Etappe 3: Der Zaun

„Wir brauchen eine Aktions-Kamera, dass kauft mir niemand mehr ab“, sage ich, quasi soeben, also am 01 Juli 2016, zum Galan, nachdem wir uns in das Zimmer unserer heutigen Ruhestätte begeben haben und ich die Überschrift des heutigen Beitrages getippt habe.

Soeben sind wir gute sechs Kilometer von der Donau und somit dem Donauradweg entfernt, da sich kurz vor St. Valentin die erste Herberge befindet, welche Leuten mit caninen Anhängseln, Unterschlupf gewährt. Tatsächlich bin ich deshalb ein wenig verstimmt, die gereifte Version von mir, meinte bei Planung der Reise, man müsse weder Buchen und überall würden sie Hunde nehmen.

Vor allem Letzteres stellt sich aber tatsächlich, bereits seit Tag zwei der sportlichen Reise, als Problem heraus. Ich wollte ja anstatt Tablets und Mobiltelefonen unser Zelt mitnehmen, fänden wir mit Hunden keine Unterkunft, hätten der Galan und ich eben einfach einen Campingplatz in der Nähe der Unterkunft der gereifteren Version von mir aufgesucht … Dies lehnten aber Beide ab … Somit bin ich mittlerweile froh, dass wir mit derart viel technischen Firlefanz gestartet sind, so lässt sich während der Mittagspause im Internet eine passende, hundefreundliche, Unterkunft etwas leichter finden.

Davon abgesehen, dass ich heute nach der Mittagspause fürchterlich weinen musste, da die reifere Version von mir und der Galan beschlossen sich das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen ansehen zu wollen, wobei ich bereits kurz nach der Todesstiege aufgeben musste, aufgrund emotionaler und nicht konditioneller Gründe … Nun weigert sich mein Gehirn, meine Finger weitertippen zu lassen, denn eigentlich wollte ich schreiben, verlief der Tag relativ positiv, dies erschien mir aber nach Gründe, soeben, nicht angebracht.

Also mache ich am Ende der Geschichte weiter, unsere Unterkunft kurz vor St. Valentin ist wirklich sehr schön und die Menschen hier sehr freundlich, gar nicht auf Gäste eingestellt, da noch nicht Saison ist, befindet sich hier kein Koch, weshalb uns der Hotelier unser Essen aus seinem anderen Restaurant persönlich und ohne Zuschlag lieferte, wobei er gar an einen kleinen Leckerbissen für die hündischen Damen des Hauses dachte.

Wir versuchten vorab die Unterkunft mit einem Navigationsgerät, genauer dem Navigationsgerät des Mobiltelefones, zu finden, wobei uns dieses in eine Sackgasse lotse und über zugewucherte Feldwege schickte, schließlich „verfuhren“ wir uns auch noch … Diese kleine Odyssee endete erst, als ich beschloss einfach die Bundesstraße zu nehmen und dem Galan sowie der reiferen Version von mir „davonfuhr“.

Während dem Essen wurden wir, erneut, von der gereiften Version von mir köstlich Unterhalten, besagter Hotelier, oder eher dessen Fahrzeug, hatten ein Kennzeichen, welches das Fahrzeug, oder zumindest den zuständigen Behördenbezirk, als Amstetten, welches zumindest bis gestern noch in Niederösterreich lag, auswies.

Nachdem der Hotelier, besagtes Fahrzeug nun wendete, blickte die gereifte Verison von mir auf dessen hinteres Kennzeichen, ich ebenfalls.

„Oh, Amstetten, dann sind wir ja wirklich schon weit gekommen.“

„Wieso? Das ist ja noch in Oberösterreich.“, meinte nun die gereiftere Version von mir.

Wir lernen also, Linz ist in Deutschland und Amstetten in Oberösterreich, die gereifte Version von mir bemerkte ihren neuen geografischen Fehler von selbst und begann, mit uns, lauthals zu Lachen.

