Schubladen, Superkleber und Tabletten: oder jetzt ist er hin

Ich bin wahrlich begnadet und talentiert, wenn es darum geht Sachen zu zerstören, aus meiner Hand fallen zu lassen oder absolut dämlich hinzustellen …

Natürlich tragen eine absolut fehlende Feinmotorik und der Umstand sich nicht auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren zu können, dazu bei, dass eigentlich jeden Tag ein Hoppla passiert, manchmal allerdings so geballt und in einem Ausmaß das ich richtig wütend werde. Die gesamte Einrichtung und mit ihr das gesamte Knusperhäuschen könnte ich dann, tobend vor Wut, auseinander nehmen.

Zudem bin ich ja eher pessimistisch eingestellt, obwohl das Glas bei mir, als ich von diesem tollen Spruch noch nichts wusste, immer schon halb voll war und so fällt mir in meinem grenzenlosen Pessimismus wohl auch eher auf, dass etwas, mal wieder, schief geht, wenn ohnehin gerade alles nicht so rosig ist … Aber dies liegt vielleicht nicht an mir, ich meine in meinem Studium gelernt zu haben, dass Mensch sich wohl gerne ehre an Negatives als an Positives erinnert, deshalb ist es für Führungskräfte auch so wichtig zu loben, dies würden sie nämlich genau deshalb, tatsächlich zu selten tun.

Und es lief absolut nicht rund, seit Anfang Jänner, wie häufige Leser wissen, zuerst verletzen sich die Hunde, dann verletze ich mich, als ich von der Verletzung genese muss ich mir einen Racheninfekt einfangen um schließlich von Austauschkollegen, Meister Pfriem, täglich genervt zu werden. Notiz an mich selbst: Nachsehen was die Bauarbeiter da den ganzen Tag in seinem Büro machen!

Ja ich raunze auf hohen Niveau, tatsächlich behalte ich mir einen Funken Optimismus mit dem Gedanken, wenigstens ist die Bude, oder das Knusperhäuschen noch nicht abgebrannt und das Dach im Keller, welcher eigentlich ein Zubau ist, aufgrund der daraus wachsenden Schwammerln noch nicht eingebrochen … In Wahrheit ist meine Stimmung wohl noch immer etwas getrübt, aufgrund diverser privater Umstände, welche mehrere Personen betreffen … Gerade fällt mir auf, würde das Dach des Kellers, welcher ein Zubau ist, tatsächlich aufgrund der Schwammerln einstürzen, es wäre meine Schuld, viel zu Spät vor Wintereinbruch hatte ich versucht einen Dachdecker zu finden, welcher bereit wäre mein Dach zu decken. Natürlich war im November keiner mehr dazu bereit, so ist das am Land. Soeben frage ich mich ob er wohl zu decken bereit gewesen wäre, hätte ich persönlich vorgesprochen und nicht angerufen …

Verzettelt. Jedenfalls gab es vorige Woche einen Tag, an welchem mir am Morgen, vorerst der oder das Pad für die Kaffeemaschine runtergefallen war, ich zwei Sekunden später meinem Hund auf die Füße latschte und als ich erschrocken zurücktrat den anderen Hund auf die Füße latschte. Schließlich hatte ich auch noch übersehen, dass mein „Galan“ geweckt werden müsse, woraufhin mir der oder das Pad für seinen Kaffee ebenfalls hinunterfiel und schließlich auch noch die Zahnpasta-Tube, der Stöpsel für selbige und natürlich die Zahnbürste … Ach ja, beinahe vergessen und da ich, aus unerfindlichen Gründen plötzlich das Wasser am Waschbecken voll aufdrehte verpasste ich meinem Bauch, ab dem Bauchnabel abwärts, also eigentlich dem Unterleib eine brüh-heiße Dusche und durfte auch noch das Klo putzen, welches so ungünstig neben den Waschbecken steht, dass es eine Ladung Wasser abbekommen hatte … Wenn Kalkwasser trocknet sieht es aus wie „Sau“ …

… Von Meister Pfriem und seinen selbstständigen Umdekorations-Maßnahmen meines Arbeitsplatzes und dem restlichen Tag im Büro sprechen wir jetzt mal nicht … Ich komme also heim, an exakt jenem Tag, es ist Dunkel zu Hause, ich schalte das Licht natürlich nicht ein und hechte hoch um die Hunde aus ihrem Zimmer zu lassen. Klong …. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhh … Sch*ße. Ich humple zurück zum Lichtschalter, als das Licht wenige Sekunden später den Raum erhellt, sehe ich das eine Schubladen-Tür der Kommode im Wohnzimmer runtergefallen ist und neben der Türe selbst natürlich auch der halbe Inhalt, wozu Nähnadeln gehören, wobei davon schon mal eine durch meine Schuhsohle in meinen Fuß eingedrungen war, ohne zu Fragen natürlich, über den Boden verstreut waren. Hastiges zusammenklauben mit dem ein oder anderen Piekser und dem ein oder anderen Fluch, folgte, während die Hunde oben fiepten und durch die Gittertüre beobachteten was ich Verrückte da wohl treibe.

