Die Nase, der Heckenschnitt und ein Schatten im Pool

Nicht meine Woche, stellte ich schon zu Beginn der Woche fest, weshalb einerseits ein Beitrag noch in den Entwürfen schlummert und andererseits mir bis jetzt der Biss fehlt, meinen Kleiderschrank zu durchwühlen um die nächsten Fashiontrends aufs Korn zu nehmen … Da gibt es nämlich schon wieder so einiges …

Meine Nase plagt mich und da es keine mir bekannten Allergien gibt, obwohl sich dies ja jederzeit und jedes Jahr ändern kann, nehme ich an das mein laufendes und angeschwollenes Riechorgan,  derzeit auch liebevoll von mir Jurke oder Vorsprung genannt, an einer Verkühlung leidet. Ein weiterer Indikator dafür wäre das nächtliche Husten, oder eher Bellen und die morgendliche Joe Cocker Stimme.

Laufen waren wir gestern und heute trotzdem, vielleicht weil ich kein Jogger sein möchte, oder weil mir die Hunde keine andere Wahl ließen, beachtlich das sie trotz ihren mittlerweile etwas mehr als neun Jahren und einigen altersbedingten Aua’s  dennoch ihre Läufe, äußerst undezent, einfordern und so gar nicht begeistert sind, wenn der Mensch hinter ihnen auf die Idee kommt den Lauf abzukürzen …

Jedenfalls war der gestrige Lauf richtig fies, denn nicht nur ich und die Hunde liefen sondern auch die Nase, dazu gesellte sich der Galan, welcher aufgrund seiner Nekrose im Knie, da er noch zu den Menschen zählte, welche man nach einem Skiunfall den gesamten Meniskus entfernte, am Rad mitfuhr und vermutlich aus lauter Langeweile auf die Idee kam, Videos von uns anzufertigen … zu bestaunen ist dieses übrigens auf Facebook.

Nach dem Lauf und dazugehöriger Dusche, brach der Galan in unser Jagdrevier auf, auch bekannt als unser liebstes griechisches Restaurant und brachte allerlei Köstlichkeiten mit, was bedeutete ich lag, im Anschluss, mit vollen Wanst auf der Couch und schlief ein. Gute drei Stunden später erwachte ich und stellte missmutig fest, dass die Heckenschneideaktion erst jetzt starten konnte.

Zum Leidwesen meiner Nachbarn, in dem von uns ganzjährig bewohnten Kleingarten, hege ich nämlich eine Vorliebe für einen wilden Garten, Gänseblümchen, Löwenzahn und eine nicht adrett getrimmte Hecke erfreuen mich. Doch von Zeit zu Zeit wird mir mein Garten, oder Gärtchen, dann selbst zu Wild, meist dann, wenn die Hunde im hohen Gras verschwinden. Weshalb ich dann, unter anderem, zur Heckenschere greife und diverse Auswüchse verschiedener Büsche wieder zurechtstutze.

Aber ich habe ja, mal wieder, eine Ausrede, ich habe ja Höhenangst, die himmlische Obrigkeit hat sich schon was dabei gedacht mich nur etwas größer als einen Hobbit werden zu lassen. Todesmutig bestieg ich die Leiter und klettere aufs Dach des Gerätehütchens, da die Liguster davor wieder auf die Höhe des Daches gestutzt werden sollten, während der Galan sich mit den Lianen abmühte welche vom Nachbarn herüberwachsen.

Die Hunde fanden das Ganze besonders toll, immerhin regnete es Stöckchen, fast jedes abgezwickte Ästchen verschleppten sie in den Garten, kauten etwas darauf herum und holten sich das nächste. Der beim Einzug mitgekaufte Pool, war schon etwas ausgepumpt, auf circa Knöcheltiefe, denn vor dem gesamten Auspumpen, heißt es Gummistiefel anziehen und Schrubben, etwas das auch gestern hätte erledigt werden sollen …

Gerne balancieren die Hunde um den Rand des Pools herum, was ich selbst überhaupt nicht gerne sehe und weshalb ich schon seit einiger Zeit dem Galan mit dem Wunsch nach einer Poolüberdachung in den Ohren liege, allerdings waren die Hunde bis dato noch nicht unbeaufsichtigt im Garten und die Finanzen, sowie alles was sonst so passiert, ließen das Angehen dieses Vorhabens noch nicht zu.

