Eine explosive Nacht in Graz mit: Ebony Archways, So I Sin, Night Falls Last & The Sorrow

Criticalpixie on tour, mit dieser Meldung versuchte ich Neugierde bei meinen Lesern zu wecken, aber wer mich kennt und häufiger mitliest, weiß wohl, zu den wenigen Dingen, welche mich dazu bewegen einen Kurztrip einzulegen, zählen tolle Bands …

… da Kultur, oder eine unbekannte Stadt, in sich aufnehmen einfach etwas länger dauert, als eine Nacht oder Tag. Allerdings versuchen mein „Galan“ und ich morgen dennoch unser Glück und möchten einige Sehenswürdigkeiten in Graz, welches in der schönen Steiermark liegt, besuchen. Dazu morgen mehr.

Aufmerksam verfolge ich seit einiger Zeit die Aktivitäten des BandMeetsBand-Vereins, welcher 2014 zur Förderung der österreichischen Rock- und Metallszene gegründet wurde, via Facebook. So entging mir die Werbung für das Feel the Noise – Warm Up – Festival nicht. The Sorrow sollten auftreten und somit war für meinen „Galan“ und mich schnell klar: Wir werden dort sein!

Fälschlicherweise dachten wir, oder ich, dass die Bands erst gegen neun Uhr abends, oder eher nachts, starten sollten, gegen sechs Uhr nachmittags, als wir uns im Hotel befanden und soeben überlegten die ersten Sehenswürdigkeiten abzuklappern, wurde durch einen flüchtigen Blick auf Facebook schnell klar, wir, oder doch ich, hatten uns geirrt, die erste Band würde bereits um sieben Uhr starten. Schnell machten wir uns fertig und erschienen, gegen unsere, oder doch meine, Gewohnheit, rechtzeitig am Veranstaltungsort: Dem Explosiv in Graz, einem Jugendzentrum, welches es offenbar in sich hat. Neben einem großen „Aufenthaltsraum“, in welchem sich die Garderobe, Toiletten, Merchandise-Stand und Bar befand, bot oder besser gesagt bietet es auch eine Halle, in welcher die Bands ihre Auftritte absolvierten.

Der Herausforderung den Abend zu eröffnen stellten sich Ebony Archways, eine Grazer Band, welche erst vor einem Tag in Wiener Neustadt (Niederösterreich), einen Auftritt absolvierten. Solider Metal, mit Drums einem Donnergrollen während eines starken Gewitters gleich, schmettert mir um die Ohren. Ein Gitarrist der während der gesamten Performance alles gibt und seine lange Mähne herumwirbelt. Der Sänger, welcher mich mit einer klaren Stimme überzeugt, bewahrt sein Bier während des Auftritts in einer Halterung, montiert am Mikrofonstände, auf. Tatsächlich kommen sie mir etwas zurückhaltend vor. Allerdings hatte die Band eben erst gestern Abend einen Auftritt und wird durchaus erschöpft sein. Zudem ist die Halle noch etwas leer, was ich auf den Umstand schiebe, dass es nicht „cool“ ist bereits um sieben auszugehen, Pech für die Besucher welche noch kommen werden, kurz vor Ende steht für mich fest; ich werde die Band jedenfalls bis auf weiteres im Auge behalten. Die dunkelhaarige Schönheit, welche während des gesamten Auftritts, direkt vor der Bühne mit ihrer Begleitung tanzte, wird mir hiermit wohl recht geben.

Vor ihrem letzten Song bedanken sie sich bei Dominik, von BandMeetsBand und Max für die Möglichkeit, des heutigen Auftritts.

Eine Pause folgt, wobei die meisten Besucher aus der rauchfreien Halle strömen. Ich verweile, sehe mir die Umbauarbeiten an und folge dem Soundcheck der nächsten Band: So I Sin, aus Hartberg und Fürstenfeld, was ich soeben besonders gut finde, warum kann ich erst morgen erläutern, da es mit der Band nicht viel zu tun hat.

