Das Neuner Haus, Obdachlose und Online Kommentare

Mein morgendlicher Koffeinschub, findet wie meist ohne „Galan“ statt, der heute allerdings nicht viel länger als ich schläft, kaum habe ich meine Tasse zur Hälfte gelehrt, was bedeutet das selbige halb voll ist, stößt er zu mir am Frühstückstisch … Wie es die soziale Arbeit mit sich bringt, setzt er sich, nachdem ich ihm seinen Koffeinschub reiche, an die Arbeit für ein wohltätiges Fußballturnier, an welchem auch das Neuner Haus teilnimmt …

… also begnüge ich mich damit durch das Weltgeschehen zu Surfen und da ich es mir angewöhnt habe Kommentare, in Online-Medien, zu lesen auch bei nicht von mir präferierten Medien, lese und lese ich …

Sensibilisiert durch die Arbeit meines „Galans“, wobei er vor allem in Belangen des wohltätigen Fußballturniers auf meine private Hilfe zählen kann, entdecke ich einen Artikel über ein neues Projekt des Neuner Haus.

„Schleichwerbung“:
Spenden ohne Zahlen, dass geht, alles was man dafür tun muss ist die homesweethome-Homepage zu seiner fixen Startseite zu machen.

Die Idee ist simpel und gleichzeitig genial, je mehr Menschen diese Homepage zu ihrer Startseite machen, desto interessanter wird sie für Firmen und deren Werbezwecke, stellten Firmen nun dort Werbung kostenpflichtig ein, kommt das Geld postwendend Obdachlosen zugute.

„Allein in Wien sind über 10.000 Menschen obdach- oder wohnungslos. Wir helfen mit günstigen Wohnungen und sozialer Betreuung zu einem Neustart in ein selbstbestimmtes Leben„, erklärt Neuner Haus-Chef Markus Reiter, welcher auch gerne zu den Trainings und Spielen der Neuner Haus-Fußballmannschaft kommt, wenn es seine Zeit erlaubt.

Es wird darauf verwiesen, dass auch einige einheimische Prominente diese Idee, oder Projekt unterstützen.

Noch schmunzle ich, dann scrolle ich runter zu den Kommentaren:

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Dezent gesagt platzt mir, ob dieser Vorurteile und der offensichtlich nicht vorhandenen Bereitschaft ich zu informieren, die Hutschnur. Obgleich Informationsbeschaffung im Internet teilweise recht zügig von statten geht.

Flüchtling ist nicht Obdachloser! Wie auch dieser Artikel beweist:

kein-asyl-fuer-obdachlose-Kopie

Und Obdachloser ist nicht, automatisch, Ausländer! Es sind Frauen, welche obdachlos werden, weil sie sich von ihrem Mann scheiden ließen. Es sind Frauen und Männer, welche nach einem traumatischen Schicksalsschlag, zum Beispiel: Tot des geliebten Partners, ihren Zahlungspflichten, trotz Arbeit, nicht mehr nachkommen können. Es sind Frauen und Männer, welche zwar Arbeiten, sich aber dennoch keine Wohnung leisten können. Es sind alte Frauen und Männer, welche sich in der Pension, kein Dach mehr über den Kopf leisten können.

Natürlich sind es auch junge Erwachsene, wegen Drogenproblemen, von den Eltern auf die Straße verstoßen und aus anderen Gründen psychisch kranke Menschen, welche keine Arbeit vermittelt bekommen.

Lange Rede kurzer Sinn, die Menschen welche von diesen Einnahmen, denn Spenden in dem Sinn sind es nicht, profitieren sind: Einheimische!

Treffen kann Obdachlosigkeit jeden und überall! Auch ich bin nicht davor gefeit morgen meinen Job zu verlieren und mir aus Folge daraus, eventuell, meine Behausung nicht mehr leisten zu können. Was in meinem Fall in weiterer Folge bedeuten würde, auch meine tierischen Wegbegleiter nicht mehr adäquat versorgen zu können.

Denn auch hier unterstützt das Neuner Haus, damit Tierheime entlastet werden und Mensch seinen geliebten Vierbeiner nicht verlieren muss, sorgt das Neuner Haus, für welches auch meine Tierärztin arbeitet, für Tierärzte welche dem vierbeinigen Liebling kostenfrei helfen.

Einige Menschen sind gar freiwillig Obdachlos, es ist ihr Wunsch auf der Straße zu leben, auch hier hilft das Neuner Haus und bietet solchen Menschen ärztliche Versorgung an.

Ich bin ein wenig erschüttert über all diese Kommentare, zumal nicht zum Spenden sondern zum Einrichten einer Startseite gebeten wird … Vielleicht sollten all diese Häuser einfach mehr Vernissagen organisieren, tatsächlich befinden sich unter vielen dieser Obdachlosen begnadete Künstler, einer spielt mir am Klavier vor, so schön, dass mir beinahe die Tränen kommen, der nächste malt auf Glas, so schön und detailgetreu das man meinen könnte die Figuren stünden tatsächlich im Garten ….

… es bleibt ein Gedanke, nicht alles was Negativ behaftet ist, ist auch Negativ … tatsächlich kann man viel von Menschen, welche ganz unten waren lernen …

Für Informationswillige, gibt es Infos aus erster Hand hier und auf Facebook.

 

 

 

Und da ich es mir nicht verkneifen kann auf den FPÖ-Kommentar zu antworten, welche man durchaus mit der deutschen AfD vergleichen kann; 1998 erklärte Wiens politische Führung, dass in unserer Stadt Obdachlosigkeit kein Problem sei. Einige engagierte BürgerInnen des 9.Bezirks sahen dies anders und wurden selbst aktiv. … 1998 war Wiens politische Führung die SPÖ und wie Hasstiraden-Schwinger und Comic-Maxerln Obdachlosigkeit anders behandeln sollten ist mir ein komplettes Rätsel ….

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