Der dritte Tag am Nova Rock: oder Wetterkapriolen und abendliche Schlammschlacht

Erneut befinde ich mich im Hinterteil von Flipper, meinem Auto, welches dem Galan und mir Unterkunft während unserem Aufenthalt beim Nova Rock 2016 bietet. Die letzte Nacht verlief feucht-fröhlich, allerdings nicht aufgrund des Alkoholkonsumes …

Aber nun von Anfang an, nachdem wir, oder doch ich nach der morgendlichen Dusche, welche erst nach Mittag stattfand von irgendwelchen Lustigen, um nicht Vollidioten zu sagen, mit Wein aus einer Wasserpistole vollgespritzt wurde und meine Aggression runterschluckte, da minderbemittelte wohl nichts dafür können, respektlos und ohne Gehirn durch die Welt zu schreiten, wusch mir der Galan mit Hilfe eines Waschlappens den Rücken erneut ab.

Das Wetter war unbeständig, grillte uns die himmlische Obrigkeit noch bis Mittag, beschloss sie gegen halb vier für Bewölkung und Wind zu sorgen, aber ich beklage mich nicht, im Gegenteil ich freute mich, eine Abkühlung zu erfahren. So ging es dann mit langer Jeans und Hoodie zum Red Bull Brandwagen um gegen vier Uhr Black Inhale, welche schon gegen zwei Uhr via Facebook versprachen uns zu zeigen warum der Red Bull Brandwagen so heißt.

Sie behielten recht, ihr Metal riss mich derartig mit, das der Hoodie trotz stärkeren Lüftchen relativ bald überflüssig wurde. Sehr sympathisch und mit einigen Späßchen interagierten sie mit ihrem Publikum. Während der letzten Nummern zogen sie das Tempo nochmal an, bis in die hinteren Reihen wurden nun Jacken und Pullover ausgezogen … Black Inhale behielt also recht, der Menge vor dem Brandwagen heizten sie schön ein, ohne Unterstützung der Sonne, welche sich mittlerweile hinter grauen Wolken versteckte.

Ihre vierzig Minuten gingen mir zu schnell vorüber, aber da die sympathischen Musiker nicht unweit des Ortes in welchem ich aufwuchs leben, wird es ein leichtes sein weitere Shows von ihnen zu besuchen. Unser Start in Tag drei des Nova Rock war mit ihrem Auftritt jedenfalls souverän eingeläutet worden, danke dafür an dieser Stelle

Langsam trotteten wir zur Blue Stage, wo Caliban in circa zwanzig Minuten erscheinen sollte, seit dem Feel the Noise Festival, haben sie zwei Fans dazugewonnen, besonders ihr Rammstein-Cover Sonne hat es mir derzeit angetan, wobei ich gestehen muss, dass es mir etwas besser gefällt als das Original.

Die Band hat scheinbar tatsächlich immer Energie, war ich beim Feel the Noise schon von ihnen weggefegt worden, schafften sie es gestern erneut. Mit gehörig Power legten sie los und brachten die Menge schon während der ersten Nummer zum Toben.

Ziemlich bald interagieren sie mit der Menge und gratulieren einer Tina zum Geburtstag, ich weiß zwar nicht wer Tina ist, nehme aber an sie hatte einen schönen Geburtstag.

Mit gehörig Power geht es weiter, beinahe tut mir die Security vor der Bühne etwas leid, Stage Diver nach Stage Diver kommen bei ihnen an und müssen von ihnen sicher aufgefangen werden, obwohl sich mittlerweile zwei Circlepits im vorderen und hinteren Bereich gebildet haben.

Wir erspähen ein Mitglied der Bloodsucking Zombies, er feiert etwas abseits der Menge mit.

