Der erste Tag am Nova Rock: oder von Wrestling und Wikingern

Mein Zauber ist es wohl nicht nur mich meist etwas zu verspäten, sondern auch Situationen zu unterschätzen, bereits zu Skillet wollten wir am Nova Rock erscheinen, schafften es dann aber gerade noch rechtzeitig zu Puscifer … das Problem dabei? Circa zweieinhalb Stunden Differenz.

Ich nahm es als schlechtes Omen, als ich vorerst am Mittwoch nicht wie geplant meinen Broterwerb verlassen konnte und sich abzeichnete das ich an meinem ersten freien Tag, Donnerstag, in der Früh nochmals für eine gute Stunde in der Früh ins Büro musste … Dies hatte sich wohl bewahrheitet, eventuell handelte es sich dabei auch um eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Wie auch immer, gegen neun Uhr morgens, war ich vom Büro wieder retour zu Hause und richtete mich für einen Lauf mit den hündischen Damen des Hauses, selbige werden nicht in die Obhut ihres Betreuers und unseren tollen Freundes Max übergeben, wenn sie nicht ordentlich müde sind.

Als Skillet soeben auftreten sollte, kamen wir endlich von zu Hause weg, erneut von mir nicht eingerechnet der Stau auf einer bestimmten Autobahn, welche sich über eine Großbaustelle freut.

Auf der Autobahn, kurz vor Nikelsdorf im eigentlich sonnigen Burgenland erhielt mein Auto eine ordentliche Wäsche, ein Wolkenbruch ergoss sich über uns und erlaubte uns kurzzeitig auch nur sechzig Stundenkilometer zu fahren, die Sicht war einfach zu schlecht.

Nikelsdorf selbst zeigte sich bewölkt aber nur wenige Tropfen ließ die himmlische Obrigkeit zu Boden fallen. Breaking Benjamin hatte soeben begonnen, selbige hörten wir allerdings nur vom Parkplatz, da unsere Garderobe etwas zu knapp für das Wetter gewählt war und im Auto gewechselt werden musste, oder sollte.

Schnell das Bändchen und die Cash Card holen, denn dieses Jahr funktioniert hier zahlen ohne Bargeld, dank der Registrierkassenpflicht und ab zur Blue Stage, die einzige welche heute offen haben würde um Puscifer zu lauschen.

Selbige kannten wir bis dato nur vom Band, gesehen hatten wir sie noch nie, weder auf Bildern noch auf Konzerten, dementsprechend schräg fanden wir ihre Erscheinung.

In Wrestlingmaksen wie man sie aus Südamerika, oder Mexiko kennt, da bin ich mir gerade nicht sicher. Der Sänger befand sich im rechten Bereich der Bühne, wenn man als Zuseher auf die Bühne sah, zentral befand sich ein Kampfring. Während der ersten Nummern standen jeweils ein weiblicher und ein männlicher Wrestler, an den Seiten der Bühne, beim Sänger in Blau und auf der anderen Seite der Bühne rot gekleidet.

Bald wurde der Ring betreten und dem Publikum eine witzige Kampfshow geboten, vorerst auf den männlichen und schließlich von den weiblichen Wrestlern, während der Sänger in sein leuchtendes Mikro sang. Als die Wrestler den Ring wieder freigaben, befand sich plötzlich der Sänger samt Mikro darin, wie der Wechsel von statten gegangen war, hatte ich allerdings nicht mitbekommen. Auch der Sänger trug während der gesamten Performance eine Wrestlingmaske. Es schien er bot den Übergang von Showartisten zu Musiker, da er wie die restlichen Musiker einen Anzug trug.

Da der Ring immer wieder nach einigen Nummern von neuem betreten und schließlich auch noch eine weitere Kampfcharaktere in Schwarz auftrat, rückte die Musik des Alternative/Indie Pop/Rock- Künstlers tatsächlich etwas in den Hintergrund, zumal auch auf den Video-Wänden offensichtlich Comic-Kampfszenen eingeblendet wurden.

