Ostern wird schärfer

Vor einigen Tagen, genauer elf, wollte es das Schicksal, dass ich meinem geliebten Laptop ein Leid zufügte, oder genauer seinem Bildschirm …

Da ich, wie man mittlerweile weiß, nicht unbedingt ein Fan neuer Errungenschaften bin, wobei es hierfür einige Beispiele wie den Fernseher mit Eigenleben oder das langsam aber sicher altersschwache Mobiltelefon gibt, beschloss ich natürlich keinen neuen Laptop anzuschaffen, obwohl dieser ohne Ladekabel sich strickt weigert länger als eine halbe Stunde mit seinem Akku zusammenzuarbeiten, sondern einen Bildschirm zu bestellen.

Mein Hang an diesem Gerät, könnte allerdings auch ein wenig damit zu tun haben, dass ich diesen Laptop von meinem „Galan“ geschenkt bekommen habe, genauer ist es sein alter, welcher ihm überflüssig wurde als er sich diese neuartige Miniaturausgabe eines Laptops zulegte. Verbinde ich etwas mit einer Sache, Gegenstand oder sonstigem fällt es mir mitunter schwer mich davon zu trennen, was aber auch in der Natur meines Sternzeichens liegen soll.

Jedenfalls wurde zu diesem Zwecke, der Bildschirmbeschaffung, die Internetseite eines Versandhauses geöffnet und „Display Asus“ in die Suchzeile eingetippt, nur um nun zu erfahren, was ja eigentlich logisch ist, das es verschiedene Laptops und Displays von Asus gibt.

„Duhu … Welchen Laptop habe ich da eigentlich.“, mein „Galan“ soeben in seinen Laptop vertieft „Einen Asus.“

„Ja soweit war ich auch schon, geht es genauer?“

„Du musst unten nachschauen.“

„Machst du mal?“, frage ich, nachdem er genau neben dem lädierten Teil sitzt und ich mich soeben mit meinem alten HP-Schullaptop herumschlage.

„53“

Ich tippe die Zahl dazu „Und welchen genau?“

„Weiß ich nicht“

„Schaust du bitte nach?“, obwohl ich bitte sage, werde ich etwas unwirsch

Nachdem ich endlich die komplette Bezeichnung meines Laptops kenne tippe ich diese ein, die Produktinformation informiert mich über verschiedene Anschlussseiten und Dioden rechts oder links.

Erneut befrage ich meinen „Galan“.
„Ja das wird schon passen … Glaub ich.“

„Glaubst du?“, Worte welche Frau die sich soeben mit unbekannten Dingen beschäftigen nicht hören möchte.

„Ja bestell das“

Also bestelle ich, mit etwas Bauchweh, zugegebenermaßen. Das Warten beginnt, sowie das Weiterarbeiten auf meinem alten Schullaptop, welcher kein eigenes Nummernfeld hat, was ich nicht sonderlich leiden kann, aus diversen Gründen bestehe ich auf ein eigenes Nummernfeld auf meinem Laptop, so fällt mir ein das Carboni, mein privater Laptop, seinerzeit dual zum Studienlaptop, welcher eines Tages beschloss derart langsam zu werden, dass man sein i3 Prozessor beschlossen hätte ein i1 Prozessor zu werden, obwohl es i1 gar nicht gibt, ein eigenes Nummernfeld hat.

„Kann man nicht das, was den Asus schnell gemacht hat auch in den Carboni einbauen?“, frage ich meinen „Galan“.

„Den Arbeitsspeicher, wenn der Ram-Riegel passt“

Ich habe zwar keine Ahnung wovon er spricht, bitte ihn aber dennoch dies zu tun, da der Schullaptop, neben dem fehlenden Nummernfeld, zum Zeitpunkt der Arbeitswiederaufnahme keine Programme mehr besaß, früher verbrannte man nach Schulabschluss seine Bücher, mich ritt der Teufel und ich löschte alles was auf den Schullaptop oben war, keine Ahnung warum, aber irgendetwas habe ich mir dabei wohl schon gedacht … Nur was?

Die Operation schlägt fehl, Carboni hat kein Bild mehr und gibt einen durchgehenden Pfeifton von sich, mein „Galan“ schwafelt irgendwas von Latenzzeit, wobei ich wieder keine Ahnung habe wovon er spricht und baut alles wieder um … Carboni ist nun nicht mehr, er nahm uns die Operation anscheinend übel.

Also organisiere ich mir eine Testversion von Office und arbeite wieder mit dem Studienlaptop, schnell stelle ich fest wie verwöhnt ich doch von Asus bin. Auf den Genuss des Musikhörens am Laptop, verzichte ich komplett, da es kein Genuss ist am Studienlaptop Musik zu hören, auch einige Videos kann ich mir nicht mehr ansehen, da ihn so gut wie alles überfordert. Selbst Word und Power Point gleichzeitig zu benützen.

Jedes Mal beim Hochfahren frage ich mich ob ich die Einschalttaste überhaupt erwischt habe oder der Laptop an einem Virus leidet, derart lange Startvorgänge sind mir mittlerweile unbekannt. Selbiges gilt natürlich auch für sämtliche Ladevorgänge. Langsam aber sicher bin ich genervt und beginne doch tatsächlich extra zehn Minuten für die Arbeit am Studienlaptop einzuplanen, da erhalte ich auch noch eine Mail, dass sich meine Lieferung des Displays wohl verzögern wird.

Bei der Planung für das Geburtstagsgeschenk meines „Galans“, würde ich ihn am liebsten aus dem Fenster werfen, den Laptop natürlich, nicht den „Galan“, besinne mich aber eines besseren, denn ein langsamer Laptop ist noch immer besser als gar kein Laptop und verlege die Planungen in die Mittagspause im Büro.

Schließlich kam Karfreitag und mit ihm mein lang ersehntes Display, wodurch ich an diesem Tag nicht nur triumphierend Reinigungstücher in die Höhe hielt sondern auch mein Display als der „Galan“, nach seiner Arbeit zu Hause eintrifft.

Mittlerweile an den Studienlaptop gewöhnt, habe ich kein Problem damit, dass mein „Galan“ die Reparaturarbeiten erst am Samstag startet.
Während ich mit den Hunden einen kleinen Lauf hinter mich bringe und anschließend meine Muskeln mit dem anstehenden Programm quäle, werkelt er fleißig am Laptop herum, ich bin fasziniert was er alles abbauen muss nur um das Display zu tauschen. Weniger fasziniert bin ich von seinem Startsatz „Hoffentlich bekomm ich das hin“ und den gelegentlichen Seufzern die er von sich gibt.

Aber er hat es geschafft, Asus erstrahlt wieder in seinem alten und dann doch neuen Glanz, sehr schnell gewöhne ich mich wieder an den Komfort eines schnellen Startvorgangs, dem unverzüglichen öffnen von Programmen und der Möglichkeit, während dem Schreiben wieder von toller Hintergrundmusik begleitet zu werden …

Zwar wuchs ich noch ohne diesen ganzen technischen Schnickschnack auf, aber anscheinend gewöhnt sich Mensch dann doch sehr schnell an diesen … Ich bleibe zurück mit der Frage, gefiel mir Campen ohne Technik immer nur deshalb so gut, weil mein Unterbewusstsein wusste, welcher Komfort auf mich zu Hause wartet … Mir scheint meine Annahme auf diesen Komfort verzichten zu können soeben falsch …. Jedenfalls schließe ich mit der Erkenntnis: Ostern ist (wieder) deutlich schärfer

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