Alltag in der Klapsmühle oder nach 3 Wochen wieder im Büro – Tag 3: inszenierter Zickenkrieg um Odette und Ravenna

Am Dienstag, hatte ich nach drei Wochen „Heimarbeit“ wieder den Gang, oder besser gesagt die Fahrt ins Büro angetreten. Warum nicht am Montag? Der Umstand, dass ich verschlafen hatte und sich der Firmenlaptop natürlich noch in heimischen Gefilden befand, hatte mir in die Hände gespielt. Nun erwartete mich ein kleiner Kulturschock und die neue Kollegin Odette …

Das Odette zu uns stoßen würde, war keine Überraschung mehr, jeder in unserem Haus wusste mittlerweile das Daniela sich verändern würde und Odette sie ersetzen würde.

Odette erhielt ihren Decknamen übrigens, aufgrund der Tatsache, dass sie wahnsinnig viel in ihren Computer pfaucht, was natürlich jeder von uns mal macht, aber eben nicht so oft. Was mich wiederum aus irgendeinem Grund eher an einen Schwan als eine Katze erinnerte. Erst heute an Tag drei offenbart sich wie passend dieser Name doch sein würde.

Irgendwo schwirrt in meinem Kopf „Eitel wie ein Schwan“ herum, was seltsam ist, denn dieses Sprichwort gibt es nicht, im Sprichwort geht es um einen Pfau, aber eitel würde ich Odette, bisher, ohnehin nicht nennen. Aber sie legt offenbar viel Wert auf ihr Äußeres, was ja an und für sich auch keine schlechte Eigenschaft ist. Was sich unter anderem damit äußert das Odette offenbar täglich auf Pumps setzt, selbst bei Schlechtwetter, wie heute. Hierzu gesellt sich heute ein Mini-Rock, wobei ich, prüde wie ich bin, erwähnen muss, dass für mich alles ein Mini-Rock ist was im stehen über den Knien endet. Besagter Rock, an Odette, endet im Stehen gut eine Handbreit über dem Knie …

Diese Eigenschaften teilt sich Odette mit Ravenna, welche ebenso wie Odette eigentlich gar nicht so heißt. Ravenna, verdankt ihren Decknamen einem Schneewittchen-Film, denn irgendwie denke ich, seit dem ersten Mal an dem ich Ravenna sah „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste im ganzen Land.“, offenbar lag ich mit diesem ersten Eindruck auch nicht so falsch, denn auch Ravenna sieht man nur durchgestylt und in High-Heels …

Nun sollte ich wohl mein Missfallen an Röcken im Allgemeinen einstreuen, ich vertraue diesen Kleidungsstücken einfach nicht, schon gar nicht unter einer gewissen Länge, aber es soll sie bitte Tragen wer will, natürlich auch in der Länge die er möchte … Ich wollte lediglich deutlich machen das eine Ablehnung gegen das Kleidungsstück; Rock und nicht gegen deren Trägerinnen besteht.

Weiter in der Geschichte: Mir ist ja ziemlich alles gleich, solange man mich in Ruhe lässt, was ich wiederum mit einer sagenhaften Ausklink-Methode erreiche, welche noch ausgeprägter ist, seit „Austauschkollege“ Meister Pfriem unser Zimmer mit seiner Anwesenheit … bereichert … Je nach Gemütslage, pflege ich zwei- bis dreimal täglich eine Runde um den Block zu gehen, manchmal auch zwei hintereinander, was auch schon so manchen Kollegen aufgefallen ist und auf Unverständnis stößt … Aber darum muss man sich keine Gedanken mehr machen wenn man in seltsamen Posen am Schreibtisch und Kasten herumkrabbelnd gesehen wurde, weil man das Fenster öffnen möchte … oder während einer Besprechung plötzlich der Wecker vom Wochenende mit „Faith is Blind“ von Black Label Society losging …

Wir haben einen neuen Kaffeeautomaten, vielversprechend steht „Freiverkauf“ darauf, weshalb eine Zwangshandlung bei mir eingesetzt hat, ein Mensch der normalerweise nur eine Tasse Kaffee am Tag trinkt, jeden Tag begleitet mich nun eine neue Kaffeespezialitäten auf meine Rundgang, gestern war es der klassische, heute einer mit Vanille und morgen wird es ein Irish Cappuccino, was auch immer das ist, ich bin gespannt.

