Peeple, doch kein Hoax? Criticalpixie irritiert.

Anfang Oktober 2015 war die Verwunderung, nicht nur bei mir, groß. Eine neue App sollte starten, was ich mit Abstempeln leicht gemacht, ausführlich kommentieren musste.

Nach meinen „Recherchen“ war mir schnell klar, es muss sich um einen sogenannten Hoax, eine Ente, einen schlechten Scherz handeln. Eine App, bei welcher mich jeder X-Beliebige Mensch, mit meiner privaten Telefonnummer, anmelden und in Grund und Boden bewerten kann, egal ob ich zustimme oder nicht, kann für meinen Verstand so einfach nicht existieren.

Ich inspizierte die damalige Seiten, welche ich über Peeple finden konnte, auf Facebook und die eigentliche Homepage der App zum Glück fertigte ich Screenshots an, deutlich war dort zu lesen, dass einerseits, sollte die zu bewertende Person noch nicht auf Peeple sein, könne man selbst einfach ein Konto für diese erstellen, man bräuchte dazu lediglich die Handynummer und das negative Bewertungen 48 Stunden zurückgehalten werden, könne man den Bewerter in dieser Zeit nicht vom Gegenteil oder Zurücknahme bewegen, ginge das negative Kommentar online …

Schließlich konnte ich auch feststellen, dass selbst die Facebook-Page mittlerweile, im Oktober 2015, nicht mehr auffindbar war … und die „angeblichen“ Erfinderinnen selbst gar kein Profil mehr hätten, obwohl eine der beiden noch Ende September ein Kommentar zu Peeple auf ihrer persönlichen Seite gepostet hatte … Also warf ich den Medien auch noch vor ihre Hausaufgaben nicht korrekt durchzuführen, sprach doch wirklich alles für einen, schlechten, Witz … Zumal auch angesehene Anwälte, Google Suche hilft und Menschenrechts-Schützer darauf verwiesen, dass eine derartige Umsetzung gegen alles verstoßen würde, wogegen man nur verstoßen kann … Das kleinste Übel dabei der Datenschutz; kurzum solange mir mein „Galan“ nicht ausdrücklich erlaubt seine Telefonnummer für gewerbliche Zwecke zu nützen, dürfte ich in seinem Namen kein Profil erstellen oder eine Bewertung schreiben, schon gar keine Negative, Rufmord gibt es nämlich immer noch … Wenn auch nur als Privatdelikt. Und genau dies wäre eine öffentliche negative Bewertung, Rufmord, Verleumdung, üble Nachrede, Diskreditierung, oder schlicht weg Mobbing … alles verboten, angeblich.

Verschlafen wache ich heute Morgen auf, die letzten Tage haben mich etwas mitgenommen, nachdem mein Kaffee neben meinem Laptop steht, fahre ich selbigen hoch und beginne diverse Online-Zeitungen zu lesen. Da schreit es förmlich aus dem Bildschirm „Menschen bewerten: Umstrittene App Peeple ist gestartet“, ich ribble mir die Augen, diese Zeitung hatte beim Hype im Oktober nicht berichtet, vielleicht haben sie den Hoax erst jetzt entdeckt, frage ich mich.

Ich tippe „Peeple“ in die Goolge Suche ein und tatsächlich, da sind sie wieder, überall auf Facebook und auch die Homepage hat ein leicht neues Gesicht. Aber der Ton hat sich nun deutlich geändert.

Nun ist „Peeple“ eine positive App für positive Menschen, zwar kann ich noch jemanden bewerten der gar nicht bei „Peeple“ teilnimmt, folgt dieser aber der Einladung zum teilnehmen nicht, wird auch die Bewertung niemals öffentlich gestellt. Auch hat man nun die volle Kontrolle über sein Profil und über die Inhalte darin. Negative Bewertungen, wobei die App im Oktober eben prallte, man könne diese nicht löschen, können nun doch gelöscht werden. Kurzum, nun muss die bewertete Person jede Bewertung auch Freigeben, damit andere User sie sehen können …

Alles etwas seltsam für mich, nun kann ich nur vermuten, das „Peeple“ radikal geplant war, mit negativen Bewertungen, aber den zwei Damen ziemlich schnell ein Licht aufgegangen ist, dass dies so nicht möglich ist. Weshalb nach den ersten negativen Artikeln und angeblichen „Shitstorms“, denn gefunden hatte man ja Anfang Oktober nichts mehr, ein Re-Design stattfand … Also Facebook-Light, heißt jetzt Peeple … Oder war das Gerüchtestreuen über Profilanlegung über Dritte und unlöschbare negative Kommentare einfach nur eine „gute“ Marketing-Strategie?

2 Kommentare

  1. Eine App wie Peeple kann in meinen Augen nichts Gutes bringen. Slebst wenn die Erfinderinnen heute darauf pochen, dass man dort ja lediglich „Empfehlungen“ aussprechen kann. Wenn man sich anschaut auf welche schlimme Weise Menschen jetzt schon, bspw auf Facebook, über andere Urteilen, wird mir schlecht. Einem solchen Vorgehen nun auch noch via App einen Boden zu bereiten, halte ich für schlichtweg falsch. Wer darf sich letztlich erdreisten über andere zu urteilen?

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  2. Ich be-und verurteile Menschen nach wie vor selbst. Ohne App.

    So etwas ist sinnlos und schwachsinnig. Ich hoffe, dass diese App direkt verboten wird. Allein der Punkt, dass mich andere anmelden dürfen, finde ich schon fragwürdig genug.

    Meine Meinung: So eine App ist total asozial.

    Gefällt 1 Person

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