Selbiger, der Soundcheck, verspricht bereits viel. Begeistert folge ich den ersten Titeln der Band. Nach drei Songs wird die Halle erhellt, der Sänger erlaubt sich einen keinen Scherz und bittet darum das Licht wieder zu dimmen, da er sich fürchten würde, wenn er sehen kann vor wie vielen Menschen er spielt. Während des nächsten Titels blicke ich in die Menge, die Halle hat sich bereits stärker gefüllt, sämtliche Köpfe „wippen“ im Takt.
Die Drums dieser Band überzeugen ebenfalls, beinahe denke ich an Feuerwerkssalven und auch die Gitarrensoli scheinen es mit den ganz großen aufnehmen zu können, bei manchen muss ich beinahe an Slash denken. Während dem Song „Angelking“, dringt die Stimme des Sängers einem dunklen Fürsten gleich an mein Ohr, sie haben mich, still stehen wird mir unmöglich, auch ich ergebe mich dem Rhythmus „wippe“ im Takt und stampfe mit meinem Fuß zu den Drums.

Zwischen den Songs beziehen sie immer wieder das Publikum mit ein, „unterhalten“ sich mit ihm, die Menge kommt mir etwas „scheu“ oder „still“ vor, doch kaum das So I Sin wieder spielen, „wippen“ erneut alle Köpfe im Takt.

Deutlich sticht mir der Bass-Spieler ins Auge, energiegeladen füllt er seinen Platz auf der Bühne, „tollt“ und tanzt herum und animiert auch immer wieder das Publikum mit ihm, oder besser der Band zu feiern.

Tatsächlich bin ich etwas „traurig“ als ihre Zeit vorbei ist, gerne hätte ich noch einigen weiteren Songs gelauscht, allerdings sicherten sich mein „Galan“ und ich in der folgenden Pause ihre CD, wodurch ich dies wohl nachholen kann, morgen während der Heimfahrt.

Während exakt dieser Pause, welche eigentlich auch Halbzeit bedeutete, bleibe ich einige Zeit, alleine, an der frischen Luft, während mein „Galan“ drinnen für alkoholischen Flüssigkeits-Nachschub sorgt. Er trifft einen netten und überaus flüchtigen „Bekannten“ am Merchandise-Stand und meint dieser würde sich über meinen Besuch freuen. Als ich nach drinnen gehe, treffe ich den So I Sin – Sänger und komme nicht umhin ihn zu sagen, dass der Auftritt tob war und was er wohl davon halten würde, würde man seine Stimme mit einem „dunklen Fürsten“ vergleichen … Viel getrunken habe ich nicht, zwei Becher weißen Spritzer, dennoch gebe ich dem Alkohol die Schuld, nüchtern würde ich derartiges niemals machen … Seine Antwort behalte ich für mich, verweise jedoch darauf, dass ich mein erwähnen der Stimme eines „dunklen Fürsten“ auf literarische Freiheit schiebe und es als großes Kompliment meine.

Die „Halbzeit“ geht zu Ende und Night Falls Last betritt die Bühne, die Halle wird nun etwas voller. Bereits während des ersten Songs zeigt sich, die modern trash Metal Band aus dem schönen Hartberg, legt gewaltig vor und heizt der Menge vor The Sorrow gekonnt ein. Es scheint alle Hände und Stimmen sind erhoben, obwohl dies eben eher nicht nur so scheint, sondern auch den Tatsachen entspricht. Mein „Galan“ verlässt die Halle um flüssigen Nachschub zu kaufen, sein Pech, er verpasst einen kurzen Circlepit. Auch wenn ergreifend wohl das falsche Wort ist, bin ich ergriffen von der Stimmung in der Halle und erneut traurig darüber, dass es in Österreich für aufstrebende Künstler keine wirkliche Plattform gibt. Ziemlich sicher könnte Night Falls Last, ebenso wie die Bands davor, auch Nova-Rock-Besuchern gehörig Feuer unterm Hintern machen, mich hauen sie jedenfalls um, vor Begeisterung.

