Gelungener Auftakt für das Rise Up Festival – Part I

Lediglich eine Woche nach dem Nova Rock, hieß es am Freitag erneut den Broterwerb ehebaldigst hinter sich zu bringen, noch etwas Zeit mit den hündischen Damen des Hauses zu verbringen, den Galan von seinem Broterwerb abzuholen und auf Flipper den Sonnenuntergang entgegen in die wunderschöne Steiermark zu Reiten … Das Rise Up Festival rief zum ersten Mal und wir waren mehr als bereit diesem Ruf zu folgen …

Soweit zumindest der Plan, schier Größenwahnsinnig unterstelle ich nämlich nun der himmlischen Obrigkeit, persönlich, etwas dagegen zu haben mich pünktlich erscheinen zu lassen. Um Punkt zwölf beendete ich meinen Broterwerb, gegen halb eins betrat ich die heimatlichen Gefilde, exakt um eins ging der Spazierlauf mit den hündischen Damen des Hauses los und auf die Minute genau um zwei parkte ich Flipper aus.

Den Galan von seinem Broterwerb abzuholen, ist tatsächlich so als würde man kurz auf einer Raststation halten, runter von der Autobahn, einsteigen, wieder rauf auf die Autobahn, maximal zehn Minuten … Dies wiederum hätte summa summarum bedeutet wir wären exakt um fünf vor fünf in Judenburg angekommen … Hätte, würdest, solltest dachte sich wohl die himmlische Obrigkeit und so fanden wir, als wir gegen dreiviertel drei wieder die Autobahn, in selbige Richtung befuhren, in welcher ich noch vor einigen Minuten relativ flott, allein, unterwegs war, einen saftigen Stau vor.

Ich verstand die Welt in diesem Augenblick nicht mehr, bis sich das Unfallkommando der Polizei ihren Weg durch die schlecht funktionierende Rettungsgasse bahnte … Was soll ich sagen, vom Broterwerb des Galans bis zum Ende der Wiener Stadtautobahn sind es bei zähem Verkehr 15 Minuten, wir verließen selbige erst gegen halb vier Uhr am Nachmittag … Eine dreiviertel Stunde für circa neun Kilometer …

Laut fluchend stellte ich fest das wir nun so oder so die Old Runznickels verpassen würden, selbige hatten nach Rant am Overdrive Festival, mit ihrem sympathischen und lockeren Auftritt, sowie Melodien welche definitiv ins Ohr gehen, für ein Stimmungshoch bei mir gesorgt.

Tatsächlich grummelte ich deshalb einige Zeit im Auto vor mich hin und als schließlich etwas vor uns, plötzlich, eine saftige weiße Rauchwolke, offensichtlich von unserer Fahrbahn, aufstieg und binnen kurzer Zeit für Nebel sorgte, verließ ein Fluch meine Lippen. Glück im Unglück für uns, offenbar hatte sich ein alter Passat dazu entschlossen seine Zylinderkopfdichtung undicht werden zu lassen, ein gängiges Audi und VW Problem bei älteren Modellen und Wasser in die Verbrennung fließen zu lassen, was meist für stinkenden weißen Nebel sorgt. Wenige Minuten später, fährt das Auto, welches nun einer Nebelmaschine gleichkommt, neben uns von der Autobahn ab.

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So oder so kam ich dennoch in den Genuss der lockeren und sympathischen Art der drei Grazer von Old Runznickels, nämlich als ich, viel später an diesem Abend, etwas zu lange überlegte welches T-Shirt von Ihnen ich mir kaufen wollte und die Jungs natürlich gerade mit wegpacken ihrer Artikel beschäftigt waren, als ich an ihren Stand trat. Ohne maulen und mit einem Lächeln auf dem Lippen wurde das richtige Shirt für mich aus der Kiste wieder rausgesucht und auch je ein Feuerzeug wurden mir und dem Galan geschenkt … Danke, für rauskramen und die Feuerzeuge an dieser Stelle … Für neue Leser auf ihrer Facebook-Seite findet man einen Link zum Gratis Download ihres Albums – also bei dem Angebot am besten selbst reinhören …

Gegen viertel Sechs sind wir endlich in Judenburg angekommen, wir steuern eine Parkgarage an, der junge Veranstalter, Alexander Bischof, welcher laut meinen Informationen 18 Lebensjahre zählt, hat neben einem tollen Event mit Megabands auch noch eine gratis Parkgarage, für 24 Stunden, organisiert und diese nur ein paar Gehminuten vom Veranstaltungsort entfernt … Die Preise habe ich mir nicht gemerkt, aber das Parken ist dort sonst nicht kostenfrei … Für mich wirklich eine Top Organisation.

Somit hören und sehen wir leider auch nur die letzten drei Nummern von Session in a Hole, nachdem ich mir einige Videos ihrer Liveauftritte angesehen hatte, war ich auf die Stimme des Sängers schon sehr gespannt, die Klangfarbe selbiger hatte mich, natürlich gemeinsam mit der Melodie ihrer Instrumente in ihren Bann gezogen und mich dazu gebracht ihre Videos eine Zeitlang im Repeat laufen zu lassen. Auf YouTube findet man übrigens ein besonderes Schmankerl, den Mitschnitt eines ganzen Liveauftrittes beim Heavy Mölltol 2015 … Man möchte sagen: Prädikat sehr empfehlenswert.

