Tattoos: Geschwärzt in dieser geschwärzten Welt

Komplett schwarze Tattoos, seit einigen Tagen ein kleiner Hype in den Medien und auf Instagram, Auslöser ein Bild von Tattoo-Künstler Chester Lee, welcher selbst über schwarz tätowierte Augäpfel verfügt, ein neuer Trend wird vorhergesagt, die Anfragen nach großen schwarz tätowierten Hautflächen sollen in den Studios steigen. Nur was ist der Unterschied zwischen Blackwork und Blackout-Tattoo , kann man sich mit einem derartigen Wunsch jedem Tätowierer anvertrauen und was kommt da eigentlich auf einen zu?

Verfolgt, woher es kam, hatte ich es nie, dennoch gingen Sprüche und Sätze wie „Pink is the new Black“ oder „Blau ist das neue Schwarz“, nicht an mir vorbei. Pah, in meinen Augen war schon immer Schwarz das neue Schwarz und die Tattooszene scheint mir Recht zu geben.

Präferierte ich bis dato ohnehin Schwarz-Grau-Tattoos, bin ich mitunter etwas fasziniert von Blackout, was schwärzen bedeutet und Blackwork-Tattoos. Der kleine aber dennoch feine Unterschied ist schnell erklärt, während ein Blackout-Tattoo, bereits seit vielen Jahren, weshalb ich den derzeitigen Hype nicht recht verstehe, gerne als Cover-UP dienen muss um alte Tattoosünden verschwinden zu lassen, wird beim Blackwork-Tattoo mit großen schwarzen Flächen, ein eigenes Kunstwerk kreiert.

Einige oder mittlerweile viele meinen zwar, dass ein Tattoo nicht unbedingt eine Geschichte braucht und dieser Standpunkt hat durchaus seine Berechtigung, allerdings denke ich das ein Motiv mit emotionalen Hintergrund eine höhere Lebenschance und niedrigere Bereuungsrate hat, als der Tiger oder Totenkopf den man sich hat stechen lassen, weil es gerade Trend war, oder wie es derzeit heißt; in Mode sind.

Mitunter ein hinkender Vergleich, aber ich finde es viel schöner das Kaiserin Elisabeth, oder auch Sissi, einen Anker auf ihrem Schulterblatt trug um ihre Liebe zu Reisen auszudrücken, anstatt dem Gedanken sie ließ ihn sich stechen weil es gerade am Hofe in Mode war … Tinte in der Haut ist letztendlich doch etwas ganz anderes als ein Haarschnitt oder ein paar Jeans …

Aber zurück zum Punkt, um im oder mit dem Prozess des Schwärzens der Hautfläche auch Kunst in Form von Symmetrie, Geometrie oder gar kleinen Motiven in die Haut zu bringen, braucht es einen guten Künstler. Ein derartiges Tattoo stellt hohe Ansprüche an selbigen, aber auch den Kunden, ein langer mühsamer Prozess mit einer Extraportion Schmerz und diesen auch über einige Tage, ein Tattoo schwillt „heiß“ an und ist Tagelang gerötet und sondert jede Menge Wundsekret ab.

Um ein optimales Ergebnis zu gewährleisten, ist es unabdingbar das Tattoo gut zu Pflegen und geschmeidig zu halten, sofern man nicht Nachstechen möchte.

Viele der Arbeiten sehen tatsächlich ziemlich gut aus, dennoch sollte man es sich zweimal überlegen, denn große schwarze Flächen sind in jedem Fall extrem.

weitere Bilder bei Chester Lee, oder Oracle Tattoo oder Oddtattooer

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