Fußball, Fairplay & gute Hoffnung mit Kuchen

Gestern, der Tag vor dem heutigen Feiertag, Christi Himmelfahrt, wobei uns schon der Name verrät was wir feiern und was dann doch einige um unsere Kultur besorgte Mitbürger nicht wissen, wollte ich nach der Firma noch schnell etwas einkaufen gehen. Der Cup der guten Hoffnung, ein wohltätiges Fußballturnier, für Menschen welche auf verschiedene Arten diskriminiert werden, stand für heute, Christi Himmelfahrt – Jesus kehrt zu seinem Gott Vater in das Himmelreich retour, an …

… Direkt neben der Autobahn liegt ein Supermarkt und so beschließe ich, dieses Mal mehr zu unterstützen als nur vor Ort zu versuchen tolle Momente in Bildern festzuhalten oder auszuhelfen wo Not am Mann ist. Für Verpflegung wurde jedes Mal von den Organisatoren gesorgt, aber es war mir, als Süßspeisen-Fanatiker, mitunter „negativ“ aufgefallen, dass es nie Kuchen gab. Dies wollte ich ändern und in diesem Supermarkt ein paar leckere Kuchen kaufen.

Dort angekommen traf mich der Schlag, wörtlich nicht wirklich, der gesamte Parkplatz voll und lange Schlangen an den Kassen. Es war -25% Tag, fürchterlich … Nun sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich vorerst einen Gewerbepark mit noch größerem Supermarkt, nahe der Firma, in welcher ich meinen Unterhalt verdiene, ansteuern wollte, dort dann aber aufgrund zig Kreisverkehre und tausend Spuren für eine Fahrtrichtung und noch mehr Schildern über diesen Spuren, aufgab … Ohne Lageplan nicht machbar, für mich zumindest.

Also wich ich auf eine Tankstelle aus, selbige hat oft kleine leckere Tortenschnitten von verschiedenen Sorten, auch geschmacklich empfehlenswert und für eine Tankstelle gar Preiswert im Kühlregal … Nur heute natürlich nicht, dafür hatte sie diese Fertigkuchen, Mamorkuchen zulande auch gern Gugelhupf genannt, Schokokuchen und Stracciatella sogar eine Erdbeerroulade sah ich, wer mir eine Freude machen will kauft mir eine Erdbeerroulade, mal nebenbei angemerkt, also packte ich von jeder Sorte zwei oder auch drei ein und bezahlte.

Der Galan, zuhause, war mittlerweile etwas in Sorge gekommen, hatte ich ihm doch vor ein einhalb Stunden geschrieben, ich wäre auf dem Heimweg, normalerweise brauche ich 25 Minuten …

Heute Morgen ermahnte ich den Galan, im Vorbereitungsstress, immerhin ist er einer der Mitorganisatoren, ja die Kuchen nicht zu vergessen, gerade in diesen doch harten Zeiten, wollte ich etwas Süße unter die Menschen bringen …. Ich selbst „musste“ mit den hündischen Damen des Hauses noch einen Lauf absolvieren, denn diese haben Vorrang, erst wenn sie ausgepowert sind kann ich sie ohne Schuldgefühle an einem freien Tag zu Hause lassen und so kam ich erst nach ein Uhr nachmittags in der Sporthalle an.

Aufgrund der letzten Entwicklungen,  verfolge ich das Spiel etwas beklommen, etwa 97% der Anwesenden sind männlich, von der Gesellschaft diskriminierte, weil sie Obdachlos sind, einer anderen Ethnie angehören oder eine andere Religion leben … Doch versteht mich richtig, ich habe keine Angst um mich oder um mein Wohl, ich bin beklommen aufgrund der Hetze der vergangenen Monate, den Entwicklungen … überall.

Denn hier stehe ich verfolge Fußballspiele zwischen Mannschaften, welche nicht kunterbunter sein könnten, ob es nun um Ethnie oder Religion geht, friedlich, ich sehe keinen Krieg, welcher mitgebracht wurde und hier ausgefochten wird, ich sehe lächelnde Spieler, welche klarerweise während dem Spiel alles geben und auch mal ein böses Wort fallen lassen, sich danach aber in den Armen liegen und gegenseitig Beglückwünschen … Alle hier sind höfflich, freundlich, aufgeschlossen und respektvoll. So werde ich teilweise gesiezt, eine Höflichkeitsform, welche viele der, ach so auf unsere Kultur bedachten, auslassen … Mann geht mir aus dem Weg, lässt mir den Vortritt,  wenn ich durch den kleinen Gang vom Spielfeld auf die Tribüne oder wieder retour möchte, auch etwas das viele der oben genannten außer Acht lassen …

Ein Lied könnte ich von Menschen singen, welche mir nebeneinander auf dem Gehsteig entgegenkommen, so vertieft in ihre Dummheit und das belanglose Gelaber mit dem Mensch daneben, das sie dich entweder unweigerlich anrempeln oder dazu zwingen auf die Straße mit fahrenden Autos auszuweichen … Habe ich schon mal erwähnt, dass mir dies bis jetzt tatsächlich nur mit Menschen meiner Ethnie passierte, respektslose Pappenheimer, welche an andren Stellen groß von Respektslosigkeit sprechen, wie ist das mit dem Glashaus und den Steinen …?