Schnell kann ich die Punkte, Gefahrenquellen entschärfen, Hunde raus lassen und mit Hunden im Garten spielen bis ihnen die Zunge am Boden hängt abhaken. Also entledige ich mich meinem Bürooutfit und schlüpfe in den von mir, zumindest im Winter, bevorzugten Gammel-Look.

Operation, Schubladentür mit Kleber befestigen startet. Schnell wird mir beim Versuch des Anpassens klar, die Geheimwaffe doppelseitiges Klebeband, lässt mich hier kläglich im Stich. Ich denke an das Gafferband, jedoch würde dies unmöglich aussehen. Da erspähe ich, in der klaffenden Öffnung der Schublade, welche mal eine Tür hatte, Superkleber. Vorerst kommt aus der Klebstoff-Kanüle nichts heraus, was daran liegen könnte, dass er älter und offen ist, wer ihn gekauft oder benützt hat weiß ich übrigens nicht, auch nicht wozu.

Ich stochere also mit einen Zahnstocher, weil der nun einmal zum stochern da ist in der Öffnung rum, tatsächlich plötzlich „rinnt es“, also lege ich den Zahnstocher, geistesgegenwärtig wie ich bin, auf den Boden. Bestreiche die vier Holzknubbel, welche eigentlich der Holzleim mit der Schublade hätte verbinden sollen, wobei Kleber auf meinen Finger läuft und versuche die Schubladentür einzupassen, was aus irgendeinem Grund nicht auf Anhieb funktioniert, also passe ich die Schublade unten ein, da muss ja nämlich auch noch der Schubladenboden „greifen“ streiche oben nochmal Superkleber auf die Holz-Knubbel und knalle die Schublade mit roher Gewalt darauf … Hat funktioniert.

Offenbar mein Glück das der Super-Kleber etwas älter ist, der Zahnstocher lässt sich mit Ach und Krach noch vom Boden lösen, ich wasche meine Hände, bis vor einigen Tagen, war ein kleiner Rest Superkleber noch auf meiner Haut … Dussel ich … Also wieder retour zur Schublade und den Inhalt, welcher vom Boden, achtlos auf die Couch gewandert ist, wieder einräumen. Mit „normalem“ Zug versuche ich die Schublade zu öffnen … Es geht nicht, keinen Millimeter bewegt sie sich. Also wende ich etwas Gewalt an, wodurch ich meine Hand und den Griff der Schublade in den Magen bekomme, aber wenigstens ist sie offen, ich Pfauche, offenbar gut und beeindruckend, meine Hunde ziehen es vor wieder rauf in ihr Zimmer zu gehen.

Nun weiß man allerdings noch nicht was meinem Laptop zustieß und tatsächlich stieß es wohl angesichts der Optik, welche er seit gestern zeigt. Gestern war übrigens auch kein guter Tag, von allen Pleiten, Pech und Pannen, reicht es wohl zu erwähnen, dass ich im Büro, beim Versuch das Fenster zu öffnen, wozu ich Turnübungen am Schreibtisch und dem Kasten zwischen selbigen und Fenster vollführen muss, von letzterem „fiel“ … Einzelheiten dieses Zwischenfalles werden nun ausgelassen, ich habe mich genug vorgeführt.

Jedenfalls komme ich vollbepackt mit Hundefutter und Medikamenten, für die Hunde, durch die Haustüre, über meinem Laptop in der Küche ist auch ein „Schränkchen“ mit Schiebetür, ja bei 35m² verbaute Fläche, zwei Menschen, zwei Hunden und dem ganzen Kram der sich da so ansammelt empfiehlt es sich so einige kleinere Verstaumöglichkeiten in angenehmer Höhe an der Wand anzubringen. Eilig wie ich es habe, meine Hunde aus dem Zimmer zu holen und mit ihnen im Garten bis zur Erschöpfung zu spielen, stelle ich die harte Dose für die Medikamente unachtsam in den Schrank, als wir einige Zeit später wieder das Häuschen betreten, befindet sich diese Tablettenbox, aufgeplatzt auf meinem Laptop, ich räume die Misere auf, starte meinen Laptop und sehe … (siehe oben) … Juhu …

Allerdings klebt die Nähnadelpackung, in welcher sich die Nähnadel befindet, welche in meinen Fuß eindrang, nun in der Schublade fest, es hatte also auch was gutes …

4 Kommentare

    • Ah geh 🙂 aber mein „Galan“ hat ein neues Display bestellt … scherr scherr kratz kratz … wann kommt die post … bis dahin sitz ich auf meinem „Studienpc“ sehr alt – sehr langsam – da merkt man erst wie sehr Technik einen doch verwöhnt …

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      • Ja, ich kenn das, ich hatte das gleiche Problem – allerdings hatte ich mich selbst ungeschickterweise mit dem Ellenbogen auf den zugeklappt auf der Sofalehne stehenden Laptop gestützt. Das gab tolle Muster!
        Und dann merkt man, wie sehr man sich doch an den ganzen technischen Komfort gewöhnt hat.

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