale, kennengelernt hat …

Als digitaler Immigrant zeichnet meinen Vater eben auch aus, dass er fleißig Facebook nutzt und SMS versendet, manchmal schickt er mir gar tolle Live-Aufnahmen von Rockbands, welche spielten als ich noch nicht lebte, oder fragt via Facebook-Nachricht wie es mir denn erginge. Kommen mein „Galan“ und ich zu Besuch bei meinen Eltern, fragt er auch oft nach ob ich eines seiner lustigen Videos gesehen hätte … Ja, ja, Papa und Facebook eine Liebe ist entbrannt …

Nun zu dem Grund dieser langen Einleitung, einerseits verwunderten mich diese, für mich, neuartigen Generationenbezeichnungen schon etwas länger und andererseits näherte sich eben der Geburtstag meiner Mutter, zwar stand kein Runder oder fünfer an, aber man kann ja nie wissen, ob man(n) nicht etwas für seine Gattin plant … Also schrieb ich meinem Vater bereits um acht Uhr morgens am Freitag eine SMS, ob sie denn zuhause wären … Funkstille

Gegen Mittag sah ich das mein Vater, erst kürzlich, einige Videos geshared hatte, via Facebook, also schrieb ich ihm auch eine Facebook-Nachricht … Doch weiter, nur Funkstille … Dieser Digital-Immigrant spielt wohl trotz aller Definitionen und Kategorisierungen nach seinen eigenen Regeln, welch Frevel. Schließlich fragte meine Mutter am Abend via SMS ob wir zu ihrem Geburtstag kommen würden und das sie Sauerkrautstrudel und Paprikahendl machen würde.

Natürlich sagten wir zu, mit dem Hinweis, dass wir Papa ohnehin schon auf sämtlichen Kanälen gequält hätten … Es folgte die melancholische, verspätete, Autofahrt, wobei sich schon ziemlich früh zeigte das ich heute nicht auf der Höhe war, so informiert ich meine Mutter zeitgerecht über den Umstand, dass wir uns verspäten würden, meinte kurz darauf das wir die Hunde mitnehmen würden um ihr dann zehn Minuten später erneut zu schreiben, dass die Hunde doch zuhause bleiben würden … Frauen unentschlossene launische Wesen …

Eine halbe Stunde zu spät trafen wir bei meinem Elternhaus ein, alle hatten mit dem Essen auf uns gewartet, was mir insofern peinlich war, da der Freund meiner Schwester anwesend war, natürlich haben wir uns schon ein paar Mal gesehen, dennoch ist hier noch etwas „Fremdes“, was zuletzt auf meine Reserviertheit zurück zu führen ist, wobei ich nun deutlich machen sollte, dass er hier nichts dafür kann, dies liegt nur an mir, im Großen und Ganzen ist er ein sympathischer und vernünftiger Mann und solang er gut zu meiner Schwester und Familie ist, mag ich ihn. Punkt.

Allerdings wurde es endlich Zeit, diesen von mir selbst erzeugten „Teufelskreis“ zu durchbrechen zumal ich ja ohnehin schon sehr neugierig war, mehr über ihn zu erfahren. Ich ärgerte mich ein paar Mal über mich selbst, dass ich Momente zum Einhaken in ein Gespräch mit ihm nicht genutzt hatte und als er sich endlich wieder angeregt mit meinem Vater unterhielt konnte ich endlich einhacken, immerhin war mir ja schon aufgefallen das er sowohl sarkastische Späße macht aber man sich auch gut über ernste Themen mit ihm unterhalten kann. Außerdem möchte ich nicht, dass er sich von mir abgelehnt fühlt, was ein stetes Schweigen meinerseits aber sicher irgendwann bewirkt hätte.

Er und meine Schwester mussten noch den Wochenendeinkauf erledigen, nachdem das Fahrzeug meines „Galans“ vor seinem in der Einfahrt geparkt war, gingen ich und meine Mutter mit raus zum Verabschieden. In dieser Zeit hatte sich mein Vater natürlich sein Tablet geschnappt und war schwer vertieft in sein Facebook, selbst als seine Schwester und meine Tante schließlich zum Kaffee eintraf.

