Göllersdorf rockt mit den Twentyones, the Crispies, Desert Lake & Palindrome

Seit dem Rock on Halloween, hielten sich der Galan und ich vornehmlich in der Steiermark, oder auch dem Bundesland des Rock auf, wie ich es seit einiger Zeit nenne. Für mich, wohl tatsächlich nur für mich, interessant der Umstand, dass die schöne Steiermark mich von jeher anzieht … Selbst die hündischen Damen des Hauses, kennen bereits einige tolle Wanderwege um Hartberg …

Jedenfalls wurde der Ort des Geschehens vorige Woche erstmals geändert, eine meiner besten Nächte durfte ich zwar mit Bands aus der Steiermark, aber in einem Lokal in  Niederösterreich, genauer St. Pölten, erleben. Womit wir schon etwas näher an den heimischen Gefilden, des Galans und mir, waren.

Anfang dieser Woche erfuhr ich das Göllersdorf rockt und zwar heute oder dann doch gestern, Mittwoch um genauer zu sein und da sich dieser Ort auch in akzeptabler Entfernung befindet, wenn es um die An- und Heimreise geht und einige Bekannte selbiges aufsuchen wollten, beschlossen wir es ebenfalls heimzusuchen.

Glück hatten wir, alle, nicht nur der Galan und ich, mit dem Wetter. Brach gestern noch buchstäblich ein wenig die Hölle mit heftigen Niederschlägen, Sturm und abendlichen Gewitter über Niederösterreich herein, war heute von dunklen Wolken nichts mehr zu sehen und auch der Wind hatte sich während des Vormittages ausgetobt. Der frühe Abend und die Nacht zeigten sich wolkenlos. Mit Pulli und Jacke würde es wohl eine angenehme Nacht im Freien werden … Ach ja, der Eintritt war übrigens frei und die Preise für Getränke nicht überzogen.

Als wir kurz nach neun am Sportplatz in Göllersdorf ankamen, spielten die Twentyones bereits, ihr alternativer Rock schmeichelte meinen Ohren bereits kurz nachdem ich dem Auto entstiegen war und ebenfalls die weibliche Stimme erfreut mich, beides ein wenig zu meiner Verwunderung.

Nun sollt eine Erklärung folgen:  Meiner Meinung nach bin ich dem alternativen Rock nicht so zugetan, den Versuch der Erläuterung, weshalb dem so sein soll, habe ich soeben wieder gelöscht, ganz schon kompliziert die Genres im Genre … Somit bleibt mir nur zu sagen, grundsätzlich präferiere ich Bands, welche zwar eine etwas härtere Gangart pflegen, einen aber ebenso gekonnt mit Balladen und ruhigen Nummern wegfegen können wie Avenged Sevenfold, Darkest Hour, Disturbed oder Alter Bridge

Zudem hab ich es ziemlich mit Stimmen, welche eben auch ein breites Spektrum vorweisen können, wobei die oben genannten, meine Anforderung von Sanft bis Hart vollumfangend erfüllen. Hier muss ich jedoch wieder zugeben, dass ich männliche Stimmen präferiere und dies nicht nur wenn es um das von mir bevorzugte Musikgenre geht.

Nicht das es darauf ankäme, aber die Twentyones haben es somit etwas schwerer mich zu überzeugen, was sie allerdings durchaus können, selbst der Galan ist etwas verwundert als er mich zum Rhythmus wippen sieht.  Warum durchaus können? Wir sind etwas später angekommen, weshalb wir nur der zweiten Halbzeit, der Twentyones, lauschen können. Einige ihrer Songs gefallen mir wirklich gut, bei manchen bin ich mir nicht sicher. Aber hört doch am besten selbst in We may meet hinein …

Nachdem die Twentyones ihren Auftritt beenden, genauer kurz vor der Pause, erspähen wir Fred, der gar nicht Fred heißt sondern Claus mit C und kein Problem hat, mit seinem echten Namen erwähnt zu werden und Chris, der ebenfalls wirklich so heißt, auch mit C … So nun denke ich an die Nanny …. Sie gesellen sich zu uns, man begrüßt sich und plaudert ein wenig.

Dann folgen die, the Cripsies, Claus und Chris ziehen es vor sich direkt vor die Bühne zu begeben, der Galan und ich bleiben etwas weiter hinten in der Wiese stehen, welche langsam aber sicher feucht wird.

The Crispies  verschreiben sich dem Pop/Rock und tatsächlich befinden sie sich irgendwo dazwischen, irgendwie muss ich stetig an die White Stripes denken, was wohl daran liegt das the Crispies ebenfalls mit einem Verzerrungseffekt am Mikrofon arbeiten. Was übrigens mit ein Grund ist, warum der Galan und ich etwas weiter hinten bleiben, versteht mich recht the Crispies sind nicht übel, aber wenn der Sänger ein wenig ins Mikro schreit, schmerzt mir der Verzehrungseffekt etwas in den Ohren, wenn ich zu Nahe an der Bühne bin. Zu Übersteuerung und Hochtönen haben meine Ohren eine paradoxe Einstellung, können Gitarrensoli teilweise nicht genug kreischen, mögen sie keine hochtönigen Gesangsstimmen … wohl mit ein Grund warum ich männliche Sänger präferiere.