Wir verfolgten den Aufbau von Amon Amarth, als zwei Drachenköpfe, wie sie typisch für Wikingerschiffe sind, auf die Bühne geschoben wurden, wuchs meine Neugier immer mehr, zumal sie heuer ein neues Album rausgebracht hatten.

Wir erspähen schließlich rockende Einhörner mit Flügeln, oder genauer gesellen sich diese in unsere Nähe.

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Das angesagte Gewitter blieb bis jetzt aus, also zeigen Amon Amarth der himmlischen Obrigkeit zu Beginn ihrer Show wie ein mächtiger Donner zu klingen hat. Nachdem sie dem Publikum mit dem ersten Song bereits eingeheizt haben, bedankten sie sich, dass Österreich diesem Album auf Platz Eins verholfen hatten.

Dann ging es ordentlich weiter mit Nummern wie: Twilight oft he Thundergod, Deceiver of the Gods oder Death in Fire, dazwischen immer nette Interaktionen mit dem Publikum und auch zugeprostet wird sich mit „Skol“. Als die letzten Nummern kommen spielen Amon Amarth Guardians of Ascaart und animieren das Publikum dazu, die Fäuste der gestreckten Hand zu bewegen und „Hey, Hey!“, ebenfalls im Takt zu rufen, das Gelände scheint mir voll, wir stehen etwas erhöht auf einer Tribüne und können in diesem Moment erahnen, wie überwältigend das Gefühl für Amon Amarth sein muss, das ihr Publikum sie so gehörig feiert. Auch die Drachenköpfe werden erklommen und mit Nebelschwaden eingehüllt. Besonders gut gefällt mir allerdings, dass immer wenn der Sänger seine Mähne im Kreis wirbelt, sein Bart sich gegengleich bewegt. Die Show war einfach Top und ich hätte gerne eine Zugabe gehabt.

Es folgte Billy Talent, muss man dazu viel sagen? Es saß zwar nicht jeder Ton, aber das kann man nur zu gerne verzeihen, immerhin durfte man den Sänger beobachten wie er über die gesamte Bühne sprang und tanzte. Was das Tonhalten sicherlich erschwert. Die Stimmung war ausgelassen und ich fragte mich ob der Sänger sich überhaupt noch selber hören konnte, es schien das gesamte Publikum sang lautstark mit. Die Kanadier verstehen in jedem Fall ihr Business und ließen auch niemand enttäuscht zurück. Während ihrer Show begann es leicht zu regnen, was mir zusagte und auch der Stimmung der restlichen Menge keinen Abbruch tat.

Eine lange Pause folgte bevor der Headliner des Abends, Korn, beginnen sollte. In unserer Nähe befand sich die Getränkeausgabe namens Fastlane, diese spielte nun sehr interessante Musik, schottischen Punk und eine Gruppe Menschen begannen ausgelassen mit einem Circle Pit.

Als ich Korn das letzte Mal sah, gaben sie nur ein Medley zum Besten, wobei ich noch immer nicht schlüssig bin, ob selbiges nicht von Band stammte und interagierten gar nicht mit dem Publikum. Heute, oder gestern, sind sie doch wieder um einiges Besser und vergessen wenigstens nicht ihre Fans zu begrüßen. Das frühe Aufstehen, die lange Fahrt und das Wetter haben uns etwas zugesetzt, nach einer Stunde  begeben sich der Galan und ich ins Auto zum Schlafen, im Kofferraum, also teilweise im Kofferraum und teilweise auf der umgeklappten Rücksitzbank.

Von dort schreibe ich übrigens soeben … man möge mir deshalb bitte den ein oder anderen Fehler verzeihen, zumal ich schnell schreiben muss, wegen meines Akkus, eine Korrektur erfolgt dann erst am Montag … Wenn alles gut geht erfahrt ihr morgen alles über die Bloodsucking Zombies, Skindread, The Offspring, Bullet for my Valentine und einigen mehr …

 

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