Der Galan erklärt: Gurkerl, Bananen und was das Ganze mit Fußball zu tun hat

Einmal die Woche lässt mein „Galan“ mich bis spät abends warten, auf ihn, weil er beim Fußball ist, obwohl er Fußball, angeblich, nicht mag und eine Nekrose im Knie hat … Vor einiger Zeit kam er, erneut, spät abends heim, setzte sich mit mir in die Küche um unseren „After-Work-Plausch“ zu beginnen …

„Na wie war‘s?“, frage ich, wie immer mit etwas Sorge um sein Knie.

„Ich hab ein Gurkerl bekommen“

„Hat’s geschmeckt?“, hacke ich nach, wundere mich zwar kurz über den Verzehr eines Essig-Gurkerls während dem Training, schiebe es aber auf ein Männerding.

Mein „Galan“ bricht in schallendes Gelächter aus, ich mit ihm, ohne zu wissen warum eigentlich, offensichtlich habe ich erneut Blödsinn von mir gegeben.

„Ein Gurkerl ist nichts zum essen“, sagt er schließlich, womit ich nur noch weniger verstehe. Was heißt nichts zum essen, immerhin ist Gurkerl die Verniedlichung einer Gurke, Gurken sind groß und essbar, Gurkerl meist eben in Essig eingelegt, obwohl ich in letzter Zeit mehr auf eine Variante mit Essig und Honig abfahre, aber schließlich auch zum Essen, einige Mitbürger schätzen zum Beispiel den Einsatz von Gurkerln auf Wurstsemmeln, auch in Burgern spielt es eine wesentliche Rolle, wobei ich dies erst erfuhr als jemand sein Gurkerl in einem Burgerladen verschmähte …

Ich drehe meinen Kopf seitlich, dies habe ich mir von meinen Hunden abgeschaut, wenn sie etwas nicht verstehen oder auf etwas warten machen sie das auch immer.

„Ich stand im Tor und man schoss ein Tor, durch meine Füße durch. Das ist ein Gurkerl … Wenn jemand den Ball zwischen deinen Füßen durschießt.“, ich halte meinen Kopf noch immer schräg, nicht weil ich es nicht verstehe, sondern weil ich es mir nun vorstelle.

„Aha, also Gurkerl weil der Ball, dann manchmal am Gurkerl ankommt?“, er sieht mich etwas irritiert an.

„Keine Ahnung … Könnte sein…“

„Sollte es dann nicht Gurkerl mit Eiaufstrich heißen?“ … „Warum spielt man Fußball eigentlich ohne Tiefschutz?“

„Keine Ahnung … Vielleicht spielen Profis mit Suspensorium?“

„Nein, das hab ich schon mal gesehen, das Gurkerl, während einer Liveübertragung … Das zwischen den Füßen … samt Ei …ohne Becher“, er schaut mich wieder irritiert an, dann lacht er und beginnt auf seinem Tablet herum-zu-zeichnen. Das Gurkerl, welches hier das Beitragsbild darstellt und offensichtlich nicht zum essen ist.

Neulich ließ mich mein „Galan“ erneut des Abends alleine, um Fußball zu spielen, obwohl er Fußball, angeblich, gar nicht mag. Wie immer verabschiedete ich ihm am Morgen mit den Worten „Bitte pass auf den Knie auf“, diesmal fügte ich „… und auf die Gurkerl“ hinzu.

„Ja, eine Banane wär auch besser …“, ein Kuss folgt. Nun bin ich irritiert, hört mir mein „Galan“ nicht zu?

„Wir haben keine Bananen daheim, … auf der Tankstelle bei der Autobahnauffahrt gibt es welche.“, antworte ich leicht gereizt, ob seines „mich ausblenden.“

Wieder schallendes Gelächter und da mein „Galan“ soeben schon in der Tür steht, drehe diesmal nicht nur ich den Kopf seitlich, links und rechts flankieren mich zwei Hundedamen, welche ebenfalls den Kopf drehen, allerdings nicht wie ich, weil sie nichts verstehen, sondern weil sie darauf warten das mein „Galan“ sie noch zu einem schnellen Spiel im Garten auffordert, wie er es manchmal macht wenn er noch ein paar Minuten übrig hat.

Er hört gar nicht mehr auf zu Lachen, ich schiebe dies auf den Umstand das wir drei Mädels, vermutlich, ziemlich beknackt aussahen.

„Die gehört auch zum Fußball … Das ist wenn der Ball eigentlich grad ausfliegt und plötzlich, im Flug, eine Kurve macht“

„Aha“, ich bin verwirrt, drücke meinen „Galan“ schnell noch einen weiteren Kuss auf, beschließe mir meine Ahnungslosigkeit nicht anmerken zu lassen und anschließend schnell das allwissende Google zu befragen. Tatsächlich fand ich die Bananenflanke, welche sogar einen Erfinder hat.

Schließlich kam er auch an diesem Abend wieder heim, früher als sonst … „Ja Hallo. Du schon hier? …. Was ist mit deinem Knie?“, sein zu frühes erscheinen, welches allerdings zu spät dafür war, dass das Training ausgefallen war, bereitete mir schnell Sorgen um erwähntes Gelenk.

„Dem Knie geht’s gut … Ich habe einen Kolbenreiber erlitten.“

„Schmarrn, warum rufst mich denn nicht an, ich hätte dich abgeholt, wo ist das Auto jetzt?“

Wieder lacht er, diesmal aber nicht so herzhaft, was an dem Umstand des Kolbenreibers liegt … er bekam den Fußball nämlich auf seinen Riechkolben geknallt. Anfangs war er über diesen Umstand noch genervt, zumal ihm das Schnäuzen schmerzte … Wozu zum Arzt gehen … Mittlerweile erfreut er sich an einer neuen Flexibilität seines Riechkolbens …

Männer, bei Schnupfen sterben aber sich über gebrochene (?) Nasen freuen …

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