Von etwas weiter weg gefallen sie mir sehr gut, auch kann ich erkennen das zwar viele Besucher den Abend nutzen um mit Bekannte und Nachbarn zu quatschen, aber auch viele immer wieder von der Musik der Band, the Crispies, mitgerissen werden. Fast alle Menschen an den Stehtischen legen zu der guten Laune Musik ein kurze Tänzchen hin und auch auf den Biertischen wird mit Blick auf die Bühne und zum Takt wippenden Köpfen und Füßen gesprochen.

In einer Pause rufen sie kurz den Fahrer aus, welcher neben ihrem Bandvan steht, seine Autotüre ist offen. Ich sehe eine Fledermaus, was übrigens ein Zeichen für ein gesundes Ökosystem ist, unter die überdachte „Bühne“ fliegen, offenbar gefallen auch ihr the Crispies, denn sie hängt sich an einen Balken, rechts von der „Bühne“ und verweilt dort.

Während weiteren Pausen und der Interaktion, zwischen ihren Songs, verstehe ich den Sänger nicht immer so deutlich, weshalb der Galan und ich auch nicht mitbekommen warum die Menschen näher an der Bühne lachen, ich meine das er etwas zu unklar spricht, vielleicht liegt es aber auch an der Mirkofon-Einstellung.

Vor ihrem letzten Song, während welchem sie mich etwas an Him erinnern, weil selbige ebenfalls während ihren Auftritten rauchen, verweisen the Crispies noch auf das Gaisrock Festival, ein Benefiz-Konzert, deren Organisatoren mitunter Claus und Chris sind, es wird am 16. July in Gaisruck stattfinden, leider finde ich noch keinen Event auf Facebook und kann deshalb nicht sagen welche Bands dort sein werden. Soweit ich mitbekommen habe, hättet ihr dort die Möglichkeit auch the Crispies live zu sehen. Eine sehr sympathische Band, ohne Berührungsängste, immerhin werde auch ich zum Abschied von ihnen umarmt. Hier kleine Hörproben der Crispies von gestern Abend …

Bald folgen Desert Lake mit Post-Grunge/Rock, mittlerweile haben der Galan und ich, zum Wohle unserer Füße, welche sich langsam aber sicher feucht anfühlen, was an der mittlerweile nassen Wiese liegt, ebenfalls näher an die Bühne, oder doch daneben, begeben, da es hier asphaltiert ist.

Sehr positiv werde ich dem Umstand gewahr, dass ihr Drummer eine Drummerin ist, welche ihr Handwerk versteht und zum Sound ihrer Band ganz schön abrockt. Auch ist ihr Sänger der erste, welcher zur besseren Interaktion mit dem Publikum das etwa kniehohe „Beton-Podest“ vor der Bühne erklimmt. Grundsätzlich gefallen mir Dessert Lake ganz gut und ich bin versucht eine CD mitzunehmen um in Ruhe reinhören zu können … Nur gibt es leider am Merch-Stand keine CD, also lausche ich während dem Schreiben ein wenig auf YouTube … The Last Step, hat durchaus Ohrwurmpotential. My Own Enemy, zeigt sich etwas Basslastiger und plötzlich muss ich, während dem zuhören, an Black Sabbath’s The End of the Beginning denken, ob dies gewollt ist? Auch Get Out und No One Cares, erinnern mich etwas an die Melodien anderer Bands, irgendetwas zwischen Foo Fighters und Queens of Stoneage vielleicht, da bin ich unsicher … verstehe aber nun warum andere Besucher des Abends von Cover sprachen.

Warum Palindrome im Laden neben Katy Perry verkauft werden ist mir etwas unklar, vielleicht weil selbige vom Gesang der Sängerin von Palindrome, mit ihren langen blonden Haaren noch etwas lernen könnte? Ihr Gesang hamoniert gut mit den Instrumenten und die wenigen Textpassagen welche ich aufschnappe, scheinen wohl gewählt. Ebenfalls scheinen sie wohl verdienter Headliner des Abends, legen sie sich doch ordentlich ins Zeug und wirbeln in dem kleinen Bühnenbereich ausgelassen herum.

Für mich sind sie teilweise etwas zu „kompliziert“, aber ich bin auch ein wenig übermüdet. Talentiert sind sie in jedem Fall. Soeben lausche ich ihrem Studio-Demo Staticus Robotate, live gefielen sie mir etwas besser, auf der Platte wird mir dann doch, die zwar kraftvolle und irgendwie faszinierende, weibliche Gesangsstimme stellenweise zu hoch. Selbiges stelle ich bei Strange Patterns fest, aber bitte bildet euch Eure eigene Meinung.

Das es dann doch etwas zu feucht-kalt für mich war, merke ich heute Früh, mein Hals kratzt und die Nase, welche ihren Laufsport erst kürzlich eingestellt hatte, entdeckt selbigen offenbar erneut für sich … Dennoch würde ich sagen ein gelungener Abend mit guten Bands und entspannter Atmosphäre.

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