Overdrive Festival: Rock mit Fremden in familiärer Atmosphäre … Part II

Nun wissen wir, warum ich dank eines Missgeschickes mit einer neuen Hose, doch passend gekleidet zum Overdrive Festival kam und weshalb ich mir Sorgen machte mit blankem Hintern dazustehen. Deutlich interessanter das Rant mit ihrem Song Closer, scheinbar die Sonne hervorlockten und den Regen vertrieben, was es mit dem Namen der Old Runznickels, welche mich an Green Day erinnern, auf sich hat, dass auch Rocker aus dem sonnigen Kalifornien nur zu gerne die Steiermark rocken, genauer Capsize und das es auch verdammt gute Bass-Spielerinnen gibt, wie die Headgrenades eindrucksvoll zeigten … Zudem das in überraschenden Situationen offenbar nur noch mein Stammhirn funktioniert …

… Nach der kurzen und netten Unterhaltung mit Thomas von Vinegar Hill, begeben wir uns soweit als möglich rechts der Open Air Bühne um dort den Bloodsucking Zombies from Outer Space zu lauschen, dies ist nämlich das zweite kleine Manko, bleibt man zu weit links hört man den Soundcheck von der Bühne im Partyzelt, oder die während den Ab- und Aufbauarbeiten eingespielte Musik.

Der Name der Amadeus Gewinner war mir geläufig und ich hatte mir auch schon einige Videos angesehen. Dennoch ist es etwas komplett anderes ihre Horrobilly-Erscheinung Live und in Farbe sehen zu dürfen, zudem war mir bis gestern entgangen das ihr Drummer gleichzeitig der Hauptsänger ist, etwas das ich bisher nur von Genesis und Phil Collins kannte.

Die Band fesselt, nicht nur wegen ihrem Aussehen, der Sänger: Dead Richy Gein, genoss entweder eine gute Stimmausbildung oder ist einfach ein Stimmtalent, ziemlich bald bin ich hin und weg von seinem Spektrum an Tönen und Gesang … Etwas erinnern sie mich an Marilyn Manson, die Band nicht den Einzelkünstler, zu Beginn ihrer Karriere. Jeder der Bloodsucking Zombies from Outer Space hat sein Bühnenpseudonym und Charaktere, welche sie Live deutlich zum Ausdruck bringen.

Dr. He-Mann Schreck spielt mit einem echten Bass, also diesem großen globigen Ding, nicht dem modernen E-Gitarren ähnlichen, was mir überaus sympathisch ist.

Ich war nie ein Falco Fan, aber mit der nun gespielten Version von Vienna Calling reißen sie mich regelrecht mit, so sehr, dass ich dieses mich eigentlich mal nervende Lied mitsinge. Schnell sind sich der Galan und ich nun einig, das Konzert startet jetzt so richtig und die Bloodsucking Zombies from Outer Space legen den gute Laune Pegel hoch und stimmen die Leute für die nachfolgenden Bands richtig ein. Es ist schwer ihre starke Performance mit wenigen Worten zu beschreiben, werden sie kurz von einer hübschen „Vampirella“ begleitet um bei einem späteren Song einen Metzger in Schweinemaske und einem menschlichen Kopf, natürlich unecht, neben sich auf der Bühne zu haben, was meine Kamera sträflicher-weise nicht scharf einfing und um kurz darauf während Werewolfs in a Girls Domotory von einem, notgeilen, Werwolf begleitet zu werden … Einfach toll zu sehen und miterlebt haben zu dürfen.

Auch diese Bandmitglieder sehe ich öfter durch die Menge schlendern, Autogramme geben, mit Fans einen trinken oder freudig für Fotos mit Fans posieren … Toll beschreibt es nicht mehr – eventuell überirdisch oder schlicht eine Gepflogenheit auf ihrem Planeten Transilvania …?