Als ich die Liguster am Rande des Pools, vom Gerätehütchen aus schnitt, tappte der Hund namens Shadow, benannt nach einem Motorrad, übersetzt dennoch Schatten, sehr freudig unterhalb herum, obwohl ich die Ästchen in die andere Richtung warf. Ich ermahnte sie zur Vorsicht, was ich aber genauso gut  dem Kühlschrank hätte erzählen können. Hechelnd und freudestrahlen sah sie zu mir hoch und wendete sich zum Gehen.

Dabei tappte sie allerdings ins Leere, denn da wo sie hintrat war nichts, einen letzten belämmerten Blick sah ich, bevor der Hund relativ ungalant im Pool verschwand und ich ein Platsch hörte … Soeben kann ich fürchterlich darüber lachen, wobei mir ein Problem beim Schreiben unterkommt, Situationskomik kann man geschrieben, ebenso wie persönlich erzählt einfach nicht rüberbringen.

Gestern herrschte jedoch erst mal Panik.

„OH GOTT!“

„Was ist denn?!?“, der Galan klang beinahe panischer als ich, vermutlich dachte er einer meiner Finger hätte sich verabschiedet.

„DIE SHADOW IST IN DEN POOL GEFALLEN!“

„Was?“, er stand direkt vor mir und die ganze Anlage wusste nun vermutlich das mein Hund im Pool gelandet war, nur er verstand mich nicht.

„Die Shadow ist in den Pool gefallen! Ich komm nicht runter, Sch*ße, Sch*ße“

Der Galan hechtete zum Pool, in welchem ich von Shadow nichts sah.

„Bleib ruhig es geht ihr gut. Steig langsam runter“

„Ich kann nicht, ich hab Angst.“

„Allein bekomm ich sie da nicht raus.“

„Okay ich komme“ und schon war ich unten von der Leiter, obwohl ich soeben noch fest davon überzeugt war diesen Abstieg nicht zu schaffen.

Ums Eck gebogen, sah ich eine durchnässte, missmutig und verwirrt dreinblickende Shadow angewidert im Pool herumtapsen. Aber sie zeigte dabei etwas Intelligenz, im Sommer hatte ich ihnen beigebracht wie sie über die Poolleiter hinauskommen können, was sie auch sehr gut, allein, bewältigen, allerdings ist da der Pool gefüllt, was bedeutet sie müssen sich, um heraus zu kommen, nur an einer Stufe abstoßen, jetzt waren da vier Stufen, welche es galt vertikal zu meistern. Shadow probierte es und landete noch mal im Pool.

Schnell entledigte sich der Galan seiner Jogginghose sowie Schuhe und kletterte zu Shadow in den Pool, fünf Sekunden später hielt er sie auch schon in die Höhe sodass ich sie, am Poolrand sitzend übernehmen konnte.

Eigentlich wollte ich sie abtasten, es wäre ja möglich, dass sie sich bei dem doch beachtlichen Sturz, der Pool ist immerhin ein Meter fünfzig tief, etwas getan hat. Shadow sprang allerdings in die Wiese und begann damit den Pool auszuschimpfen. Sie bellen wirklich nicht oft, nur wenn sie zum Spiel auffordern oder mich schimpfen weil ich ihnen zu spät nach Hause komme, daher war ich mir auch so sicher, dass Shadow soeben den Pool ausschimpfte. Kurz darauf wälzte sie sich ausgiebig im Gras, erinnerte sich an die Äste, lief ums Eck und schnappte sich einen, alles ok.

Fünf Minuten später befand ich mich wieder am Dach des Gerätehütchens und sah, dass auch Hunde nichts dazu lernen, erneut beobachtete Shadow mich und die Ästchen während sie am Rand des Pool stolzierte.

Als wir fertig waren lief sie freudig ins Haus, war es doch fast Fütterungszeit, allerdings stellte ich sie davor noch in die Dusche … Es gefiel ihr zwar nicht, aber sie schien froh nicht mehr nach „Ententeich“ zu riechen …

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