Etappe 4: Bauchfleck; oder unerwartete Flugstunde

Unsere sportliche Reise, mit reiferer Version von mir und hündischen Damen des Hauses neigt sich dem Ende zu. Wir lachten viel und herzlich, aufgrund geografischere Missstände, nicht funktionierender Clips und aufgrund eines Absperrzaunes, wegen letzterem sogar am meisten …

Bis Melk haben wir es heute nicht geschafft, soeben befinden wir uns, seit einigen Stunden, in Ybbs, was einsetzendem Regen und Donner zu verdanken ist, wobei der Donner ohne Blitz bald wieder verhallte, nur der Regen ist geblieben.

Alle zusammen sind wir ziemlich Müde, was auch die hündischen Damen des Hauses betrifft, die humanen Teilnehmer dieser Reise sind etwas „enttäuscht“, da wir vermutlich morgen zwar noch so weit wie möglich mit den Rädern fahren werden, dann aber wohl mit dem Zug unsere Reise beenden müssen … Es sei denn ein Termin am Montag findet, wieder erwarten, am Abend statt, dann wäre das Erreichen des heimischen Domiziles noch möglich.

Gestern, womit ich dann eigentlich vorgestern, also den Tag des Zaunes meine, holten wir uns alle einen ziemlichen Sonnenbrand, da, wie man sich nun wohl denken kann, die Sonne ziemlich herunterbrannte. Zum Wohl der hündischen Damen des Hauses, konnte somit eine ähnliche Fahrleistung wie am ersten Tag, knappe 90 Kilometer nicht erreicht werden, galt es selbige doch so oft wie möglich in der Donau abkühlen zu lassen.

Heute, oder eben gestern, lief es wieder deutlich besser, die ersten dreißig Kilometer brachten wir relativ zügig hinter uns, allerdings verbraucht der Körper beim Radeln wohl ziemlich viel Energie, besonders dann, wenn man noch knapp 39 Kilo hinter sich herzieht. Weshalb ich nach circa einer Stunde Fahrt merke, dass mein Magen leer wird und nach spätestens zwei Stunden vor Hunger beinahe sterbe. Die folgende Pause kam mir also nur gelegen.

Ich war ziemlich verwundert mitten im Mostviertel, in einem „urigen“ Gasthaus tatsächlich über vegane Pasta, bestehend aus Zucchini-Nudeln und Tomatensauce, zu stolpern, in der Speisekarte … Seltsame Redewendung, tatsächlich gestolpert bin ich, soweit ich mich erinnern kann zu jenem Zeitpunkt nicht.

Hier sprechen wir nun über viele ernste Themen, zwar wird auch gelacht, vor allem und noch immer über den Zaun, aber der Hauptteil der Pause bleibt ernst.

Ein wenig erheiterte mich der Umstand, dass ich vor Aufbruch, beinahe mütterlich meinen beiden Reisegefährten riet, noch einmal die Toilette aufzusuchen. Wobei einer der Mitreisenden diesen Ratschlag ignorierte, so blieben wir gleich zehn Kilometer später wieder stehen, da die Natur nun gewaltig rief … Sozusagen mit einem Donnern, allerdings in eher mittigen Regionen des Körpers.

Da der Großteil des heutigen Tages ereignislos verlief, fiel mir auf, dass sich ziemlich viele Menschen, anscheinend dafür begeisterten das wir zwei Vertreter der caninen Gattung mit uns führen, oder eben hinter uns herziehen, in Anhängern natürlich.

Der heutige Streckenverlauf führte uns wieder hauptsächlich am Nordufer der Donau entlang, weshalb wir mit viel Schatten und (Rücken)Wind fuhren, dies bedeutete die hündischen Damen des Hauses mussten sich nicht oft abkühlen.

Sehr gut kann ich hinter dem Galan beobachten ob Angel stark hechelt und die reifere Version von mir, welche sich immer wieder hinter mir oder neben dem Galan befindet, schaut regelmäßig ob Shadow eine kühle Pause braucht.

Heute, oder eben gestern, hechelten sie bis kurz vor Ybbs eigentlich gar nicht, weshalb die „unerwartete“ Klopause mit kurzem auffüllen der Wasserreserven in einem Lokal, auch zu einer kühlen, aber von den hündischen Damen des Hauses kaum genützten, Pause führte. Offenbar war ihnen also wirklich nicht sehr warm, nur bis zur Hälfte ihrer Beine gingen sie ins Wasser.