Als wir wieder zur Bühne im Zelt wechseln, spielen Lost in Astoria bereits, eine hübsche Blondine fegt gerade energiegeladen über die Bühne, hebt das Mikrophon an ihren Mund und reißt das Publikum mit ihrer Stimme mit, leider halte ich es wieder nicht länger als ein einhalb Songs im Zelt aus, weil es mir etwas zu Laut ist und folge den weiteren Songs wieder von draußen, wobei ich leider in Kauf nehmen muss mehr von der Show zu verpassen, da ich nun oft nicht mehr als nur die Köpfe sehe, stelle aber fest, diese Wiener Band möchte ich sobald als möglich nochmals Live hören und sehen. Hört doch bei Bandcamp hinein.

Als nächstes Folgen Landscapes, die Briten sind mir mit ihrem Melodic-Hardcore, etwas zu hart, dennoch fangen sie das Publikum ein, wirbeln wild auf der Bühne herum, wie man sich zwischenzeitlich auch auf ihrer Facebook-Seite überzeugen kann, auf welche sei ein eindrucksvolles Video des gestrigen Auftrittes hochgeladen haben. Leider fehlt die nette Interaktion, wobei die Buchstaben an der Front der Bühne, welche bis dahin mit Modern Earth auf ihr aktuelles Album hinwiesen, mit Unterstützung des Capsize Sängers zu Weed umgeformt wurden … Heute spielen sie übrigens im Wien, genauer im „das Bach“. An dieser Stelle ziehe ich übrigens meinen Hut vor ihnen vom vierten bis 20 Mai spielen sie täglich, mit Capsize und den Giants, an unterschiedlichen Locations, so kommen sie bereits am Montag nach Deutschland.

Ein fliegender Bierbecher, samt Inhalt erwischt mich und eine vorbeilaufende Dame, welche mir kurz vor ihrem Rempler direkt in die Augen sieht, sorgt dafür dass sich, als Reaktion darauf, auch mein eben gekauftes Mineral über mich ergießt, mittlerweile ist es sieben Uhr abends, kurzum ich bin ziemlich durchnässt, auch ohne Regen und mir wird postwendend etwas kühl. Nebenbei erwähnt, so etwas passiert nun mal leider auf Festivals, aber mit vollen Bierbecher-Werfern und einem direkt in die Augen sehenden und dann „übel“ anrempelten Menschen habe ich es nicht so …

Also verpassen wir, dank dieser Rüpel, Jack Disconnect leider gänzlich, da wir uns zurück zum Auto begeben, wo ich mich etwas umständlich komplett Ent- und Neubekleiden muss, was sich ein wenig hinzieht, da stetig Menschen am Auto vorbeigehen und natürlich neugierig hineinsehen, nachdem sie den Galan am Vorder- und mich am Rücksitz erspähen … Gott Lobe die Hundedecke unter welcher ich mich, mit akuten Platzmangel, umziehe. Hier gibt es ein Live-Video ihres Auftrittes, eine Blue-Ray des gesamten Auftrittes ist bei Cheap Shots Productions erhältlich.

Als wir uns vom Auto endlich zurück zum Gelände bewegen, vernehmen wir bereits die Rakede, gekonnt bringen sie mit ihrer Zukunftsmusik etwas Abwechslung in das Festival und sind sich auch für Späße nicht zu Schade, ein Hoden, Mann oder doch Triebwerk war heute ausgefallen, ein Mac-Book bietet Ersatz. Zwischen weiteren Songs erwähnen sie, man solle auf Festivals gehen, denn dies sei die einzige Möglichkeit Leute zu unterstützen, welche noch von Kindergeld leben und den Traum haben Rockstars zu werden.

Im Zelt geht es weiter mi der Metal/Rock Crossover Band the Overalls, welche tatsächlich gleich mit ihren Overalls ins Auge stechen, schwarz mit grünen Streifen beim Sänger, roten beim Gitarristen, blauen beim Bass-spieler und gelb beim Drummer, ob dieser auch farblich passende Schuhe anhat kann ich jedoch leider nicht sehen. Sie kommen sehr sympathisch rüber, der Sänger wirkt über die Massen gut gelaunt, auch das Publikum wird mit einbezogen und scheint recht schnell in den Bann der vier Sympathisanten gezogen zu werden, auch von Ihnen würde ich gerne mehr hören, gleich der erste Song von ihnen, auf welchen ich stieß, Envy, gefällt mir ausnehmend gut.

