Etappe 2: In einem Zimmer mit der gereifteren Version von mir

Nachdem wir gestern, oder dann doch vorgestern, im Anschluss auf unsere Ankunft in Passau einen äußerst steilen Umweg von gut fünf Kilometern in unsere Schlafstätte in Kellberg nahmen, weil die gereiftere Version von mir der Touristeninformation weniger vertraut als dem erstbesten Wegweiser, auf welchen der Name der gesuchten Ortschaft in großen Lettern prangt …

Konnten wir einerseits via Google-Maps feststellen, dass die zweite Abzweigung deutlich kürzer war und andererseits, heute, oder doch gestern, als wir den anderen Weg bergab nahmen auch etwas weniger steil … Somit stellen der Galan und ich fest, entweder sind wir Lemminge, welche der gereifteren und somit älteren Version von mir einfach blindlings vertrauen, oder einfach Respekt vor dem Alter haben und deshalb nicht wiedersprechen … Immerhin befand sich der Galan ja auch in der Touristeninformation, als der zu nehmende Weg nach Kellberg beschrieben wurde …

Soeben liegen wir zu dritt, aber eigentlich zu fünft, wenn man die hündischen Damen des Hauses mitzählt, in einem Hotelzimmer, ungefähr zehn Kilometer vor Linz, was nach neuesten Erkenntnissen der gereifteren Version von mir, nicht in Österreich liegt. Diese glaubt nämlich, wir befänden uns nach wie vor in Deutschland.

Allerdings brach erst kürzlich „ihr“ Zustellbett in der Mitte zusammen, nachdem sie sich nach ihrem zwitschernden Tablet gebeugt hatte, welches mich nun mehrfach glauben lies, direkt vor  dem Fenster sei ein Singvogel, vielleicht ist es einfach der Schock der sie derart verwirrte, und annehmen lies wir seien noch außerhalb von Österreich.

Gegen sechs Uhr, späten Nachmittages, setzte uns übrigens der Rodelhof, relativ unfreundlich darüber in Kenntnis, dass er uns mit Hunden nicht beherbergen würde, was ja grundsätzlich in Ordnung ist, aber zuerst freudestrahlend zu sagen „Ja klar gebe ich ihnen ein Einzel und ein Doppelzimmer“ und dann bei der Erwähnung von Hunden zu meinen „Na Hundsviecher net“ und uns im Anschluss darauf auch noch vom Gehweg nahe seines Restaurants, und nicht davor, vertreiben möchte und lautstark brüllt „Jetzt telefoniert die auch noch“ … Geht’s noch? Darf man nun nicht mehr auf der Suche nach einer Herberge mit seinem Mobiltelefon auf einem öffentlichen Gehsteig telefonieren….?

Kurz darauf wurden wir darüber Informiert das es ein Zimmer mit drei Betten gäbe und Hunde auch erwünscht seien … Woraufhin ich zweifach hörte, es wäre möglich das heute Nach geschnarcht wird, juhu.

Bis zum Rodlerhof, waren die hündischen Damen des Hauses neben meinem Rad hergelaufen, dies taten sie immer dann, wenn sie in den Anhängern zu unruhig wurden, nach demselben Schema, geeignete Stelle finden, hündische Damen des Hauses raus, ins Wasser lassen, anleinen und sie das Tempo vorgeben lassen, wenn man merkte das sie wieder müde wurden, geeignete Stelle finden, Hunde ins Wasser und wieder ab in den Anhänger … Klappte ganz gut, bis auf das eine Mal, wo der Galan nicht zeitgerecht aus seinen Clips herauskam und in Zeitlupe samt Rad umfiel, fürchterlich lustig, nachdem man festgestellte hatte, dass er sich dabei nichts getan hatte.

Die gereifte Version von mir, ist keine Schlangenfreundin, sie tut ihnen nichts, aber wenn sie eine erblickt, während sie zum Beispiel auf dem Fahrrad sitzt, fährt, oder doch rollt, sie mit allen vieren von sich gestreckt und einem lauten „Aaaaahaaaa“ daran vorbei. Überaus witzig zu beobachten.

Aber einige Lacher gingen auch auf meine Kosten, als ich mir sicher war, mit dem Anhänger eine kleine Umfahrung bei einem Schranken nicht zu schaffen, obwohl der Galan mit seinem Anhänger, welcher eigentlich derselbe ist durchgefahren war und einen Weg durch die Wiese wählte …

Dumm nur da es keine gerade Wiese war, sie fing Flach an, aber das was dann flach aussah in Richtung Asphaltstraße retour, war nur höheres Graß und Brenneseln in einer kleinen „Grube“, oder einem kleinem „Damm“, somit ging mir die Kraft aus, da sich auch nur eine der caninen Damen im Hänger buchstäblich anhängt, vor allem bergauf und auch das hohe Gras nicht zu unterschätzen war, also sprang ich grazil ab, als mein Rad nun kippte und landete mit den nackten Unterschenkeln bis zu den Knien in den Brenneseln, zusammen mit dem noch immer lädierten Sprunggelenk kam ich auch nicht gleich da raus, was zu einem ulkigen Tänzchen führte, nachdem ich es endlich auf die Straße zurück geschafft hatte.

Nie wieder Abkürzungen … zumindest bis zur Nächsten …

Außerdem stolperte ich im Hotelzimmer, welches wir nun zu fünft behausen über die Toilette, wofür ich allerdings nur bedingt etwas kann. Die Türe zum Null-Null geht nach innen auf, der Raum ist dann doch nur etwas größer als ein Billy-Regal, wodurch ich mir das Schienbein an der Toilette anschlug, stolperte und mit meinem Hintern in der Toilette landete … wären meine Shorts schon runtergezogen gewesen, wäre dies durchaus praktisch gewesen …

Galan und gereifte Version von mir liefen, nachdem sie das Poltern vernommen hatten, vor das WC und bekamen einen sagenhaften Lachanfall …

Dies erinnerte mich daran, als die gereiftere Version von mir, mich im Irlandurlaub fotografierte, als ich mich in den Büschen erleichtern musste, darüber lachte sie so sehr, dass sie über die nächste Wurzel flog.

Später an diesem Abend sitzen wir im Hotelrestaurant und füllen unsere Kohlenhydratspeicher auf, als mich plötzlich die gereiftere Version von mir fragt ob ich eine blaue Kontaktlinse tragen würde … Ich weiße sie darauf hin, dass ich zwei verschiedene Augenfarben habe, dies hatte sie wohl ebenso vergessen wie mein Muttermal auf der rechten Fußsohle … Jedes Mal wenn ich Barfuß unterwegs bin und die gereiftere Version von mir das Muttermal erblickt, befeuchet sie ihren Finger und möchte den Dreck wegrubeln.

Nachdem nun zu meiner linken und meiner rechten geschnarcht wird, werde ich mir nun Klopapier in die Ohren  stopfen und ebenfalls die Nachtruhe starten … Beinahe muss ich schon aus Vorfreude über den morgigen Tag lachen …

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