Unbeabsichtigte Privatvorführung, oder Batman vs. Superman

Der galansche Geburtstag wurde am Wochenende feuchtfröhlich unter Freunden begossen, gefolgt von dem Entschluss am folgenden Tag das Kino aufzusuchen, sowie einem Kater, allerdings ohne Theater …

Der Galan hatte etwas länger geruht als ich und nachdem ich mit den hündischen Damen des Hauses eine Runde laufen war und zweimal die Tankstelle besuchte, da ich beim ersten Besuch die Milch vergas, meldete sich nach einer Brotzeit oder einfach sehr späten Frühstück mein Magen, welcher offenbar an einer Gastritis (?) leidet, und wie er sich meldete. Abscheulich, weshalb sich meine Hoffnung auf eine Rollkur stüzt, aber dazu kommen wir später.

Ausruhen ging jedoch nicht, denn kaum hatte ich zehn Minuten gedöst, war es auch schon Zeit zu den galanschen Eltern aufzubrechen und anschließend mit einem Freund, nennen wir ihn Pheodor, das Kino zu besuchen.

Zwischenzeitlich hatte sich Regen über der Stadt ergossen und einige Pfützen hinterlassen, nachdem der Galan und ich die Kinokarten besorgt hatten und darüber informiert worden waren, dass der Kinosaal uns alleine gehören würde, warteten wir vor dem Kino auf Pheodor. Selbiger kam auch alsbald und wir plauschten noch etwas, bis schließlich ein Auto etwas zu zügig vorbei fuhr und dem Galan, sowie Pheodor einige Spritzer des, auf der Straße gesammelten, Regenwassers auf deren Hosen spritzte…

Nun komme ich nicht umhin zu erwähnen, dass mir der Kinobesuch nicht sonderlich viel Freude bereitete, einerseits habe ich bereits erwähnt, dass es mir im Kino grundsätzlich zu laut ist und ich mir deshalb meist die Ohren zuhalte, andererseits reizte mich dieser Film nicht sonderlich … Allerdings gibt es auch Schlimmeres.

Pheodor, der über einen überaus angenehmen Charakter verfügt, gesellig, tüchtig und strebsam ist, darf sich zu Recht eines offenbar großen Bekanntenkreises erfreuen. So kannte er auch den „Vorführ-Mann“ aus dem Kino, mit welchem er kurzerhand aushandelte keine Werbung und nur gute Trailer, vor dem Film zu spielen.

Tatsächlich konnte ich der Idee diesen kleinen Kinosaal für uns allein zu haben gleich noch viel mehr abgewinnen, bekam es nun Wohnzimmer-Charakter

Dann folgte für mich eine Zeit der Verwirrung, ganz ganz dunkel erinnerte ich mich noch an den „Vorfilm“ Man of Steel, weil Mann aus Stahl wohl doof kling.

Unweigerlich kommt mir zu Anfang des Filmes ein bestimmtes Datum in den Sinn, man sieht wie Ben Affleck alias Bruce Wayne durch Gotham City rast, in einem Jeep. Wobei dieser Name tatsächlich ein Spitzname für New York ist, bereits 1807 benützte Washington Irving diesen Namen für New York, auch 1844 schreibt Edgar Allen Poe über das Alltagsleben in New York in Doings of Gotham

Trümmer regnen vom Himmel, Hochhäuser stürzen ein und Menschen fliehen verzweifelt von einer Staubwolke, in welche Bruce Wayne hineinläuft, er passiert paralysierte von Staub bedeckte Passanten und erblickt schließlich den Verursacher dieses Chaos, Superman im Endkampf mit Zod, aus dem Film Man of Steel, seines Zeichens ebenfalls Kryptonier …

Batman alias Bruce Wayne, scheint eigentümlich geworden, der mürrische Blick seiner Maske, hat sich offenbar auf sein Gesicht übertragen, denn selbiger ziert rund um die Uhr sein Gesicht. Zudem brandmarkt er jetzt gerne Verbrecher mit seinem Fledermaus-Zeichen und scheint von seltsamen, prophetischen Albträumen geplagt, alles in allem wirkt der exzentrische Milliardär verbittert und ausgebrannt, gleichzeitig aber dennoch entschlossen … Nur wozu, da kam ich nicht mit.

In der Zwischenzeit ist Superman damit beschäftigt Louis Lane zu retten, nachdem sie sich mal wieder in eine gefährliche Situation begeben hat. Kurz vor seinem Eintreffen, kommt es zu einem Hinterhalt, einer Art „Bandenkrieg“, die Toten daraus werden Supermann zur Last gelegt.

Nun kommt Lex Luthor ins Spiel, der mir zu sehr an Heath-Ledgers Jokers angelehnt ist, selbst die Geste sich mit der Zunge blitzschnell über die Unterlippe, oder mit den Fingern durch das Haar zu fahren wirkt kopiert. Vermutlich weil er diesmal den Bösewicht für zwei Comicuniversen miemen muss … ? Ein verrückter, verwöhnter Teenie, welcher Banksy-Shirts unter seinem Anzug trägt und Superman scheinbar grundlos nach dem Leben trachtet.