Ich bin mir nicht gänzlich sicher, aber Kontrust, schien mit einigen technischen Schwierigkeiten gekämpft zu haben, so wurde während dem Auftritt schnell ein Mikrophon ausgetauscht, die Sängerin, welche über eine kraftvolle Stimme verfügt und im Dirndl auftritt, hörte ich manchmal plötzlich nicht mehr so gut raus. Aber sie lassen sich die Stimmung nicht davon vermiesen, persönlich bin ich immer schwer beeindruckt wenn jemand eine fast einstündige Performance über, absolut alles auf der Bühne gibt, Sänger und Sängerin, springen und tanzen unfassbar energisch über die Bühne. Sie merken an es ist ihr erstes Konzert in diesem Jahr und der Festival-Saison haben sie wahrlich einen gebührenden Empfang bereitet.

Die Giants aus London, sind mir nun wieder etwas zu hart und ich brauche ein zwei Lieder zur Umgewöhnung, dann fangen auch sie mich ein, mit ihren harten Klängen, starkem grollen und dann doch sehr angenehmen und melodischen Gesang. Das Zelt ist ziemlich voll und wir halten uns eher hinten auf, wodurch wir leider nichts von der Show mitbekommen, allerdings erspähen wir den Sänger von La Resistance gut gelaunt an der Bar.

Die Rocker von Four Year Strong, scheinen ebenfalls Schwierigkeiten zu haben, einige Male fällt uns auf das der Gitarrist an der rechten Seite zwar Soli spielt, wir diese aber kaum hören. Dann wird das Erlebnis je für uns unterbrochen, ein Mann in orangenen Shirt, welchen wir schon den ganzen Tag immer wieder Rennen und Feiern sahen, stößt, soweit wir im Augenwinkel sehen können, im Lauf mit einem weiteren Besucher zusammen, schlägt mit dem Kopf auf und bleibt regungslos liegen. Bevor ich reagieren kann, sind Sanitäter, Feuerwehr und Security, welche über den ganzen Tag ihre Präsenz unaufdringlich zeigten, vor Ort.
Ein Kloss steckt mir im Hals, als er Minuten später noch immer nicht aufsteht und ein Stein fällt mir vom Herzen, als er sich, gestützt durch Freunde, Security und Sanitäter doch aufsetzt, tatsächlich müssen selbige ihn etwas bremsen, da er wahrhaft aufspringen möchte und schließlich auch wieder aufsteht.

Sein Hinterkopf blutet stark und wird umgehend versorgt, da ich nicht starren möchte, wende ich nun den Blick ab, ich kann ohnehin nichts tun und zudem wir der Mann optimal umsorgt. An dieser Stelle sollte man wohl ein, herzliches, Danke den Sanitätern, Feuerwehrleuten und Securitys aussprechen.

Bleiben nur noch die Headliner des Abends Russkaja, welche Frieden, Liebe und russischen Rock’n’Roll bringen. Nach einem imposanten Intro, wobei jedes Instrument und jeder Spieler einen gebührenden Auftritt erhält betritt der Sänger mit einem donnernden und zeitgliche rollenden „Overrrdrrrrive“ die Bühne, die Menge jubelt. Wir lauschen nur wenigen Nummern, da wir beschlossen noch heute nach Hause zu fahren, während die Violinistin ihr bestes gibt und ich über ihr Headbangen mit am Hals angesetzter Violine staune, erinnere ich mich an ein Zitat, Streichinstrumente wurden Hörer verscheuchen, wer dies sagte, kennt Russkaja nicht … Übrigens, kennt ihr das Russkaja Cover von Avicis Wake me up ?

Alles in allem ein gelungenes Festival und schön beim zehnten Geburstag des Overdirves, dank Jan von Rant, anwesend gewesen zu sein … Noch nie habe ich einen derartigen Zusammenhalt von Bands live miterleben dürfen. Geschweige denn, so oft sehen können, dass sich fast aunsahmslos jeder Künstler ohne Star-Alüre unter die Fans mischt, nett plauscht und bereitwillig für zig Fotos posiert …  Mit überaus positiven Eindrücken schließe ich an dieser Stelle …

Fotos hier
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