Als Night Falls Last, seinen Auftritt beendet und ich in der Pause die Bands und die Fans hier nochmal in meinem Geiste durchgehen lasse, bin ich nicht sicher wann ich das letzte Mal so eine tolle Stimmung erlebt habe. Vielleicht liegt es an der Größe der Halle und dem Umstand das ich etwas mehr im Geschehen stehe als üblich, aber es ist sehr lange her, dass ich eine derart große Begeisterung von Band und Fans mitbekommen habe.

Ich komme nicht umhin zu sagen: Schade, dass ich Night Falls Last, erst kennenlerne, als sie das letzte Mal in Originalbesetzung spielen. Der Keyboarder wird die Band verlasssen …

Die letzte Pause vor The Sorrow, tatsächlich treffen wir auf den Schwager des Sängers, welcher mich erkennt und mir sagt meine Texte zu mögen. Ich bin etwas peinlich berührt aber freue mich auch sehr. Immerhin ist es ja der Sinn der Sache, des Schreibens, meine ich jetzt und wenn dadurch mehr Menschen auf tolle, heimische, Bands aufmerksam werden ist es ohnehin eine Win-Win-Situation …

Bei The Sorrow ist die Halle, wie zu erwarten, brechend voll, während Burial Bridge singt die Menge um mich derart lautstark mit, dass ich den Sänger kaum noch hören kann. Überwältigend. Ein BandMeetsBand-Crew Mitglied steht neben mir und feiert ebenfalls ordentlich mit, ziemlich bald muss er sich seinen Pullover ausziehen.

Eigentlich habe ich keine Lust mehr Fotos und Videos zu machen und singe selbst, mal wieder dreifach, laut, falsch und mit Begeisterung, während des Auftritts mit. Ruhig stehen ist mir nun gänzlich unmöglich, nicht nur, weil ich wie erwähnt, viel Schönes mit Songs von The Sorrow und meinem „Galan“ verbinde, sondern weil mir dieser Auftritt von ihnen besser vorkommt als der letzte zu Halloween. Wobei dies durchaus positiv gemeint ist, nicht viele Bands schaffen es einem bei jedem neuen Auftritt neu zu begeistern und einem das Gefühl zu geben sich gesteigert zu haben.

Ich sehe einen Circlepit und Fans welche mit sogenannten „Stage-Diving“ beginnen, kaum verwunderlich, so wie The Sorrow heute spielt. Vor Crossing Jordan, eines meiner Lieblingslieder, welches nach wie vor in meinem Auto und auf meiner Sportliste zu finden ist, bittet The Sorrow, alle Anwesenden in die Hocke zu gehen und bei vier aufzuspringen, tatsächlich folgt die ganze Halle nur zu gerne dieser Bitte. Herrlich. Erneut singt die Menge lautstark mit.

Sie bitten einen Fan zu sich auf die Bühne, Christopher, ich muss schmunzeln als dieser offenbart, dass er extra aus Niederösterreich hergefahren ist, nur um The Sorrow zu sehen, eigentlich wie ich und mein „Galan“, zum zweiten Mal.

Auch der schönste Abend muss irgendwann enden, gegen Ende sind beinahe dauerhaft alle Hände erhoben, ebenso wie Handys und irgendjemand im Publikum beginnt gar Seifenblasen „aufsteigen“ zu lassen.

Tatsächlich verlasse ich das Gelände mit dem Gefühl das beste Konzert seit langem besucht zu haben. Dem Feel the Noise – Festival haben die vier Bands des heutigen Abends in jedem Fall einen würdigen Auftakt bereitet … Einziger Kritikpunkt wäre wohl die Lichtshow vor der „Halbzeit“, ähnlich einem Stroposkoplicht und teilweise störend und blendend.

Fotos gibt es hier  & Videos hier

Professionele Impression des Abends von Cheap Shots Productions

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