Batman, welcher bereits Lex Luthors auf der Spur ist und geheimes Material über die Helden Wonder Woman, Flash, Aquaman und ein Cyborg-Wesen gesichtet hat, womit wohl der Grundstein für die Justice Leage-Verfilmung gelegt ist, wird von Superman während einer Verfolgungsjagd aufgehalten, der Mann aus Stahl verbietet der Fledermaus, ihre oder doch seine Arbeit vorzusetzen, er, Batman, sei nun kein Rächer mehr …

Eine regelrechte Hetze beginnt, gegen Superman, ein Alien, ein Migrant, ein heimatloser der nicht über die Belange der Erde entscheiden darf, ihr gar verwiesen werden soll und wohl nur agieren dürfte, wenn es die amerikanische Regierung für Richtig hält, vergessen seine guten Taten, welche ihm gar ein Denkmal einbrachten, wegen einer Begebenheit, bei welcher keiner zugegen war und er noch nicht dazu gehört wurde. Natürlich stimmt hier ein im Ego gekränkter Batman mit ein …

Schließlich reiht sich Superman in dasselbe Stimmungstief wie Batman ein, nur ohne versteinerter Miene und verschwindet, mal wieder, wobei er auf seinen verstorbenen Ziehvater, gespielt von Kevin Costner, trifft.

Irgendwann kloppen sich Bat- und Superman endlich die Schädel ein, ausgerechnet dann, als Superman alles durchschaut und Batmans Hilfe braucht um seine Mutter, Martha, zu retten … Martha ist das Stichwort, welches einen aggressionsblinden Batman wieder vernünftig werden lässt, immerhin haben Bat- und Superman, Martha, gemein …

Batman erklärt sich dazu bereit Supermans Mutter zu retten, ein Kampf folgt, wobei im Maschinengewehrsalven und Kopfschüsse nicht mehr als ein kurzes Stöhnen abverlangen, aber ein Messer durch seinen Anzug wie Butter in seine Haut zu gleiten scheint … Ich bin verwirrt

Was der Umstand, dass das Filmband sich verabschiedet und wir plötzlich im Dunklen mit hoher Geräuschkulisse sitzen, nicht besser macht. Es scheint das Filmband selbst, kann der Geschichte nicht mehr folgen.

Pheodor interveniert an der Kinokasse und alsbald kommt ein Herr um den Film an der zuletzt gesehenen Stelle neu zu starten … Männer haben kein Zeitgefühl, oder stehen auf Kloppereien, mehr als zwei Minuten haben wir sicher nicht verpasst, dennoch bittet der Galan das Band fünf Minuten zurück zu spulen … Erneut sehe ich den Kamp der menschlichen Bösewichte gegen Batman und erneut höre ich den seichten Witz über Freundschaften und Capes…

Die finale Schlacht folgt und mit ihr Wonder-Woman. Mit ihr kommt natürlich der Niedergang der Helden in Strumpfhosen mit eingenähten Six-Packs. Wonder-Woman kämpft natürlich nur im, trägerlosen, Brustpanzer und einem Mini-Lendenschurz, aber wenigstens trägt sie mehr als die Original Wonder-Woman und auch das Sternen-Höschen fehlt …

Hier hätten wir nun die Quote, mit gewaltiger Frauenpower, zeigt sie den Jungs, wie man dem Endgegner Doomsday, das Leben schwer macht.

Persönlich dauert mir die Endschlacht viel zu lange und das Louis Lane, zwischendurch, mal wieder von Superman gerettet werden muss, weil sie sich selbst in Gefahr bringt, auch wenn sie dabei die Erde retten wollte … Naja. Kein Kommentar.

Es endet auf mehrere Arten theatralisch, zumal ich nicht mitbekommen habe, warum Wonder-Woman, auf Batmans geheiß, mehr ihrer Art rekrutieren soll, da sie selbige bald brauchen werden …

Etwas grüble ich über die gezeigten Kontroversen, welche sich doch erschreckend mit der Realität überschneiden. Pheodor und dem Galan hat der Film jedenfalls, scheinbar, gefallen, also gebe ich mich damit zu Frieden, nach einem kurzen Plausch verabschieden wir uns und fahren nach Hause, es ist kurz vor elf Uhr Nachts.

Zu Hause angekommen, bereite ich mir einen Kamillentee, für meine Rollkur, zu deren Zwecke man eine Tasse Tee „auf Ex“ vernichten sollte und anschließen jeweils fünf Minuten auf einer Seite liegend verbringen muss, so kommt der Tee an alle Stellen im Magen … Mindestens eine Woche muss ich das jetzt morgens und abends durchführen … Solang die Gastritis (?) dann endlich weg ist und ich mir Antibiotika ersparen kann soll mir auch dies recht sein …

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