Die Pause nutzen wir nun um das Veranstaltungszentrum auf uns wirken zu lassen. Innen wirkt es ein wenig wie eine Kirche, bereits während Session in a Hole amüsierte mich die Vorstellung, dass die steinernen Engel an den Torbögen mitrocken. Der Saal ist relativ klein, was allerdings, soweit ich bis jetzt mitbekam für eine tolle Akustik sorgt. Der Einlass und die Toiletten befinden sich im Erdgeschoss welches auf zwei Wegen über Treppen erreicht wird, über diese kommt man in eine Bar und von der weiter in besagten Saal, rechts vom Saal befindet sich ein Raum mit schrägen Glasdach und einer weiteren Getränkeausgabe … Beinahe ein wenig Bizarr aber durchaus passend.

Laustark und mit gehörig Power fegen uns nun die Wiener Neustädter Confession of Pain weg, knallharte Vocals, Riffs und Drums donnern durch das Gebäude solider Trash-Metal. Nicht nur die Songs funktionieren Live gut, die Band lässt es sich nicht nehmen ihre Energie auszuleben, so verlässt ein Gitarrist mehrmals die Bühne und animiert die Fans Aug in Aug zu Tänzen, mit kleinem Ausrutscher, weshalb einfach liegend auf der Tanzfläche weitergespielt wird, während der Drummer immer wieder seine Sticks kunstvoll jongliert … Die Solis kommen zwar etwas zu kurz, aber sie kommen auch gut ohne aus.

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Offen gesagt weiß man nicht auf welchen der fünf powervollen Jungs man sein Auge richten soll um nichts zu verpassen, zumal sie wahnsinnig gute Laune im Gepäck haben. Mit fortschreitendem Auftritt kann sich auch das Publikum der Energie nicht mehr entziehen, werden sie auch nicht wenig motiviert, sei es durch „Showeinlagen“ oder „Ansprachen“ in Pausen zwischen den Songs. War es am Anfang noch, bis auf einige, verhalten, wird nun bis in die hintersten Reihen zum Takt mit Füssen gestampft oder dem Kopf genickt. Kaum verwunderlich das sich auch der Saal immer mehr füllt und der Auftritt etwas zu schnell vorbei geht … Der Drummer wirft zum Abschied seine Drumsticks und trifft damit beinahe den Tontechniker, eine Power-Performance verlangt eben nach einem starken Abgang, glücklich hebt ein Fan selbigen auf und hält ihn triumphierend, mit Jubel, in die Luft …

Nach einer weiteren Pause dürfen wir Rant zum dritten Mal lauschen und erneut ist es ein Genuss, außerdem nicht uninteressant sie heute mal in einer geschlossenen Halle und in etwas kleinerer Atmosphäre zu erleben, nachdem sie beim Feel the Noise auch in einer etwas größeren Halle, sowie kleiner Bühne und am Overdrive Open Air spielten.

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Die Gesangsstimme haut uns heute einfach nur um, sehr kraftvoll und melodisch dringt sie an mein Ohr. Mittlerweile kann ich bei den Jungs aus Kapfenberg nicht mehr stillstehen zumal mir ihre Songs sehr zusagen, die Stimmung nimmt allgemein etwas Fahrt auf, wirklich erneut eine tolle Performance, ich bleibe dabei, Live hauen einen die Jungs echt vom Hocker.

Ein einziges kleines, aber rein technisches, Manko, die zweite und dritte Stimme hören wir heute leider kaum und teilweise gar nicht, dies wahr uns schon bei Confession of Pain aufgefallen und auch die Gittarren scheinen heute deutlich leiser.

In der folgenden Pause kommen wir am Merchandise Stand mit Rant ins Plaudern. Wobei sie aufgrund ihrer lockeren und herzlichen Art nochmal an Sympathiepunkten gewinnen, zumal sie ihrem Merchandise-Verkäufer heute zu seinem ersten Festival Besuch verhelfen, mit deutlicher Freude an seiner Arbeit, darf er gleich, zum ersten Mal in seinem Leben, Live zu den restlichen Bands des Abends rocken … Einfach: Wow.

Bereitwillig beantworten sie alle Fragen, so erfahre ich erst jetzt, dass sie das Overdrive veranstaltet haben und schon Wochen vor und nach ihrem dortigen Auftritt mit viel Mühe und Liebe zum Detail daran gearbeitet haben … Selbst das Wasser, welcher ein heftiger Regenguss vor ihrem Auftritt auf der Bühne hinterlassen hatte, kehrten sie selbst weg, bevor sie mit ordentlich Power ihre Performance hinlegten. Beeindruckt denke ich daran zurück, natürlich ist einem klar, dass ein Event viel Arbeit und nicht wenig Kraft kostet, aber das tatsächliche Ausmaß wird mir erst jetzt bewusst.
Auf Ihrer Facebook-Seite finden sich bereits einige Impressionen des gestrigen Abends.

 

Nun gönnen wir uns eine Verschnaufpause, heute Abend geht es dann weiter mit den nicht minder spektakulären und kraftvollen Auftritten von Big and Loaded, The Last Warning, All Faces Down und We Butter the Bread with Butter und erfahren somit, auch in einem Fazit, warum das erste von hoffentlich vielen weiteren Rise Up Festival(s) wirklich einen tollen Auftakt hatte … hier findet ihr Part II

Tolle Fotos der Bands findet ihr hier bei Karloo-Entertainment, ebenso befinden sich dort viele Impressionen und Besucherfotos des Rise Up Festivals

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