In der zweiten Halbzeit springt der Sänger plötzlich von der Bühne, rockt ein wenig vorm Wavebreaker ab, bevor er in die Menge springt und während er von ihr auf Händen getragen wird weitersingt. Schließlich verschwindet er in der Menge, nur seine Stimme ist noch zu hören und einige Minuten später steht er plötzlich wieder auf der Bühne. Kurz vor ihrem Abgang bedanken sie sich bei den Securitys für ihren tollen Einsatz, dem Veranstalter und den anderen Bands.

Offen gestanden die beste Band des Tages, ihr Rundumpaket hat einfach gepasst, geborene Entertainer. Etwas fies vielleicht, als der Sänger meinte, auf Alice Cooper müsse man noch etwas warten, so hässlich sei er noch nicht …

Es folgen August Burns Red, ebenfalls auf der Blue Stage, auch sie legen eine Power-Performance hin und animieren das Publikum immer wieder zum Mitfeiern, keine Pause wird uns nach Caliban gegönnt und so bin ich etwas erleichtert als die Show der routinierten Künstler endet.

Schnell begeben wir uns zum Auto um Regengewand zu holen, bevor wir zu Alice Cooper, erneut auf die Blue Stage zurückkehren.

Selbiger zog eine routinierte Show ab und ersparte sich mit dem Publikum zu interagieren … Hallo, etwas Bla bla und Tschüss … Schade. Die Show erzählte nämlich eine durchaus faszinierende Geschichte. Meine persönlichen Highlights, das Solo von Orianthi, eine blonde schöne Ausnahme-Gitarristin. Sowie „Ace of Spades“ gesungen vom anderen Gitarristen, so nah am Original, Lemmy Killmister von Motörhead, das Gänsehaut meinen Körper überzog und eine kleine Träne mein Auge heimsuchte. „To all my dead drunken Friends“, meinte Alice Cooper nach dieser Performance.

Regen hat eingesetzt, als wir uns zur Red Stage begeben um Cypress Hill zu lauschen, aber nur kurz, soll doch noch Volbeat auf der Blue Stage spielen. Muss ich erwähnen, dass ich bereits während dem ersten Titel Grass roch?

Gut gelaunt und mit einigen Späßchen legten sie los und brachten gelungene Abwechslung in den bisher Metal-lastigen Tag. Der Bereich vor der Bühne war zum Brechen gefüllt und bis in die letzten Reihen wurde ausgelassen getanzt.

Nach wenigen Nummern wechseln wir zu Volbeat, welche mit einer halben Stunde Verspätung beginnen, bis dahin können wir die Jubelschreie und den Sound der anderen Bühne vernehmen. Die Fans bei Cypress Hill haben eindeutig eine tolle Zeit.

Erneut ereilte mich Gänsehaut, als ihre Show von „Born to raise Hell“ eröffnet wurde, wo auch immer Lemmy jetzt ist, ich hoffe er bekommt mit, wie viele Leute er mit seiner Musik und Kunst offenbar berührt hat.

Der Regen wurde heftiger und so scheinen technische Schwierigkeiten, die tolle Stimme des Vollbeat Sängers etwas zu verzerren, nach der dritten Nummer schienen diese aber geregelt und wie erwartet fegte selbiger nun mit seiner grandiosen Stimme das Publikum weg.

Die Show war durchzogen von vielen alten Nummern, sowie einigen ihrer neuen Platte, viel Interaktion mit dem Publikum und bombastischer Stimmung. Trotz nun heftigen Regen halten viele bis zu den letzten Nummern durch.

Auch wir begeben uns durchnässt zu unserer Schlafstätte im Hinterteil des Flippers, wobei uns sich der bildende Schlamm teilweise kurze Schwierigkeiten bereitet, aber dazu ein anderes Mal mehr, denn Pleiten, Pech und Pannen gab es in dieser Nach noch genug.

Morgen geht es nun weiter mit Drescher, NO FX, Killswitch Engage, Heaven Shall Burn, Deftones und ein wenig Red Hot Chilli Pepers …