Mode aus der DNA von Alexander McQueen

Seine Mode hatte stets etwas groteskes, unheimliches und obwohl ich eher Modemuffel bin muss ich gestehen selbst von seiner Kunst fasziniert gewesen zu sein. Nach seinem Freitod erfuhr man viel Trauriges aus dem Leben Alexander McQueens, darunter Gewalt und Missbrauch. Man kann nur vermuten, dass er deshalb seiner ersten Kollektion den Namen: Jack the Ripper stalks his victims gab

Für diese, doch etwas unheimlichen, Kreationen, ließ Alexander McQueen seine Haarsträhnen mit der Seide verarbeiten. Diese Zusammen mit seiner Vorliebe fürs Morbide nützt nun die Studentin, Tina Gorjanc, für ihr Projekt: Pure Human.

Hierfür werden aus den Haarsträhnen, des verstorbenen Designers, Hautzellen gezüchtet und diese zu einer Jacke verarbeitet, selbige wurde gar tätowiert und trägt somit ein Tattoo des Designers, selbst auf die korrekte Platzierung des Tattoos wurde geachtet … Ein Koi ziert die linke Vorderseite und der Spruch Love looks not with the eyes. But with the mind, denn rechten oberen Ärmel …

Das dafür notwendige Verfahren hat sie bereits zum Patent angemeldet. Die vorgeführten Taschen auf der Webseite sind aus Schweinsleder, womit klar ist, es geht hier nicht um Tierschutz … aber um was dann? Fehlgeleitete Fanliebe?

Es geht um den Menschen, genauer möchte Tina Gorjanic ein Bewusstsein für den Missbrauch von menschlicher DNA schaffen und auch eine Debatte über die rechtliche Situation anstoßen.

„Wenn eine Studentin wie ich einfach biologische Information patentieren kann, welche von Alexander McQueens Erbgut stammt, können wir uns vorstellen, was große Unternehmen mit großem Kapital anrichten können“, sagt sie in einem Interview mit dezeen.com
(dort findet ihr auch weitere Bilder…)

Sie bezieht sich auch auf den Fall des Leukämiepatienten, John Moore, sein Arzt hatte biologisches Material von ihm extrahiert und patentieren lassen, genauer die Milz und daraus sogenannte T-Lymphozyten gezüchtet, ohne seinen Patient jemals darüber zu informieren. Schließlich meldete er diese Zellkulturen zum Patent an und verdiente sich eine goldene Nase …

Der „Spender“ der Milz, John Moore, sah keinen Cent, laut Gericht habe er keinerlei Ansprüche, da die Milz nach entfernen nicht mehr im gehöre … Immerhin gab es eine Rüge für den Arzt, fortan müssen Ärtze über ein mögliches wirtschaftliches Interesse an Behandlungen informieren …

Grundsätzlich wohl eine gute Sache, zumal mir diese Thematik, Zellenklau, bis ich ihr Projekt fand, gänzlich unbekannt war, denn offenbar geht es hierbei um mehr … Allerdings gestehe ich etwas „traurig“ zu sein, dass der Tierschutz dabei außen vorgelassen wurde und somit die weiteren Ausstellungsstücke aus Schweineleder anstatt künstlichem Entstanden … Zumal das Projekt auch auf die immer weiter steigende Nachfrage auf Luxusgüter, oder personalisierte Güter, aufmerksam machen will.

Der Wert von Luxus müsse bald neu definiert werden., meinte die Studentin nämlich weiters … Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, sollten die Stücke zum Verkauf stehen, dass diese erschwinglich sein werden …

Beinahe habe ich Probleme damit, diesen Beitrag nicht der Kategorie: Übersinnliches, zu finden im Ausschussverfahren, zuzuordnen, zu grotesk erscheint mir dieses Projekt … Allerdings darf man genau deshalb annehmen, dass es Alexander McQueen gefallen hätte …

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