Nun ist wohl klar warum ich beklommen bin, aber retour zum Spiel, oder doch den Spielen.

Die Mannschaften laufen zusammen ein, sprechen sich gegenseitig Mut zu, oder feuern sich eben gegenseitig an. Ein Zusammenhalt, oder doch eine Verbindung ist spürbar und wenn es nur die Leidenschaft für Fußball ist. Wie erwähnt fällt während dem Spiel schon mal ein „böses“, oder doch eher aufgebrachtes Wort, aber man hilft sich gegenseitig hoch und umarmt sich nach dem Spiel teilweise herzlich, in jedem Fall wird die Hand mit einem Lächeln gereicht, schön zu sehen.

Persönlich faszinierte mich am meisten das Spiel zwischen Augustin, ja die Augustinverkäufer, wobei derjenige welcher immer auf meine Hunde aufpasste, als in Wien Rassehunde vor Supermärkten gestohlen wurden, leider nicht dabei ist. Bis heute bin ich ihm dafür dankbar, ich hoffe er bekommt diese Zeilen irgendwie zum Lesen. Nie werde ich vergessen als mein Ehemaliger, mir zum Supermarkt nachkam, weil er unsere Hunde bei der Heimfahrt vom Büro dort gesehen hatte und ihn der Augustin-Verkäufer, welcher ihn da noch nicht kannte, gleich „vertreiben“ wollte …

… Verzettelt … jedenfalls bin ich fasziniert von dem Spiel Augustin gegen FC Hadaf, wobei bei letzteren afghanische Flüchtlinge spielen, der FC Hadaf legt nämlich gewaltig vor, Fußball scheint ihr Leben zu sein, scheinbar meterhoch wird gesprungen um einen Kopfball zu erwischen, einer dreht sich mitten im Sprung und kickt den Ball quasi verkehrt, mit der Ferse, Rücken zum Ball, weg von seinem Tor … Beleidigt stelle ich fest, dass meine Kamera diesen Moment nicht scharf einfangen konnte. Kaum verwunderlich also das der FC Hadaf sich den ersten Platz im Turnier sichert.

Auch der Verein Login, welcher mir immer gute Fotos liefert, spielt mit teilweise suchtkranken Spielern. Auch die Gruft und Axxept, welche obdachlose Spieler in ihrer Mannschaft haben sind vertreten.
Der Tormann der Gruft, sorgt bei mir übrigens ebenfalls für einen „mit offenen Mund starren Moment“, kassiert er einen Ball direkt auf den Solarplexus und spielt weiter als wäre nichts gewesen, ich läge schreiend und erbrechend am Boden, würde mich ein derartiger Ball treffen …

Das, schon mal erwähnte, Neuner Haus ist übrigens auch vertreten, deren Fokus auf heimischen Obdachlosen liegt, um nochmals an diesen Beitrag zu erinnern …

Aufgrund eines kurzzeitigen Absprungs eines Teams wird die Mannschaft „Cup der guten Hoffnung – All Star Team“ ins Leben gerufen, Spieler aus verschiedenen sozialen Schichten, unterschiedlichen Ethnien und Religionen kämpfen miteinander um den Sieg, als wäre es gar kein ungewohnter Umstand … Für mich schön zu beobachten.

Die Siegerehrungen starten: Thomas Kastner der beste Spieler, Frau Yücel die beste Spielerin, Olfat Mannan der Torschützenkönig, Herr Steinermaier als bester Torwart, Tobias Auer lieferte das schönstes Tor und das Team Neuner Haus bemühte sich um Fairplay belohnt mit Matchkarten von Austria, werden vor den Teamplatzierungen gekürt und den freiwilligen Schiedsrichtern gedankt, sie erhalten die Erdbeerroulade.

Auf Platz Sieben landet die Gruft, anstatt eines Pokals gibt es Schokotorte

Auf Platz Sechs landen die „Cup der guten Hoffnung – All Stars“, welche auch den jüngsten Spieler hatten.

Das Neuner Haus sichert sich den fünften Platz und erhält ebenfalls eine Schokotorte.

Axxept holt sich den vierten Platz und ebenfalls eine Schokotorte.

Am dritten Platz befindet sich Login, ihr Lohn ist neben einem handgemachten Pokal der Gugelhupf.

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Über Platz zwei freuen sich die Spieler des Augustin und nehmen einen handgemachten Pokal und eine Schokotorte mit nach Hause.

Ta ta … FC Hadaf holt sich mit guter Laune, immerhin tanzten sie während der Beratung über die Bewertungen kurz und lächeln die ganze Zeit, den ersten Platz Karten für das nächste Rapid Spiel und den Stracciatella-Kuchen mit handgemachten Pokal.

Die Halle wird mit vereinten Kräften aufgeräumt und draußen noch ein wenig untereinander geplauscht, bevor es ab in den wohlverdienten Feiertags-Abend geht …

Fotos zu den Spielen hier

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