Gelungener Auftakt für das Rise Up Festival – Part II

Genug verschnauft, nachdem wir nun wissen, warum ich traurig war und bin, die Old Runznickels verpasst zu haben. Ebenso wie nur wenige Songs von Session in a Hole live gehört zu haben. Der 18-jährige Veranstalter großes Organisationgeschick zeigt und uns Confession of Pain und Rant mal eben mit offenen Mündern und glücklichen Ohren ob ihrer Auftritte und sympathischen Art, wegfegten geht es weiter mit dem Rückblick auf den gestrigen Abend …

Nachdem die Mitglieder von Rant einen netten Plausch mit uns geführt hatten, wurde es Zeit wieder nach oben in den Saal zu gehen, der Soundcheck von Big and Loaded ist bereits zu vernehmen.

Natürlich hatte ich auch diese Band im Vorfeld ein wenig online ausspioniert, wobei ich auf ihre überaus witzige Version von Call me Maybe traf, diesen Song gab es gestern zwar nicht auf die Ohren, aber dafür zeigten die Jungs aus Obdach in der Steiermark, viel Freude an ihrem Auftritt.

Beinahe stetig wird gelächelt, offensichtlich haben sie eine, wohlverdiente, gute Zeit auf der Bühne und auch das Publikum reißen sie mit, selbiges verlangt nach kurzer Zeit lautstark nach einer Wall of Death. Auch an Interaktion mit dem Publikum mangelt es nicht, ein für mich wichtiger Aspekt um auch den stillsten Besucher zum Rocken zu bringen.

Als sie ihren Song „Spin the Wheel“ ankündigen merken sie an „der schei* geht ab Alter“ und wie auf Knopfdruck geht die Halle tatsächlich ab, ein kleiner Moshpit startet und tatsächlich sehe ich einen Becher quer durch den Raum fliegen, als der Sänger beim letzten Song die Bühne verlässt und sich auf das Gitter des Wavebreakers stellt um direkt bei seinen Fans zu singen, höre ich auf meinem Platz weiter hinten kurz kaum den Text, aufgrund der Jubelschreie.

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Einziges kleines, technisches Manko auch hier, die Mikrophone sind teilweise etwas zu leise gestellt und einmal führt der Sänger das Mirko etwas zu weit von seinem Mund weg, wodurch zwar ein toller Effekt entsteht aber seine Stimme plötzlich gänzlich verstummt, da er in diesem Moment aber vollkommen im Geschehen aufzugehen scheint, kann man das Locker verzeihen, Live muss ja auch nicht alles perfekt sein.

Durstig holen wir uns an der Bar unter dem Glasdach Mineral für mich und Bier für den Galan, die Getränkeausgabe läuft trotz großem Andrang fix, wir nutzen die kurze Verschnaufpause um das Panorama in uns aufzunehmen, wirklich einen tollen Blick hat man von hier … Am Parkplatz erspähe ich ein paar Skater, welche sich an der, während der Pause, eingespielten Musik erfreuen …

Bei der nächsten Band, The Last Warning, werde ich beinahe etwas traurig als ich mitbekomme das sie heute wohl ihren letzten Auftritt geben und wahrnehme das der Sänger ein Suicide Silence Shirt trägt … Man verzeihe mir die Anmerkung noch immer einen Klos im Hals zu haben, wenn ich an den viel zu früh verstorbenen, immerhin war er erst 28, Sänger Mitch Lucker denke … Nur die besten sterben jung meinten bereits die Onkelz, obwohl Lemmy Kilmister dieses Statement mal eben wiederlegte … obwohl 67 mir auch jung erscheint … Verzettelt, erneut wird um Verzeihung gebeten …

Die Trauer wischen sie mir natürlich gekonnt weg, eine Hammerperformance folgt, der Sänger scheint fast mehr in der Menge zu singen als auf der Bühne, ausgelassen tobt er dabei quer durch den Saal, auch bis zur Tontechnik. Schließlich klettert der Sänger, welcher wohl ein ziemliches Energiebündel ist auch noch seitlich an einem der Bühnenträger hoch …

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Da ich leider keine weiteren Auftritte von The Last Warning kenne beschleicht mich kurzzeitig der Gedanke: Wenn sie schon abtreten dann aber sicher nicht still und ähnlich wie bei Twisted Sister am Nova Rock fühle ich mich beinahe geehrt diesen letzten Moment des Abschiedes mit ihnen erleben zur dürfen, zumal sie ein wahres Spektakel daraus machen …  Jungs falls ihr wieder kommt, warten zwei Fans mehr auf euch … Hier ein Intro-Video der Band

Nun begeben wir uns kurz in das Jahr 2015, erneut zum Nova Rock Festival, an Tag drei beenden wir unseren Besuch von All that Remains etwas vorzeitig, da es einerseits den Jungs etwas an Power fehlt und andererseits haben wir All Faces Down am Timetable für den Brandwagen erspäht und wechseln somit schnell die Bühne, was allerdings einer Namensverwechslung geschuldet war … Einer überaus glücklichen Namensverwechslung … Der „Irrtum“ fällt uns nämlich erst viel später, am nächsten Tag zu Hause auf.

