Hitzewelle im Sprunggelenk

Seit einigen Tagen erfreue ich mein Umfeld damit, dass ich hinke. Wobei erfreuen nicht die richtige Wortwahl ist, zumal ich heute im Supermarkt jemanden anrempelte, da das Sprunggelenk, zu diesem Zeitpunkt, ohne stützende Bandage oder Tapeverband beschloss mein Körpergewicht nicht mehr zu tragen und irgendwie das Bein nachgab …

Eine kurze Hitzewelle hielt das Land für eine knappe Woche am Schwitzen, in dieser Zeit stellte ich, wenig amüsiert, fest, dass mein Sprunggelenk ein Mitläufer ist, am zweiten Tag besagter heißer Welle, kam es wohl zu dem Entschluss das es sich ebenfalls erhitzen könnte. Dies ging nicht mit wenig Schmerz einher.

Natürlich versuchte ich die Taffe zu spielen, ging meinem Broterwerb nach und frönte, mit seltsamen Gefühl im Fuß, Läufen mit den hündischen Damen des Hauses. Dienstag, genauer am frühen Abend, vertrat ich mich saftig am Feld, wobei ich mir den Fuß gehörig umknickte und zu allem Überfluss auch noch mit meinem gesamten Laufgewicht auf dem umgebogenen Knöchel landete … Ja, ich lief einfach weiter. Nein, dies war keine gute Idee.

So humpelte ich zwei Tage vor mich hin und erfüllte neben dem Broterwerb auch Aufgaben für den Nebenbroterwerb, welcher normalerweise außen vor ist, nun aber erneut Erwähnung finden „muss“, da dieser meinem Knöchel wohl den Rest gab. Am Donnerstag als der Galan von seinem Broterwerb in unserem Domizil eintraf fand er mich in der Küche vor, den Fuß auf und zwischen Coolpacks gelagert …

Weinend, ja ich bin ein Mädchen, aber als weibliches Wesen welches Mountainbike, also Downhill, Motorcross und der Motoradrennstrecke nicht abgeneigt ist, behaupte ich im Normalfall bin ich Schmerzen gewohnt. So lud ich vor einigen Jahren mein Rennmotorrad mit gebrochener Rippe und geprellter linker Seite, nach dafür verantwortlichen Sturz, auch noch selbst in den Transporter.

Als guter Galan geleitete er mich zum ortsansässigen Sportmediziner, ich nahm meine Bandage ab und führte meinen Fuß vor, der Mediziner drückte, klopfte und drehte herum. Auf Druck reagierte ich besonders sensibel, dennoch war die Verwunderung groß als er mir die Diagnose mitteilte.

Entzündung im Sprunggelenk und auch die Achillessehne hatte sich irritiert, was wohl bedeutet nur zu 50% entzunden, irgendwie konnte ich den Ausführungen des Sportmediziners nicht mehr folgen, nachdem er Schonen gesagt hatte. Wir, womit ich auch die hündischen Damen des Hauses meine, mögen dieses Unwort nicht. Da hängen wir in der Steinzeit fest, wenn jetzt der Säbelzahntiger seinen Kopf zur Tür reinstreckt komm ich wohl nicht weit wenn ich ihm sage, komm doch nächste Woche wieder ich muss mich schonen … Der Fähigkeit (weg)laufen zu können messe ich jedenfalls ungemein viel Bedeutung zu, aber ich bin ja Vegetarier vielleicht hat mich diese Form der Ernährung zum Fluchttier gemacht …

Überrascht war ich etwas als ich es nun wagte meine Hand um mein Gelenk zu legen, tatsächlich hatte ich nicht nur einen Wöchel, sondern man könnte Spiegeleier auf meinem Fuß braten und die Wade fühlte sich an als wäre sie aus Beton gegossen … zumindest der untere Teil davon.

Der Sportmediziner legte mir einen Tapeverband an, zur Unterstützung des Sprunggelenkes und der Achillessehne.

Ich begutachtete meinen Fuß, ein Tape führte längsseitig am Fuß entlang, hinter der Ferse vorbei,  ein weiteres von Knöchel, über Fußunterseite zu Knöchel und ein drittes von der Achillessehne nach oben, wobei es kurz nach Beginn der Wade in zwei Hälften geteilt war, welche links und rechts an der Wade ausliefen.

