Agatha, die dicke Lippe und ich

Da wollte ich ja glatt meinen wenn sich die Hälfte des Etablissements, in welchem ich meine Arbeitszeit abzuleisten Pflege, außer Haus befindet, hätte man etwas Ruhe und könne die mittlerweile angesammelten Überstunden damit ausgleichen früher zu gehen …

… denkste, denn wie es immer ist wenn zu Jahresbeginn die Oberaufsicht beschließt umzustrukturieren und ein vorhandenes System umzubauen, ist es mal einige Zeit ruhig, unter anderem weil Schulungen abgehalten werden, weil das was wir schon haben und kennen nun anders funktioniert, also so wie bei Windows 8. Dann folgt eine Phase des herum probieren und schließlich kommen die Fehler, dann geht es wieder rund und wie.

In einer solchen Phase, der zuletzt genannten,  befinden wir uns gerade und wenn die Kollegschaft beisammen außer Haus ist und miteinander redet in Phasen der Fadheit, dann läuten die Telefone bei den verblieben Sturm, gerne mit jenen Satz welchen ich überaus nicht schätze

„Ich habe dir gerade ein Mail geschickt, hast Du es schon bekommen?“

„Nein.“

„Aha ok, na es geht um …“

Also schreibt man mit um während dem Telefonat nochmals alle Instruktionen schwarz auf weiß zu sehen, im Posteingang des Mailordners.

Soviel zur Einleitung, denn eigentlich ginge es ja darum, dass der Arbeitstag gestern, welcher übrigens ungewöhnlich kalt war, da nun die Klimaanalage saniert wird, was uns keiner sagte und diese deshalb den ganzen Tag laufen musste … wodurch das Zimmer stolze 18 Grad bekam … Etwas mühsam wenn man im Sitzen arbeitet. Arbeiten mit kühlem Kopf, mal anders, quasi. Heute läuft sie übrigens schon wieder seit einer Stunde, meine Nase ist kalt …

Wo war ich? Ach ja, also es geht darum, dass der, wie soeben erwähnt, kalte, Arbeitstag, einfach nicht zu Ende ging. Also war es bereits eine dreiviertel Stunde nach sechs Uhr abends, oder auch eine viertel Stunde vor sieben Uhr abends, als ich meinem Galan die Nachricht zukommen lies mich soeben zusammenzupacken und heimzufahren.

Natürlich ist eine derartige Arbeitszeit nicht ungewöhnlich, allerdings dann doch wenn eben mehr als die halbe Kollegschaft, samt Brotherren, nicht im Hause zugegen ist.

Am Morgen des gestrigen Tages, hatte ich eine Stunde von zu Hause gearbeitet, weil es da eben diese Auswertung gibt, welche gleich in der Früh zu machen ist und zu einer bestimmten Zeit versendet gehört, ich allerdings Hundedienst bis circa zehn Uhr des Vormittages hatte.

Aus mir noch unbekannten Gründen befand sich ein Schuh in meinem Rucksack, wobei ich schwer einen der Hunde im Verdacht habe, denen hatte ich nämlich mal „Aufräumen“ beigebracht, was bedeutete sie mussten ihr Spielzeug in eine Kiste räumen, dies endete nachdem ein Großteil ihres Spielzeuges nur mehr in ihrem Zimmer für sie interessant ist und sie es auch nicht mehr mit rausnehmen … Letztens, oder eher am Mittwoch, der Tag vor Gestern, erwähnte ich aufräumen zu müssen … Eventuell wanderte deshalb der Schuh in den Rucksack welcher am Boden stand … Brave Hunde, eigentlich …

Aufgrund des Schuhs im Rucksack, über dessen Anwesenheit, in selbigen, ich zum Zeitpunkt des Verlassens des heimatlichen Domizils, keine Ahnung hatte, konnte ich selbigen nicht mehr schließen, nachdem nun der Firmenlaptop darin verstaut war, weshalb ich Befürchtete er könnte rausrutschen würde ich mir den Rucksack auf den Rücken werfen, weshalb ich kurzerhand den Umstand ausnützte das der Rucksack auch über einen weiteren Gurt verfügt, welcher es einem ermöglicht den Rucksack wie eine Tasche zu tragen.

Nach getaner Arbeit, in dessen Verlauf ich unter lautem Gelächter feststellte das sich ein Schuh in meinem Rucksack befand, schwang ich den Rucksack nun wieder nicht auf den Rücken, sondern trug in erneut wie eine Tasche … Blieb ich wo hängen, hatte ich irgendwie, irgendwo, irgendwann blöd dagegen gedrückt, man oder einfach ich weiß es nicht, der Karabiner einer Seite löste sich jedenfalls, wodurch der Rucksack mit beachtlicher Geschwindigkeit zu Boden glitt und mir der Karabiner ins Gesicht schnalzte … Genauer auf das Kinn und einen Teil der Lippe …

Bereits zu Hause, war meine Oberlippe praktisch nicht vorhanden, da die Unterlippe beachtlich darüber hervorstand, die Lippe und auch mein Kinn schmerzten, beim Reden, Essen, Trinken und Lachen … Natürlich hatten der Galan und ich gestern absolut keinen Grund zu lachen und lachten auch nicht und niemand versuchte unterdrückt zu lachen, was sich so dämlich anhörte dass Mann und Frau noch mehr lachen mussten und selbstverständlich stellten sich die Hunde nicht so selten dämlich-süß an, das Mann und Frau viel mehr Lachen mussten … Furchtbar so ein lachendes zu Hause …

Heute Morgen erwartete mich dann der endgültige Schock, zwar war die Lippe deutlich abgeschwollen aber ein Teil meines Kinns und auch ein Teil meiner Lippe zeigten blaue Flecken, obwohl Violett wohl eher zutrifft …

Also griff ich in den Makeup-Topf und kaschierte so gut ich konnte, deshalb habe ich heute auch Agatha mit im Büro …einen meiner zwei Lippenstifte und zwar jener der die Lippen so hell macht, dass man sie fast nicht mehr sieht… der oder sie, wiederrum sind Vegan hergestellt, was ich erwähne weil heute Tag der Erde ist, wozu ich bei Dampfbloque heute las: Siegel, Veganismus und Nachhaltigkeit oder Wie viel Gras verträgt mein Kind, wobei ich wiederrum beinahe behaupten würde, mein Lieblingsartikel vom Autor bis jetzt …

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