Kurzerhand entführte ich nun sein Tablet und versteckte es … Hi hi … Wobei mir auffiel das die Katze meiner Eltern, mit Namen „Butzi“, auf seinem Kopfpolster schlief.
„Mama. Die Haare auf Papas Kopfpolster sind gar nicht vom ihm, die sind von der Butzikatze“, so heißt die Katze nämlich bei mir, wobei ich es meist als Bussikatse ausspreche …

Heiteres Gelächter, seit Jahren haart mein Vater, er möge mir die Veröffentlichung verzeihen, sein Kopfpolster und sein Waschbecken sehen aus als hätte sich ein Mann in einen Werwolf verwandelt, alles voll mit kurzen schwarzen Haaren, es ist der gesamten Familie ein Rätsel wie sein Haupthaar nach wie vor so voll sein kann … Deshalb wird er mir nämlich die Erwähnung seines „Haarausfalles“ auch verzeihen, nehme ich an, merklich weniger wurde sein Haupthaar jedenfalls noch nicht, trotz gleichbleibenden „Haarausfalles“ …

Die Bussikatse kam endlich nach unten, weshalb ich selbige, nach Absprache mit meiner Mutter, mit etwas Schinken bestach … Denn … traurig aber wahr … die Bussikatse mag mich nicht, ich bin die doofe Hundetante. Sehr intelligent die Bussikatse und immer wenn sie mir endlich verziehen hat, dass ich die Hunde mit hatte und sie mir wieder zugeht, nehme ich die Hunde erneut mit … Was sagt dies wohl über menschliche oder zumindest meine Intelligenz aus? Wobei der letzte Satz der klägliche Versuch eines Witzes auf meine Kosten darstellt.

Schließlich durfte ich sie auf meine Schoß nehmen und der Mini-Tiger fing tatsächlich zu schnurren an, nur um sich Minuten später meiner Hand zuzuwenden und sie zu „beißen“, tat nicht weh, blutete nicht, sie lies mich nur ihre Zähne spüren … Vielleicht kam sie erst plötzlich drauf auf welchen Schoß sie da schnurrte?

Es wurde sieben Uhr und somit Zeit zu fahren, mittlerweile bin ich es ja gewöhnt, mindestens eine halbe Stunde vor dem geplanten Abfahrttermin mitzuteilen, dass wir fahren müssten, denn in meiner Familie verzetteln wir uns ständig, es ist nie still und immer kommt ein Thema hervor das Diskutiert wird … Schließlich war es bereits halb neun und sämtliche Essensreste für mich und meinen „Galan“ eingepackt, als selbiger noch immer heiß mit meinem Vater ein Thema diskutierte …

Ich fütterte die Bussikatse und stellte mich in das Sichtfeld meines „Galans“ und meines Vaters, beide ignorierte mich gekonnt … Auch als ich dreinredete ignorierten sie mich, trommeln auf dem Tisch ebenfalls. Es wurde dreiviertel Neun, normalerweise sollten unsere Hunde allerspätestens gegen neun Uhr gefüttert werden, also blieb mir nur noch das Handy meiner Mutter zu schnappen, da meines zu Hause war und meinen Vater anzurufen … Es funktionierte als sein Klingelton losgackerte, ja, mein Vater hat tatsächlich Hühnergegacker als Klingelton, brach das Gespräch endlich ab. Doch mit Technik zu beeinflussen dieser Digital Immigrant.

Allerdings bin ich nun wieder beim vorigen Beitrag, mit zwei Stunden Verspätung, brachen wir gen Heimat auf … Jede Menge Kategorisierungen gibt es für die Generation Y, Millennials oder Ypsiloner, ganz vergessen so werden „wir“ nämlich auch genannt, aber über ständiges Verspäten steht hier nichts … Ist es dennoch eine Marotte der Generation der ypisolnischen Millennials?

Aber als Ypsiloner, irgendwie gefällt mir dieses Wort soeben, sollte ich auch nicht mehr zwischen On- und Offline unterscheiden können und ältere Bevölkerung sowie die eigenen Eltern versuchen von „mir“ zu lernen … Dies kann ich an mir noch nicht feststellen, noch lerne ich von meinen Eltern und hole mir ihren Rat ein und meine Mutter will von Facbeook gar nichts wissen … Bin ich am Ende irgendwo zwischen boomenden X und digitalen Y stecken geblieben …?

Dieses Wochenende habe ich offensichtlich zuviel gedacht und so sind nicht nur die zwei Hunde in ihrem Bette Müde, was ich gerne mit „Schatz, da sind zwei hunde-müde“, kommentiere … auch bei mir sind nun zwei hundemüde, mein Körper und mein Gehirn … Übrigens schrieb ich meiner Mutter ein SMS, ob Vater sein Tablet gerfunden hätte, es könnte bei Unwissen nämlich am Ort des Versteckes kaputt gehen, sie hat noch nicht geantwortet, dies ist zwei Stunden her … diese Marotte könnte sie tatsächlich von mir gelernt haben …

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