Der Sportmediziner kennt mich mittlerweile wohl gut, er murmelte etwas unverständliches, bevor er erneut zum Tapeverband griff und mir sowas wie eine Acht anlegte, von der Fußunterseite überkreuzt auf der Oberseite und etwas über der Ferse endete. Eine kleine Herausforderung übrigens, da ich den Fuß im 90 Grad Winkel halten musste … Aua …

„So haben wir etwas mehr Unterstützung am Gelenk, aber sie gehen mir nicht mehr als eine halbe Stunde pro Tag!“

„Indianerehrenwort.“, ich grinste, hielt mich aber brav an die Verordnung. Zumal treppab ohne stützendes Geländer noch immer nicht schmerzfrei möglich ist.

Drei Tage später, genauer gestern Abend, wurde mir der Tapeverband zu unhygienisch, zwar hielt er noch bombenfest, aber an einen Großteil meines rechten Beines kamen weder Wasser noch Seife, also zog und schnitt ich den Tapeverband hinunter und seifte mein Bein zweimal ein, herrlich.

Erst jetzt bemerkte ich das wir sämtliche Tapeverbände für die Hunde aufgebraucht hatten und da sich die Fußbandagen, oder Strümpfe nach ihrem Aufenthalt in der Waschmaschine, noch nicht dazu entschieden hatten trocken zu werden, schritt ich heute ohne Schutz am Fuß zum Essen mit einem guten Freund und späteren Einkauf von Hygieneartikeln von Kopf bis Fuß.

So hinkte ich durch die Billigparfümerie und wurde dem Umstand gewahr, dass mein Fuß damit begann wieder stärker zu schmerzen, natürlich bemerkte ich erst kurz vor der Kasse, dass ich die Zahnpasta vergessen hatte, wendete und belastete meinen Fuß wohl gänzlich falsch.

Ein schneidender Schmerz fuhr mir durch Knöchel und Unterschenkel, brachte mich ins Wanken, wodurch ich eine andere Person anrempelte, mit einem Entschuldigung wollte ich zurückweichen, mein Fuß hatte von der erneuten Belastung die Nase voll und so entschied sich mein gesamtes Bein dazu, nach erneut schneidenden Schmerz, mein Gewicht nicht mehr zu tragen, was mich wahrlich bühnenreif zu Boden gehen ließ.

Da lag ich nun, halb am Rücken, halb auf der Seite, aber „meine“ Artikel befanden sich alle noch im Einkaufskorb, eine Verkäuferin eilte herbei und auch die Person welche ich angerempelt hatte half mir wieder auf die Beine.

„Was ist denn passiert? Sind sie ausgerutscht?“, wollte die Verkäuferin wissen.

„Nein, ich habe derzeit Probleme mit dem Sprunggelenk.“, antwortete ich knapp und mit hochroten Kopf, wie ich in der Reflektion der Spiegel sah, welche bei den Kosmetikartikeln angebracht waren. Ich bedankte mich für die Hilfe und hinkte ein paar Schritte zur Seite um mich am Regal abzustützen.

„Na dann ab nach Hause mit ihnen, Fuß hoch und schonen.“, meinte die Verkäuferin fast mütterlich.

„Gleich, ich brauche noch Zahnpasta.“

„Welche denn?“, fragte die Person, welche ich zuvor angerempelt und mir wieder auf die Füße geholfen hatte.

Ich stammelte das gewünschte Produkt zusammen, neidvoll beobachtete ich wie die Person am Absatz kehrt machte und im Parallelgang verschwand, nur um einige Sekunden später mit „meiner“ Zahnpasta wieder aufzutauchen.

„Und jetzt wirklich ab nach Hause mit Ihnen und schonen, schonen, schonen.“
Natürlich bedankte ich mich, bevor ich, peinlich berührt, den Heimweg antrat.

Hier sitze ich nun in der Küche, mit provisorischem Verband, da die Acht wohl tatsächlich das Meiste der Schmerzen nimmt und hochgelagertem Bein auf Coolpacks, was zumindest etwas Stretching bringt und mache was ich am liebsten tue … mich schonen ….

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