Als ich vor die Tür trete, treffe ich auf „Otrere“, welche natürlich auch nicht so heißt, aber eben eine wahre Amazone ist und eine weitere Kollegin, welche ich nur vom sehen kenne, beide halten soeben einen Mittagsplausch, ich werde eingeladen mich dazu zu gesellen, was natürlich jedem meiner Pläne wiederspricht, aber ich beschließe aus Höflichkeit wirklich kurz zu bleiben und mich dann auf meinen Rundgang zu begeben …

„ … der sitzt jetzt halt immer im Auto.“, sagt die Kollegin zu Otrere, ich stehe etwas verwirrt daneben, offenbar geht es weiter im Text, nur welchen? Also klinke ich mich aus und frage mich, warum sie mich zum Plausch einladen und ich stehen bleibe, wenn sie ohnehin über etwas sprechen worüber ich keine Ahnung habe.

Irgendwas sagt Otrere, ich bekomme es in meinen Gedanken nicht recht mit.

„Ich weiß eh nicht was die arbeitet, jetzt legt sie alles dem Lehrling hin, da kann sie ja eigentlich gar nichts mehr zu tun haben.“, ich überlege mir eine Strategie mich schnell aus der Affäre zu ziehen, solche Aussagen kann ich nicht leiden.

„Jetzt hat sie ja lange Haare“, wirft Otrere ein

„Ja … aber nur angeklammert, keine Haarverlängerung … Neue Konkurrenz und Naturblond eben“, ich verstehe den Zusammenhang zwischen angeklammerten Haarteil und Naturblond nicht …

„Meine Lieben, ich wollt noch einige Dinge klären, Studium und so, bis später.“, mit diesen Worten ziehe ich mein Handy aus der Tasche, entferne mich und sende ein Stoßgebet zum Himmel, dass der letzte Teil des Studiums aus persönlichen Gründen nun kurzzeitig auf Eis lag, dadurch ist es mir immer eine willkommene Ausrede …

Während ich meine Runde um den Gebäudekomplex drehe, sehe ich was da jetzt immer im Auto ist und werde schlagartig gewahr, dass vorhin Ravenna das Gesprächsthema war, zwei Wochen vor meiner „Verletzung“, welche mir die Heimarbeit beschert hatte, hatte Ravenna einen Welpen mit in der Firma gehabt. Dies wurde ihr nun untersagt, weshalb der Knirps, ihren Halbtags-Arbeitstag im Auto zubringt. Kurz sticht es mich im Herz, ich hab ja schon ein schlechtes Gewissen wenn meine Hunde in ihrem Spielzimmer etwas länger als üblich auf die Heimkehr von mir oder meinen „Galan“ warten müssen, wobei ihr Zimmer die gesetzliche Anforderung für einen Zwinger für zwei Hunde ihrer Größe erfüllt, sie viel verschiedenes Spielzeug, Wasser und im Sommer natürlich auch Lüftung haben … Demnächst werde ich Ravenna zu diesem Umstand interviewen und wenn der Hund im Sommer im Auto ist, werd ich wohl „bös“, wäre es jetzt Kälter wäre ich übrigens jetzt schon „bös“, immerhin ist es noch immer ein Welpe …

Jedenfalls werde ich am Ende meines Rundganges auch Gewahr, was dann mit neuer Konkurrenz gemeint war, Odette, welche durchaus demselben Typ entspricht wie Ravenna, beide im selben Alter, Blond und recht attraktiv …

Kaum bin ich wieder am Platz kommt auch Otrere herein um Sandra mit dem neuesten Klatsch und Tratsch zu versorgen. Odette ist gerade nicht im Nebenzimmer, weshalb Otrere besonders auf den Umstand einer möglichen Rivalität zwischen Odette und Ravenna eingeht, da ja auch beide derzeit Single wären … Was die alles weiß, geht mir durch den Kopf. Meister Pfriem streut auch zwei Witze über die beiden ein … Im nächsten Moment bin ich „allein“ im Zimmer, meine Scheuklappen ausgefahren und die Ohren zugeklappt, dies musste ich ziemlich bald lernen, ich gehöre nämlich zu der Sorte Mensch, welche irgendwann so genervt von dem Zicken und Tratschen ist, dass sie den Menschen ins Gesicht sagt: „Aber rüber gehen und ihr das jetzt ins Gesicht zu sagen, traust dich auch nicht“, oder „Hast du keine echten Probleme?

Allerdings stelle ich nun fest, selbst ungewollt etwas mehr auf Ravenna und Odette zu achten, weshalb mir heute auch der Rock auffiel … Ich vermisse Daniela, welche wie ich und Sandra meist gemütlich auf Sneakern ins Büro kam … und … das arbeiten von zu Hause …

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