Australien: Belanglo State Forest, ein gefährlicher Nationalpark

Beschaulich war der Wald auch bevor 1919 Monterey-Kiefern, welche sonst nur in Regionen Kaliforniens wächst, künstlich in die vorhandene Vegetation integriert wurden. 141 Kilometer von Sidney entfernt, ist er ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Camper, doch der dichte Wald aus den mittlerweile fast 100 Jahre alten Kiefern, der sich auf insgesamt 3500 Hektar erstreckt, birgt ein schreckliches Geheimnis …

Sieben Rucksacktouristen, im Alter von 19 bis 22 Jahren, wollen den Wald Richtung Canberra durchqueren, sie verschwinden Spurlos. Die Zeit ihres Verschwindens wird zwischen 1989 und 1992 geschätzt.

Am 19. September 1992 entdeckt ein Pärchen bei einer Wanderung die sterblichen Überreste einer Frau, es ist die vermisste Britin Joanne Walters, wenige Meter von ihr entfernt findet man die sterblichen Überreste von Carolin Clarke, einer Freundin von Walters …

Erst im Oktober 1993 werden die leblosen Körper von Deborah Everist und James Gibson, von der Polizei, gefunden, abgedeckt mit Ästen. Kurz darauf findet man auch die anderen Rucksacktouristen, die Deutschen: Simone Schmidl, Gabor Neugebauer und Anja Habschied, alle brutal ermordet …

Da die Opfer immer paarweise und auf unterschiedliche Arten um ihr Leben gebracht wurden, gehen die Ermittler von mindestens zwei Tätern aus …

Ivan Milat, das vierte von 14 Kindern, welcher bereits 1971 der Entführung und des Missbrauchs zweier Frauen angeklagt wurde, als Waffennarr bekannt war und ein Grundstück nahe des Nationalparks besaß, geriet ins Fadenkreuz der Ermittler …

… Sie erinnern sich an Paul Onions, ebenfalls Brite, 1990 war er als Anhalter in Australien unterwegs und wurde von einem Mann, nahe Sidney, mitgenommen, während der Fahrt zog der Fahrer, welcher sich als „Bill“ ausgab, schließlich eine Waffe und bedrohte Onions, der knapp mit dem Leben davonkam und tatsächlich identifizierte Onions, Ivan Milat, als Mann, welcher ihn bedroht hatte.

Diese Morde erlangten traurige Berühmtheit als die Backpacker-Morde.

Im November 2010 bestürzt ein weiterer Mord im Belanglo State Forest die Ermittler und Australien, erneut hat Ivan Milat, wenn auch indirekt mit der Tat zu tun, sein Neffe Matthew Milat, mit Hilfe eines Komplizen erschlug der 17-jährige seinen Bekannten, David Auchterlonie. Schließlich soll er auch noch vor Freunden mit seiner Tat geprallt haben: „Ihr kennt mich, ihr kennt meine Familie. Ihr kennt auch den Namen Milat. Ich habe getan, was er getan hat.“ Auch er wurde verhaftet …

Doch damit ist der Schrecken nicht vorbei, die 20-jährige Karlie Jade Pearce-Stevenson und ihre Tochter Khandalyce Kiara werden 2008 das letzte Mal lebend gesehen. 2010 wird die Mutter ermordet im Nationalpark gefunden, ihre Tochter erst 2015, dessen sterblichen Überreste sich in einem Koffer am anderen Ende des Landes befanden. Ein Verdächtiger wurde bereits gefasst, der Prozess läuft.

Wie viel weitere Verstorbene im Nationalpark begraben liegen, darüber spekuliert nicht nur die Polizei. Bereits zwischen 1978 und 1979 sollen drei Frauen spurlos verschwunden sein, die Beamten habe auch in diesen Fällen Ivan Milat unter Verdacht …

 

 

Mindestens genauso grauenvoll wie die Morde selbst, die Profitgier, Guilburn Ghost Tours wollte tatsächlich geführte Touren durch diesen Wald anbieten, für circa 97 Euro unter dem Motto: „Komm mit uns nach Belanglo, wo Ivan Milat die Körper seiner Opfer begraben hat! Wenn du den Belanglo State Forest einmal betrittst, kommst du vielleicht nie mehr wieder raus!“ Selbstverständlich waren vor allem die Hinterbliebenen der Opfer bestürzt von dieser Aktion, nach Beschwerden, auch von politischer Seite, wurde das „Projekt“ fallen gelassen …

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