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Nicht gering war somit die Freude von den Wienern gestern erneut beschallt zu werden. Zumal während dem Soundcheck eine Zeitlang ohne Instrumente gesungen wurde, offen gestanden war ich ziemlich hin und weg von der Stimme des Sängers und des Gitarristen, welcher auch die zweite Stimme sang, da steckt viel Potential dahinter.

Die Performance beginnt, begleitet von Jubelschreien der Fans und tatsächlich wechselt der Sänger nahtlos von Grollen zu Singen und wieder retour. Die fünf beherrschen ihr Element, Post-Hardcore perfekt, harmonisch greifen Instrumente, Stimme und Melodien ineinander. Die technischen Probleme scheinen beseitigt, nachdem das zweite Mikrophon besser eingestellt ist, entgeht der feiernden Menge nichts mehr.

Ihrer Aufgabe als letzte Band vor dem Headliner sind All Faces Down definitiv gewachsen, selbst der größte Partymuffel käme ihrer Aufforderung zur Wall of Death nur zu gerne nach … Als der Sänger schließlich auch noch die Bühne verlässt, singend durch die Menge schreitet und mit so manchen Fans abrockt, scheint es als hätten sie absolut jeden im Raum in ihren Bann gezogen und dies zurecht …

Über 12.000 Likes auf Facebook, ein Song der wahrlich ins Ohr geht in einem Werbespot von Zipfer und Acoda über das Rock in Vienna, eine Live-Performance die neben fantastischer Stimmung auch melodisch und stimmlich locker mit den Platten mithalten kann und Null Allüren … Bitte bleibt so und tretet bald wieder auf
Den gesamte Song aus dem Werbespot gibt es mit Video auf YouTube … Anhören auf eigene Gefahr – mit akutem Ohrwurmbefall ist zu rechnen.

Es ist elf Uhr abends, als All Faces Down die Bühne verlässt, der Galan und ich sind mittlerweile etwas länger als 18 Stunden wach, nun macht sich der Broterwerbstag, die lange Fahrt und die vielen positiven Eindrücke langsam bemerkbar. Müde setzen wir uns, in der folgenden Pause, auf den Boden und lehnen an einer Wand. Trotz noch etwas mehr als zwei Stunden Fahrtzeit nach Hause, wollen wir den Headliner des Abends nicht verpassen.

Tatsächlich haben es Alexander Bischof, der Veranstalter und sein Team es geschafft die Berliner von We Butter the Bread with Butter nach Judenburg zu bringen, immerhin fungierten selbige schon als Opener für Slipknot und Caliban.

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Auf ein Intro welches doch sehr nach Techno klingt, wird gekonnt mit Rock losgelegt, heute weiß ich dies nennt sich Electrocore, dieses Genre war mir, bis vor einigen Stunden, gänzlich unbekannt, ohnehin erscheint es nebensächlich … Live funktioniert es jedenfalls mehr als gut … Die Halle tobt, Securities, andere Bandmitglieder und vermutlich gar die steinernen Engel an den Torbögen, keiner steht mehr still.

Trotz ihres doch nicht zu verachtenden Bekanntheitsgrades, nehmen sie sich Zeit um zwischen den Songs mit dem Publikum zu interagieren, so freuen sie sich darüber endlich wieder gutes Bier trinken zu können und scheinen tatsächlich interessiert, als sie nach dem werten Empfinden der Besucher fragen. Spätesten ihre Frage ob die Fans überhaupt noch Bock hätten wird mit gellenden Jubelschreien quittiert … Das Rise Up hat noch nicht genug …

Ein Umstand der für sich von dem großen Erfolg dieser ersten Auflage von hoffentlich vielen weiteren spricht.

Gegen Mitternacht müssen der Galan und ich aufgeben unter den hypnotischen und vermutlichen wachsamen Augen von „Psycho-Mietzi“, was nicht abwertend gemeint ist, bahnen sich der Galan und ich unseren Weg nach draußen um die Heimfahrt anzutreten

Während der etwas mehr als zweistündigen Heimfahrt sprechen wir über unsere Eindrücke und sind einstimmig der Meinung, dass Rise Up Festival erlebte einen grandiosen Start. Alles lief aus unserer Sicht Reibungslos und friedlich ab, der Veranstaltungsort war gut gewählt, die Security zeigte unaufdringlich Präsenz und war, auch wenn sie sich mal selbst eine Band ansahen immer wachsam, die gratis Parkgarage in der Innenstadt, nahe dem Veranstaltungsort finde ich persönlich nochmal besonders toll … Das Beste zum Schluss und natürlich schienen auch die auftretenden Bands, in ihrem Genre, gut aufeinander abgestimmt zu sein und als Jungveranstalter in Alter und soweit ich weiß auch Erfahrung solche Bands an Land zu ziehen, wenn das kein Potential hat … Tolle Leistung vielen Dank dafür!

Fotos der Bands und viele Impressionen und Besucherbilder des Abends findet ihr bei Karloo-Entertainment

2 Kommentare

  1. […] Nun gönnen wir uns eine Verschnaufpause, heute Abend geht es dann weiter mit den nicht minder spektakulären und kraftvollen Auftritten von Big and Loaded, The Last Warning, All Faces Down und We Butter the Bread with Butter und erfahren somit, auch in einem Fazit, warum das erste von hoffentlich vielen weiteren Rise Up Festival(s) wirklich einen tollen Auftakt hatte … hier findet ihr Part II […]

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