Heute hielten sich die Ausrutscher in Grenzen, oder doch nicht, tatsächlich könnte man, erneut, von Pleiten. Pech und Pannen sprechen.

Wobei unter der Kategorie Panne wohl zu verbuchen wäre, dass sich sowohl am galanschen, wie meinem Fahrrad, der Schnellspanner für das Hinterrad gelockert hatte, was wiederrum eine lockere Anhängekupplung zufolge hatte und dies ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt, als wir aus der Fähre, bergauf mit hündischen Damen des Hauses im Anhänger, ausstiegen … Doch Glück im Unglück, das Hinterrad sprang, jeweils, erst aus der Halterung, nachdem wir das Rad und den Anhänger im Schatten abgestellt hatten.

Bei Pech wird es etwas schwerer, sieht man von unserer kleinen Odyssee zur Unterkunft ab, denn selbst am Mittagstisch hatten wir Glück, die Küche hatte seit einer viertel Stunde geschlossen, als wir hungrig gegen zwei Uhr am Nachmittag, kurz vor Mauthausen ein Lokal besuchten, der Koch bereitete uns trotzdem drei warme, mundende Speisen zu.

Erst bei Pleiten, gelingt mir der Einstieg, wie gestern wurde regelmäßig an geeigneten Stellen pausiert um die hündischen Damen des Hauses ins Wasser zu lassen, nachdem wir schon etwas länger nach einer passenden Stelle gesucht hatten, fanden wir eine und stellten fest das ich ausgerechnet hier einige Schwäne niedergelassen hatten, da diese aber nach dem Aussteigen der Hunde ein wenig das Weite suchen, war es mir möglich sie mit den Laufleinen ins Wasser zu lassen … Weshalb ich allerdings ausglitt und meinem Hintern ebenfalls eine Abkühlung gönnte.

Was allerdings nichts dagegen ist, was der gereiften Version von mir widerfuhr …. Knapp außerhalb von Linz, konnte man entweder direkt auf der Donauradroute, welche sich auf einem Damm befand, oder einige Kilometer auf einem parallel verlaufenden Rundweg nehmen, da sich dieser im Schatten befand, war schnell klar, wir würden so lange wie möglich unten fahren.

Ein Teilstück dieses Rundweges, war wegen einer Baustelle gesperrt, wir wechselten hoch auf den Damm, bei der nächsten „Kreuzung“, waren der Galan und ich etwas verwundert, dass die gereiftere Version von mir, den Weg bergab wählte, zumal sie geradewegs und mit vollem Karacho auf einen Absperrzaun zuhielt.

Just in jenem Moment, in welchem der Galan „Achtung Zaun!“ rief, hörte man die Fahrradreifen, aufgrund einer etwas zu spät eingeleiteten Notbremsung blockieren. Da die gereifte Version von mir, versuchte ihr Rad vom Zaun wegzulenken, oder umzudrehen, gab sie selbigen eine gehörige Breitseite … Der Zaun hielt Stand und nachdem die gereiftere Version von mir keinen Schaden davongetragen hatte und nun auch noch lautstark verkündete, sie habe den Zaun gar nicht gesehen, brachen wir drei plus einige Beobachter in schallendes Gelächter aus …

In der Tat brauche ich nun etwas über eine halbe Stunde um den letzten Absatz fertigzustellen, da ich mich Tränen lachend am Bett herumkugelte …

 

Der morgige Plan sieht vor bis in die Nähe von Melk zu kommen, man darf gespannt sein ob und wie wir dies bewerkstelligen werden …Zumal der Galan und ich ziemlich unterschätzt haben wie sehr sich zwei Vertreter der caninen Gattung in einem Anhänger anhängen … Allerdings glaube ich wohl eher das uns geografische Verwirrungen, Bauzäune, oder anderes in die Quere kommen werden … Gut möglich das uns morgen der Himmel auf den Kopf fällt …

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