Der Himmel vor und neben uns wurde immer Dunkler und plötzlich trat uns der Schweiß in Strömen aus den Poren, obwohl auch noch ein frischer Wind aufkam. Auch die hündischen Damen des Hauses, hechelten nun stärker, wir machten eine kurze Pause, zwei Kilometer vor Ybbs und beschlossen in Ybbs einen Gasthof aufzusuchen und nachzusehen wie sich das Wetter nun weiter entwickeln sollte.

Gesagt getan, der Weg führte bergab, wobei es galt eine stärkere Kurve zu meistern … Laut Aussage der reiferen Version von mir, welche sich zu diesem Zeitpunkt hinter mir befand, wählte Shadow im Anhänger just diesen Moment um sich umzudrehen und zwar auf die Kurveninnenseite, wozu sie aufstand … Der Anhänger hätte sich somit vorerst allein „überschlagen“, bevor mein Rad, aufgrund dieser Bewegung, von den Rädern geholt wurde …

Ich flog im hohen Bogen, zum Glück, ins Gras, wobei ich einen Bauchfleck hinlegte … Laut Aussage des Galans, welcher stehen geblieben war als er etwas rumpeln gehört hatte, sah er meinen grazilen Abstieg und meinte er hätte einen Schock bekommen, da ich zwar sofort mit einem lauten „Shadow!“ aufsprang und selbige aus dem Anhänger lies, danach aber gleich wieder umfiel …

Persönlich dachte ich mir tatsächlich „Schei*e, was ist jetzt?“, als ich merkte das ich stürzte, dann lag ich auch schon am Bauch im Gras, fühlte einen Schmerz in beiden Knöcheln und am rechten Ellenbogen. Ich drehte mich auf den Rücken und somit auf meinen Rucksack, dann sah ich das der Anhänger auf der Seite lag … Die Schmerzen waren kurzzeitig wie weggeblasen, ich sprang hoch und dachte nur daran Shadow aus dem Hänger zu holen, als ich sah wie sie in Richtung des Rades vom Galan lief, fühlte ich eine Erleichterung und zeitgleich wie die Schmerzen in den Knöcheln zurückkehrten wodurch ich mich nicht mehr auf den Beinen halten konnte.

Auch die reifere Version von mir bekam nun einen gehörigen Schrecken …

„Oh Gott, jetzt bricht sie zusammen!“

„Nein!“, meldete ich mich schnell zu Wort „Mir tun nur gerade beide Knöchel höllisch weh, irgendwie muss ich wo hängen geblieben sein, ich hab im Sturz was an meinem Fuß ziehen gespürt. Aber er tut weh, also nichts gebrochen.“

Shadow kam zu mir zurück und leckte mir das Gesicht … Ich bekam einen Lachanfall und stand schließlich zwei Minuten später ohne Schmerz aber zitternd auf. Letzteres wohl wegen einem Überschuss an Adrenalin, denn tatsächlich fühlte ich mich, bis auf ein Brennen an abgeschürften Stellen, gut.

Sauer war ich nur auf den Anhänger, da selbiger bergab gehörig schiebt und ich in der engen Kurve „rangierweite“ benötigte, war ich nämlich nicht mal schnell unterwegs, als es zu dem unglücklichen Zufall kam.

Obwohl ich noch weiterfahren wollte, nachdem ich nun Shadow abgetastet und mir angesehen hatte wie sie geht und läuft, meinten die reifere Version von mir, sowie der Galan das es für heute reichte. Eine Stunde später, kurz nachdem wir eine Unterkunft gefunden hatten setzte der Regen ein und aus unserer Zielrichtung war ein Gewitter zu vernehmen …

Wären wir weitergefahren, wäre uns wohl wirklich noch der Himmel auf den Kopf gefallen, meinte ich beim Abendessen … Nun heißt es auf morgen Früh zu warten, darauf wie sich das Wetter entwickelt und ob ich nur keine Schmerzen nach dem Sturz habe, da ich in der Mittagspause ein Schmerzmittel eingenommen hatte, weil sich stärker werdendes Kopfweh seit dem Frühstück breit gemacht hatte …

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